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Thomas Krämer Plastikfrei Kaugummi kauen mit „Forest Gum“

Der Gründer hat eine pflanzliche Alternative zur plastikhaltigen Kaumasse für Kaugummis entwickelt und bringt „Forest Gum“ nun auf den Markt.
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Der Forest-Gum-Gründer hat eine pflanzliche Kaugummi-Alternative entwickelt und bringt sie nun auf den Markt. Quelle: Forest Gum
Thomas Krämer

Der Forest-Gum-Gründer hat eine pflanzliche Kaugummi-Alternative entwickelt und bringt sie nun auf den Markt.

(Foto: Forest Gum)

Thomas Krämer geht mit seiner Umhängetasche auf einen Kiosk im Kölner Stadtteil Sülz zu, jüngst wurde die Bude zu einem Eisladen umfunktioniert. In seiner Tasche transportiert der 39-Jährige etwas, wovon er Inhaberin Kathrin Scholz überzeugen will. Er hat hier schon oft privat eingekauft, aber jetzt geht es ums Geschäftliche: Wenn er die Besitzerin für sein Produkt begeistern kann, werden ab Oktober 20 Packungen Forest Gum an der Theke zum Verkauf stehen.

Im Februar hat Krämer sein Start-up gegründet. Angelehnt an den Filmklassiker ist der Name Forest Gum, auf Deutsch Waldkaugummi, hier Programm: ein Kaugummi, dessen Kaumasse den Saft des Breiapfelbaums aus Südamerika enthält. Und eben nicht aus Erdöl, Plastik oder synthetischen Stoffen, wie sie in konventionellen Kaugummis enthalten sind. 2018 erzielten die Kaugummihersteller laut Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie einen Jahresumsatz von einer halben Milliarde Euro. Die Mars-Tochter Wrigleys dominiert den deutschen Markt, auf dem Krämer nun mitmischen möchte.

Jetzt holt er aus seiner Tasche eine Packung und hält sie Kathrin Scholz entgegen. Krämer erklärt, dass die Bäume für Forest Gum nicht abgeholzt, sondern nur angezapft werden. „Die Plantagenbauern haben so eine nachhaltige Einnahmequelle.“
Nachhaltigkeit ist für Krämer seit 2014 ein Thema, als er nach seinem Masterabschluss in nachhaltigem Ressourcenmanagement an der TU München für die ökologisch und fair gehandelte Limo-Marke „Lemon Aid“ arbeitete. Zunächst als Vertriebsleiter für Deutschland, von 2016 an als Geschäftsführer.

Scholz schaut auf den Boden vor ihrem Kiosk, wo einige Kaugummis kleben. Krämer erläutert, dass Forest Gum nur aus biologisch abbaubaren Stoffen besteht. „Spuckt es jemand auf den Boden, zersetzt es sich wesentlich schneller als herkömmliche Kaugummis.“ Über Umweltverschmutzung müsse sich Kathrin Scholz keine Sorgen machen. In Hamburg engagierte sich Krämer bei „Viva con Agua de St. Pauli“. Die Non-Profit-Initiative sammelt bei Veranstaltungen Pfandbecher und spendet das Geld für Trinkwasserprojekte in Afrika und Lateinamerika. Dabei entstand bei Krämer der Wunsch, ein nachhaltiges Unternehmen zu gründen.

Geld aus Crowdsourcing

Kathrin Scholz dreht sich zu ihrer Mitarbeiterin Liza um. „Probier mal.“ 15 Minuten später unterbricht Liza das Verkaufsgespräch. „Schmeckt immer noch frisch“, urteilt sie. Dass Krämer Leute von seinen Ideen begeistern kann, berichtet auch sein früherer Chef bei Lemon Aid, Jakob Berndt: „Es gelingt ihm, Leuten eine Vision mit einem Produkt zu verkaufen, die sie fasziniert.“

Gegenüber dem Eiskiosk sitzt ein Elternpaar mit Tochter. Krämer, der selbst Familienvater ist, fragt sie, ob sie wüssten, woraus Kaugummi bestehe. „Aus viel Zucker vermutlich“, antwortet der Mann. Krämer nickt und fügt hinzu, dass die Kaumasse oft aus Plastik bestehe. Er lässt sie sein Forest Gum probieren. „Bissfest und nicht so süß“, meint die Frau.

Das liege am natürlichen Süßstoff Xylit, der sogar Kariesbakterien reduziere, erklärt Krämer. Seine Kunden sollen wissen, was sie im Mund haben. Das zeigt er in Filmen und auf seiner Website. So hat er über die Crowfunding-Plattform Starnext bis Ende September 40.600 Euro eingesammelt. Nun bringt er Forest Gum auf den Markt.

Mehr: Der 30-jährige Gründer Christoph Schulz vertreibt Produkte ohne Kunststoff und hat einen Ratgeber für ein Leben ohne Plastik geschrieben.

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