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Timo Beelow und Aline Hauck Die Shirts dieser Gründer bestehen hauptsächlich aus Holz

Die Gründer Timo Beelow und Aline Hauck lassen ökologisch nachhaltige T-Shirts in Portugal fertigen. Damit rüsten sie auch den Köln Marathon aus.
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2020 wollen sie mit ihrem Unternehmen in die USA expandieren. Quelle: wijld GmbH
Tim Beelow und Aline Hauck

2020 wollen sie mit ihrem Unternehmen in die USA expandieren.

(Foto: wijld GmbH)

Wuppertal Wenn Markus Frisch von seinen neuen T-Shirts spricht, gerät er regelrecht ins Schwärmen: „Ich trage die auch beim Laufen, die kühlen sogar ein wenig. Das ist fast ein Gefühl wie Seide.“ Das Bemerkenswerte: Die Shirts, die die Wuppertaler Gründer Aline Hauck und Timo Beelow mit ihrem Start-up Wijld vertreiben, bestehen zu zwei Dritteln aus Holz.

Für das junge Textilunternehmen, das die ökologisch nachhaltigen Kleidungsstücke in Portugal fertigen lässt, ist Frisch nicht das schlechteste Testimonial: Er ist Geschäftsführer des Köln Marathons und hat nun für den Wettbewerb im Oktober bei Wijld die Finisher-Shirts geordert. Eigentlich ist US-Sportschuhhersteller Saucony der Ausrüster des Köln Marathons. Nun werden beide Labels die T-Shirts zieren. Die Produktion der 4 000 Shirts aber verantwortet Wijld.

Es ist eine Auszeichnung für Hauck und Beelow, die nicht nur ein Geschäft mit dem Megatrend Nachhaltigkeit machen wollen, sondern die Welt auch ein bisschen grüner. Zwar gibt es viele Anbieter, die Shirts aus Biobaumwolle oder anderen organischen Fasern machen – doch Wood-Shirts, wie sie Wijld anbietet, vertreibt sonst niemand. „Wir machen das nicht, weil es cool ist“, sagt Beelow, der in Wuppertal geboren ist und BWL studiert hat. Sondern weil Holz ein nachhaltiger, regionaler und effizienter Rohstoff sei, der tolle Trageeigenschaften habe.

Der 36-Jährige, der 2015 die Idee mit den Holzfasern hatte und Ende 2017 das erste Shirt in der Hand hielt, erklärt: Bei der Herstellung jedes Shirts würden im Vergleich zu herkömmlicher Massenware aus Baumwolle 1 000 Liter eingespart. Außerdem werde das Holz nachhaltig und ohne Pestizide in Europa erwirtschaftet, was zudem einen kurzen, CO2– sparsamen Transport ermögliche.

Nachhaltiges Sportshirt

Und das Tragegefühl? „Das Tolle an Holz ist, dass es Feuchtigkeit aufnimmt, kühlt, natürlich antibakteriell wirkt – und nicht stinkt“, sagt Beelow. Tester hätten die Shirts bei Trekkingtouren getragen. Erst nach sechs bis sieben Tagen würden die Shirts beginnen zu riechen, so ihr Urteil. Beelow, der für Strategie und Marketing zuständig ist, während Hauck das Operative managt, ist überzeugt, dass die Shirts noch viel Potenzial haben.

Gerade hat Wijld seine 1 000 Produkte umfassende Palette um ein spezielles Sportshirt erweitert. Bei Funktionskleidung wird noch viel Polyester eingesetzt, es gibt kaum Angebote mit natürlichen Materialien. Dabei ist die Nachfrage groß, wie die GreenTec-Produkte von Vaude oder die überproportionalen Zuwachsraten der US-Outdoormarke Patagonia zeigen. Wie hoch ihr Umsatz ausfällt – dazu schweigen die beiden Gründer von Wijld.

Initiator Beelow hatte vor Wijld bereits Gründungserfahrung mit dem Start-up Crossboccia. Das Unternehmen stellt das gleichnamige Spiel aus weichen Bällen her, mit denen man nach den Regeln von Pétanque im Gelände spielen kann. In dem Start-up lernten sich Beelow und Hauck kennen. Nun sind beide Geschäftsführer von Wiljd – und freuen sich über die hohe Nachfrage nach ihren Shirts, die „Runner’s World“ als „Shirt mit Lieblingsteil-Potenzial“ geadelt hat.

Mittlerweile haben die beiden Unternehmer vier Mitarbeiter und müssen beständig mehr Regale in ihrer Wuppertaler Lagerhalle aufstellen. Sie kooperieren nur mit wenigen Läden und verkaufen ihre Bekleidung in erster Linie online.

Bislang ist das Start-up organisch gewachsen, „wir wollen uns die Freiheit bewahren“, sagt Beelow. Aber er schließe nicht aus, einen Investor an Bord zu holen, wenn alles passt. Vielleicht wäre dazu 2020 Gelegenheit, wenn Wijld in die USA expandieren will – mit eigener Dependance.

Das sind ambitionierte Pläne für Gründer, die bei Geschäftsterminen oft im knallbunten, mit Crossboccia-Dekor versehenem VW-Bus anfahren. Aber Marathon-Chef Frisch findet das „charmant“ und sagt über Beelow: „Er scheut das Risiko nicht, und es ist bemerkenswert, diese nachhaltige Idee als Start-up groß aufzuziehen. Wijld trifft damit den Zeitgeist.“

Mehr: Das Geschäft rund um den E-Sport boomt. Doch rechtlich ist vieles unklar – was bei einer zunehmenden Professionalisierung zu Problemen führen wird.

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