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Ubitricity Wenn der Strom fürs E-Auto aus der Laterne kommt

In Deutschland ist die Versorgung mit Ladestationen spärlich. Frank Pawlitschek, Gründer des Berliner Start-ups Ubitricity, will das mit seinen Ideen ändern.
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Er will der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen. Quelle: imago/Jürgen Heinrich
Frank Pawlitschek

Er will der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen.

(Foto: imago/Jürgen Heinrich)

DüsseldorfAls die beiden Juristen Frank Pawlitschek und Knut Hechtfischer vor zehn Jahren überlegten, wie sie dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen könnten, hätten wohl beide kaum gedacht, dass ihr Hauptverkaufsargument eine Laterne sein würde. Denn die Ladesäulen des Berliner Start-ups Ubitricity sind so schmal, dass sie ohne Probleme in einer handelsüblichen Straßenlaterne verbaut werden können. Generell ist es kein großer Eingriff.

Blende wechseln, Steckdose setzen, ein wenig Elektronik – keine halbe Stunde Arbeit, um eine Laterne umzurüsten. Kosten für die Kommunen um die 1000 Euro. Eigentlich wollte die 2008 gegründete grüne Tech-Firma aber kein Hardware-Hersteller werden. Die Gründer wollten Ordnung in den Tarifdschungel des deutschen E-Auto-Lademarktes bringen.

Ihre Idee: Das Ladekabel, das ohnehin ständig im Kofferraum mitfährt, wird zur SIM-Karte. Über einen kleinen mobilen Zähler kann der Kunde seinen getankten Strom so auf die Kilowattstunde genau abrechnen. Ins Kabel integriert ist ein klotzförmiger Chip, für den die Kunden einen Vertrag mit einem Stromanbieter ihrer Wahl abschließen können. Das funktioniert in etwa so wie beim Mobilfunkvertrag.

Für E-Autofahrer löst die Idee gleich mehrere Probleme. Sie müssen sich nicht mehr mit verschiedenen Abrechnungsmethoden von unterschiedlichen Anbietern herumärgern. Gleichzeitig dürfte das Angebot auch Stadtbewohnern entgegenkommen, die ihren Wagen etwa in einer Tiefgarage parken.

2014 wurde das innovative Start-up mit einem Energy Award des Handelsblatts ausgezeichnet. Das Konzept überzeugte auch Siemens, die Unternehmerfamilie Dürr und den französischen Elektrizitätskonzern EDF, in Ubitricity zu investieren. Nun wurde bekannt, dass Automobilbauer Honda 15 Prozent an dem E-Mobilitätskonzern erworben hat.

1000 Euro kostet Kommunen die Umrüstung einer Laterne zu einer Ladestation für E-Autos . Frank Pawlitschek – Ubitricity

Aber was das Berliner Jungunternehmen in London schon in der Praxis umsetzt, ist in Deutschland noch Zukunftsmusik. Die genaue Abrechnung über einen selbst ausgewählten Vertrag mit dem Energieversorger funktioniert hierzulande bislang nur an Ladesäulen von Ubitricity – und davon gibt es bis dato nur ein paar Hundert.

Das wird sich allerdings schon bald ändern. Gerade hat Ubitricity einen Auftrag für 1000 solcher Laternen-Ladepunkte in Berlin bekommen. „Das Projekt richtet sich gezielt an alle Nutzer, für die ein Ladepunkt sonst zu teuer oder gar nicht machbar wäre“, erklärte Pawlitschek das Ziel des Projekts erst kürzlich.

Für den 43-Jährigen ist das aber nur ein „Teil der Lösung“, wie es im Unternehmen heißt. Wer es eilig hat und mit dem Elektroauto große Entfernungen zurücklegen muss, wird am Laternenladen wenig Freude haben. Doch für den Stadtverkehr mit kurzen Strecken und großen Standzeiten ist dieses Angebot ein Beitrag.

An einer weiteren Idee arbeiten Pawlitschek und Hechtfischer schon jetzt: Das Elektroauto soll nicht einfach nur ungenutzt an der Ladesäule stehen, sondern in der Zwischenzeit als Batterie fungieren, um das Netz zu entlasten. Die Technik sei da, sagt Ubitricity, nur bei den Rahmenbedingungen müsse Deutschland noch hinterherziehen.

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