Ukraine-Krieg: Arbeiten im Kriegsgebiet: So ergeht es deutschen Unternehmen in der Ukraine
Die meisten deutschen Unternehmen in der Ukraine haben ihre Produktion weiter geschlossen.
Foto: dpaDüsseldorf. Das Werk steht mitten im Kriegsgebiet. Wo Knauf bis vor drei Wochen noch Gipsplatten produzierte, sind die Hallen nun menschenleer. Mit der russischen Invasion in die Ukraine stoppte das Familienunternehmen die Produktion, damit sich die 590 Mitarbeiter in Sicherheit bringen konnten. Die Lage sei „furchtbar“, sagt Jörg Schanow, Geschäftsleiter Personal und Recht. Knauf produzierte im Donbass im Osten des Landes.
Anders als Knauf haben die meisten deutschen Unternehmen, die in der Ukraine tätig waren, ihre Produktionsstätten und Büros im Westen des Landes. Die meisten halten dennoch ihre Standorte geschlossen und versuchen, ihre Beschäftigten vor Ort finanziell und bei der Flucht zu unterstützen. Das zeigt eine Handelsblatt-Umfrage unter den Firmen.
„Die Situation ist für die Unternehmen und Mitarbeiter vor Ort eine enorme Belastung“, sagt Alexander Markus, Chef der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer. In dem Land sind rund 2000 Unternehmen mit deutscher Beteiligung aktiv, die rund 50.000 Menschen beschäftigen. Um deren Leben bangen die hiesigen Firmen, gepaart mit der Sorge um ihre Betriebsstätten.