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Verschollener Unternehmer Richter könnten Ex-Tengelmann-Chef Karl Erivan Haub im Mai für tot erklären

Das Amtsgericht Köln hat das Aufgebot für den verschollenen Unternehmer bestellt. Vermutlich wird Karl Erivan Haub am 12. Mai für tot erklärt.
16.03.2021 Update: 17.03.2021 - 14:07 Uhr Kommentieren
Der frühere Tengelmann-Chef ist seit April 2018 verschollen. Quelle: dpa
Karl-Erivan Haub

Der frühere Tengelmann-Chef ist seit April 2018 verschollen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf In den Fall Tengelmann kommt Bewegung. Knapp drei Jahre nach Karl-Erivan Haubs Verschwinden in den Alpen zeichnet sich ab, dass der Unternehmer bald für tot erklärt wird. Darüber hinaus scheint es auch Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den Familienstämmen zu geben.

Das Amtsgericht Köln hat am 16. März das Aufgebot erlassen und eine Frist bis zum 12. Mai gesetzt. Wenn sich bis dahin weder der Verschollene noch sonst jemand meldet, der etwas über den Verbleib Karl-Erivan Haubs sagen kann, wird der Tag des Verschwindens als Todesdatum festgelegt.

Im Wortlaut des Gerichts heißt es: „Der Verschollene wird aufgefordert, bis zum 12. Mai 2021 dem Amtsgericht Köln Nachricht über seinen Verbleib zu geben, widrigenfalls er für tot erklärt werden kann. Alle, die Auskunft über den Verschollenen geben können, werden aufgefordert, spätestens bis zu dem oben bezeichneten Zeitpunkt dem Gericht Anzeige zu machen“, heißt es in der Anzeige des Gerichts, die im Bundesanzeiger und im „Kölner Stadt-Anzeiger“ veröffentlicht wird.

Im April 2018 war der damalige Tengelmann-Chef zu einer Bergtour in den Schweizer Alpen aufgebrochen. Tagelang wurde vergeblich nach ihm gesucht. Die Ehefrau des Verschollenen, Katrin Haub, sowie die gemeinsamen Kinder Viktoria und Erivan hatten erst kürzlich ihren Antrag auf Feststellung des Todes gestellt. Die Brüder des Verschollenen Christian und Georg Haub hatten ihren Antrag gemeinsam mit zwei Tengelmann-Firmen schon im Oktober 2020 gestellt. Georg Haub wiederum hatte diesen Anfang 2021 wieder zurückgezogen.

Nachdem Karl-Erivan Haub von seiner Tour am kleinen Matterhorn nicht zurückgekehrt war, hat sein jüngerer Bruder Christian die alleinige Geschäftsführung bei Tengelmann übernommen. Zwischen den Familien laufen Verhandlungen, wie die Erbschaftsteuerschuld beglichen werden kann und wie es im Konzern weiter geht. Der Anwalt für Familienunternehmen Mark Binz vertritt Christian Haub, die Familie des Verschollenen lässt sich in dieser Angelegenheit vom Münchener Anwalt Peter Gauweiler vertreten.

Für die Bemessung der Erbschaftsteuer ist der Wert des Vermögens zum Zeitpunkt des Todes maßgeblich. Mit der voraussichtlichen Todeserklärung im Mai wird auch das Finanzamt auf den Plan treten. Zuletzt stand ein Betrag von mindestens 450 Millionen Euro für das deutsche Finanzamt im Raum. Hinzu könnten weitere Zahlungen in den USA kommen.

Die jeweiligen Anwälte geben ein gemeinsames Statement ab

Am Mittwoch nun haben die Anwälte Mark Binz und Peter Gauweiler offiziell ein Statement zum Verfahren abgegeben, das darauf hindeutet, dass eine Einigung in näherer Zukunft gelingen könnte. Darin heißt es: Auch wenn die endgültige Entscheidung noch ausstehe, habe „das Amtsgericht damit schon im Vorfeld allen Spekulationen der letzten Monate eine klare Absage erteilt.“ Und weiter: „Die Familie kann damit endlich ihren dauerhaften Frieden finden, an dem wir zwischen den beiden von uns vertretenen Stämmen mit Hochdruck arbeiten.“

Womöglich könnte die Steuer auch mit dem Preis für den Verkauf von Firmenanteilen verrechnet werden. Zur Firmengruppe gehören neben der Immobilien-Sparte Trei der Textil-Discounter Kik und die Mehrheit der Anteile des Baumarkts Obi. Der Konzern ist auch stark im E-Commerce aktiv. Der Familienstamm von Karl-Erivan Haub hält wie Christian Haub einen Anteil von 34,3 Prozent, auf Bruder Georg Haub entfällt ein etwas kleinerer Anteil von 31,3 Prozent.

Im Oktober hatte der Anwalt von Christian Haub, Mark Binz, erklärt, den Erben Karl-Erivans stünden für ihre Anteile an Tengelmann rund 950 Millionen Euro zu. Mit Rücksicht auf die familiären Beziehungen sei Christian Haub bereit, diesen Betrag auf 1,1 Milliarden Euro aufzustocken. Neuere Angebote sind bislang nicht bekannt geworden.

Mehr: Familie will verschollenen Tengelmann-Chef nun doch für tot erklären lassen

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