Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Weinhandel Wie dieser Winzer mit Discounter-Hilfe wächst

Weinbauer Johannes Leitz liefert Riesling an Aldi Süd – und baute so den elterlichen Betrieb in wenigen Jahren zu einem der größten Deutschlands aus.
1 Kommentar
Weil er seine Weine an Aldi Süd verkaufte, besitzt Weinbauer Johannes Leitz heute eines der größten Weingüter Deutschlands. Quelle: Aldi Süd
Winzer Johannes Leitz

Weil er seine Weine an Aldi Süd verkaufte, besitzt Weinbauer Johannes Leitz heute eines der größten Weingüter Deutschlands.

(Foto: Aldi Süd)

Im Jahr 1985, als Johannes Leitz den elterlichen Betrieb übernahm, war das Weingut Leitz im Anbaugebiet Rheingau noch typisch deutsch: 2,5 Hektar groß, im europäischen Vergleich winzig, ein Großteil der Weine wurde an die angeschlossene Straußenwirtschaft verkauft. Heute umfasst der Betrieb 110 Hektar, die Straußenwirtschaft ist längst geschlossen, jährlich werden mehr als 1,5 Millionen Flaschen abgefüllt, wodurch das Weingut zu den größten in Deutschland zählt.

Und das, obwohl der Winzer keinen gelernten Verkäufer unter seinen 21 Festangestellten hat und der Anteil an Privatkunden bei lediglich 0,5 Prozent liegt. Die Basis für den Erfolg sind, neben dem Export in 35 Länder, vier Buchstaben: Aldi. „Wir sind durch Aldi hochgeklettert“, gibt der 55-jährige Leitz zu. Seit zwei Jahren verkauft er Riesling an Aldi Süd.

Bei Aldi wird insgesamt jede vierte Flasche Wein in Deutschland verkauft, Aldi Süd allein ist in Leitz‘ Verkaufsgebiet auch der größte Weinhändler. Genaue Zahlen, wie viele Flaschen Leitz an Aldi Süd liefert, wollen die Parteien nicht verraten. Als sicher gilt jährlich eine Zahl in sechsstelliger Höhe – bei einem Preis von 6,99 Euro im Regal. Für deutsche Weine im Lebensmitteleinzelhandel inklusive Discounter, wo laut Deutschem Weininstitut knapp 80 Prozent aller Weine verkauft werden, haben Verbraucher pro 0,75-l-Flasche durchschnittlich lediglich rund 2,50 Euro ausgegeben.

Leitz Winzerdasein hat sich durch die Kooperation verändert. Aber was wäre, wenn der Discounter plötzlich auf einen Verkaufspreis vor nur 5,99 drängen würde? „Bei unserer Lohn- und Kostenstruktur kann ich den Wein nicht günstiger verkaufen“, sagt Leitz. Er gibt zu, dass ihn ein Ende der Zusammenarbeit treffen würde. Daher will er auch sein Exportgeschäft weiter ausbauen. Und doch: Er sei „sehr zufrieden“ mit der Kooperation mit Aldi, lobt die Zahlungsmoral und die gute Abwicklung. „Wenn ich beispielsweise in diesem Jahr Flaschen in die USA exportiere, bekomme ich erst im nächsten Jahr Geld.“

Auf Aldi-Seite spricht Patrick Donath, zuständig für den Weineinkauf, von einer langfristigen Partnerschaft, die „auch in schwierigen Zeiten funktionieren muss“. Denn bei Aldi spielen Weine, speziell aus Deutschland, eine große Rolle. So ist diese Abhängigkeit auch nicht einseitig. „Unsere Kunden wünschen sich mehr Regionalität“, sagt der Manager.

Leitz plant derweil, das Riesling-Geschäft mit Aldi auszubauen, eventuell einen Winzersekt mit Deutschlands Weißwein-Rebsorte Nummer eins anzubieten. Zudem verkauft Aldi in einigen Geschäften Leitz-Rosé für 4,99 Euro. „Der Rosé hat noch Potenzial“, meint er. „Die Vertragswinzer, die mir die Trauben liefern können, stehen schon bereit.“

Mehr: So werden Deutschlands Supermarkt-Weine produziert.

Handelsblatt Zukunft Mittelstand Newsletter
Startseite

Mehr zu: Weinhandel - Wie dieser Winzer mit Discounter-Hilfe wächst

1 Kommentar zu "Weinhandel: Wie dieser Winzer mit Discounter-Hilfe wächst"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es heisst Strausswirtschaft - Strausse(n) werden da nicht bedient.

Serviceangebote