Wohnmobile Caravan-Hersteller Hymer wird an US-Rivalen Thor verkauft

Thor kauft den schwäbischen Wohnmobilhersteller. Der Deal soll rund 2,1 Milliarden Euro schwer sein und die Schwaben bei der Expansion stützen.
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Hymer: Caravan-Hersteller wird an US-Rivalen Thor verkauft Quelle: dpa
Wohnmobil von Hymer

Hymer rechnete im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 2,5 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)

MünchenDer schwäbische Wohnmobilhersteller Hymer wird an den US-Rivalen Thor Industries verkauft. Die Amerikaner zahlen rund 2,1 Milliarden Euro für die Erwin Hymer Group (EHG), wie Thor am Dienstag mitteilte. Davon bekommt die Eigentümerfamilie knapp 200 Millionen Euro in Form von Thor-Aktien.

Zu dem Konzern aus Bad Waldsee in Baden-Württemberg gehören auch die Marken Bürstner und Dethleffs. „Wir schaffen einen weltweiten Marktführer“, sagte Thor-Vorstandschef Robert Martin der Nachrichtenagentur Reuters. „Hymer ist eine Gelegenheit, wie man sie einmal im Leben bekommt. Das ist der stärkste Hersteller in ganz Europa.“

Thor werde die Tradition von Hymer wahren, sagte Martin. Die Familie hatte eigentlich nur einen Minderheitsaktionär gesucht, um die Expansion in die USA zu finanzieren, sich aber später mit einem Verkauf der Mehrheit abgefunden. Ein geplanter Börsengang wurde verworfen. Reuters hatte am Freitag berichtet, dass sich Thor im Ringen um Hymer gegen den Finanzinvestor Centerbridge durchgesetzt hat. Experten hatten damit gerechnet, dass Hymer bei einem Börsengang mit 2,5 bis drei Milliarden Euro bewertet werden könnte.

Aus Thor und Hymer entstehe der weltgrößte Hersteller von Freizeitfahrzeugen, erklärte der neue Eigentümer. Die Amerikaner schaffen mit der Übernahme den Sprung nach Europa. Hymer-Chef Martin Brandt, der im Amt bleiben soll, erhofft sich von Thor Unterstützung bei dem Plan, stärker auf dem nordamerikanischen Markt Fuß zu fassen.

Thor-Chef Martin schloss im Gespräch mit Reuters Stellenstreichungen oder die Schließung von Werken aus. Synergien ließen sich etwa im Einkauf von Teilen erreichen. „Wir suchen nach Wegen, das Geschäft auszubauen und dafür zu sorgen, dass die Belegschaft zufrieden bleibt“, sagte Martin.

Hymer rechnete für das Geschäftsjahr 2017/18 (Ende August) mit einem Umsatz von 2,5 Milliarden Euro und 62.000 verkauften Fahrzeugen. Der operative Gewinn (Ebitda) sollte 250 Millionen Euro erreichen und im laufenden Geschäftsjahr auf rund 300 Millionen steigen. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 6000 Mitarbeiter. Der Markt für Wohnwagen und Caravans wächst derzeit in Europa stark.

Das haben die Wohnwagen-Neuheiten zu bieten
„Coco“ von Dethleffs – von außen
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Der Allgäuer Hersteller Dethleffs, Pionier des Caravan-Baus, hat seinen im Vorjahr noch als Studie gezeigten „Coco“ mittlerweile in die Serie umgesetzt. „Coco“ fällt besonders von außen auf: Erst recht, wenn im Stand das um die Heckpartie herumgezogene Sonnensegel angebracht ist und die Eigenentwicklung eine Terrasse von 25 Quadratmetern mit einem schattenspendenden Dach entstehen lässt.

„Coco“ von Dethleffs – von innen
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Der dank neuer Materialien nur noch 733 Kilogramm schwere Wohnanhänger ist auch im Innenraum völlig anders. Designt in einem luftigen Loft-Stil mit hellem und freundlichem Interieur. Zu haben ist der vielfach prämierte Ultraleicht-Wohnwagen zu Preisen ab 18.799 Euro.

„Coco“ von Dethleffs – Bettumbau
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In dem 4,60 langen und 2,20 Meter breiten Aufbau gibt es jedoch keine fest installierten Betten im „Coco“. Eine wohnliche, großzügige Heck-Lounge lässt sich mittels eines Truhenauszugs und Seitenpolstern allerdings schnell in eine Liege von 2 x 1,55 Metern umbauen.

Adria Adora 673 PK – von außen
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Nicht ganz so extrem, aber ebenfalls ungewöhnlich präsentiert sich der neue Adria Adora 673 PK. Die Slowenen, die im vergangenen Jahr von der Trigano-Gruppe übernommen wurden und den französischen Konzern damit noch vor der Erwin-Hymer-Gruppe zur neuen Nummer eins in Europa gemacht haben, wenden sich dabei gezielt an Familien, die mit ihren Teenager-Kindern in Urlaub fahren. Denn: Dieser Caravan hat zwei Türen und zwei getrennte Eingänge zum vorderen und hinteren Bereich des 6,75 Meter langen Aufbaus.

Adria Adora 673 PK – von innen
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Nicht ganz so extrem, aber ebenfalls ungewöhnlich präsentiert sich der neue Adria Adora 673 PK. Die Slowenen, die im vergangenen Jahr von der Trigano-Gruppe übernommen wurden und den französischen Konzern damit noch vor der Erwin-Hymer-Gruppe zur neuen Nummer eins in Europa gemacht haben, wenden sich dabei gezielt an Familien, die mit ihren Teenager-Kindern in Urlaub fahren. Denn: Dieser Caravan hat zwei Türen und zwei getrennte Eingänge zum vorderen und hinteren Bereich des 6,75 Meter langen Aufbaus.

Bürstner Averso Nordic – von außen
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Dem auch hierzulande spürbaren Trend zu mehr Wintercamping will Bürstner mit dem 2,50 Meter breiten Averso-Nordic-Caravan gerecht werden, der in Skandinavien bereits erfolgreich eingeführt ist. Nun wird er auch hier in zwei Variationen zu haben sein: als 580 TS mit französischem Doppelbett für 27.390 Euro und als 700 TS ab 30.990 Euro.

Bürstner Averso Nordic – von innen
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Eine starke Heizungsanlage mit zwei Gebläsen, ein Doppelboden unterm Bett und ein separater, beheizter Trocknungsschrank gehören ebenso zur Serienausstattung des Bürstner Averso Nordic wie die breitere 70-cm-Eingangstür. Mit einem optionalen Winterpaket (ca. 3.000 Euro), das eine Warmwasser-Raum- und Fußbodenheizung und ein innen verlegtes Abwassersystem enthält, soll es auch bei kalten Außentemperaturen innen komfortabel und gemütlich zugehen.

  • rtr
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  • Ich leide...

    Als europäischer Marktführer mit natürlichem eigenen Marktordnungsanspruch für schnöden Mammon von Übersee verscherbelt.

    Mir blutet das Herz, wie unverantwortlich mit dem von Vorgänger-Generationen aufgebauten Status-Quo umgegangen wird. Dies gilt für die politischen Akteure und eben hier die purem Eigennutz fröhnenden Verkaufstreibern.

  • Die Firma schnell zu Geld zu machen. Gierig auf die Milliarden. Das war der Grund. Kein Interesse an dem Unternehmen Hymer.

    Der alte Hymer verstorben, ein paar Monate ungeduldigen Wartens (die Pietät muss nach Außen gewahrt bleiben) um danach endlich zu verscherbeln. Der Alte hätte sich im Grabe umgedreht. Dafür hat er nicht sein Leben lang gearbeitet.

    Nun kann endlich der undankbare Nachwuchs seine Partys feiern und das Leben genießen, dass andere aufgebaut haben.
    Selbst die eigene Familie kann dir in den Rücken fallen.

    Trotzdem, die Gerechtigkeit kommt immer ganz zum Schluss. Nach dem Ableben.

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