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Yofix-Gründer Ronen Lavee Wie ein Gründer aus Israel eine milchfreie Joghurt-Alternative erfand

Das Start-up Yofix produziert Joghurt aus Hafer, Linsen, Sonnenblumenkernen, Sesam und Kokosnuss. Lebensmittelriese Pepsico ist interessiert.
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Yofix: Gründer aus Israel erfand milchfreie Joghurt-Alternative Quelle: Yofix
Ronen Lavee

Der Gründer von Yofix entwickelt milchfreie Joghurtalternativen.

(Foto: Yofix)

Tel AvivDie drei Joghurtbecher stehen wie begehrte Trophäen auf dem länglichen Tisch des Sitzungszimmers des israelischen Start-ups Yofix. Denn es handle sich um eine Innovation, erklärt Ronen Lavee, die Joghurt als milchfreie Speise herstellt.

Es sehe zwar aus wie Joghurt und schmecke wie Joghurt, aber in den Behältern seien keine Milchprodukte, sondern ein veganes Nachahmererzeugnis, erklärt Steve Grun, der das Start-up managt. Es werde aus Hafer, Linsen, Sonnenblumenkernen, Sesamkernen und Kokosnuss hergestellt.

Die Idee zum Milchverzicht hatte Yofix-Gründer Lavee, der schon in seiner Jugend an Laktoseintoleranz litt. Nach dem Verzehr von Milchprodukten plagten ihn Bauchschmerzen und Durchfall. Erst in Asien, wo er acht Jahre lang für israelische Hightech-Firmen arbeitete, entdeckte der studierte Ingenieur eine Lösung für sein Problem.

Da Asiaten laut Ernährungswissenschaftlern wenig bis keine Laktoseaktivität besitzen, sind im asiatischen Raum reichhaltige Angebote für jene verfügbar, die Milch nicht vertragen. „Man muss sich in Asien anstrengen, um auf einer Speisekarte Milchprodukte zu finden“, resümiert Lavee.

Zurück in der Heimat, holten Lavee seine alten Probleme ein. In Israel, sagt er, sei damals „fast alles“ auf Milchbasis hergestellt worden. Die Auswahl an laktosefreien Produkten war nicht nur bescheiden, sondern er empfand sie auch geschmacklich als unbefriedigend. Also suchte Lavee nach Alternativen. Lavees Küche mutierte zum Labor, und er gründete Yofix.

Das Start-up reiht sich damit in die zunehmende Zahl israelischer Firmen ein, die auf den Gesundheitstrend setzen – vom Fleisch aus dem Labor bis hin zum Superzucker. Vorerst wird der alternative Joghurt zwar bloß in Israel vermarktet. Aber das Start-up sei in Verhandlungen mit westeuropäischen Verteilern, auch in Deutschland.

Lavee experimentierte zunächst mit Soja, „weil das am leichtesten ist“. Doch das Resultat schien ihm zu „fantasielos“. Sein Joghurt sollte nicht nur laktosefrei sein, sondern auch gut schmecken und stichfest sein, damit sich ein „Joghurterlebnis“ einstelle.

Und da keine Kuhmilch verwendet werde und die Zutaten nur wenig Wasser beanspruchten, sei Yofix „ökologisch unbedenklich“. Die Vorteile sehen offenbar auch die Foodscouts von Pepsico, die Yofix neulich einen Scheck in Höhe von 100 000 Euro übergeben haben.

Lukrativer Markt

Damit, so David Schwartz vom Pepsi-Innovationsprogramm, werde das Start-up ausgezeichnet, das Trink- und Nahrungsprodukte für die Zukunft schaffe. Und auch der Geschmack, so konnte sich der Reporter überzeugen, stimmt.

Auf die Idee, Joghurt ohne Milch herzustellen, wäre er nie gekommen, hätte er sich zum Nahrungsmittelingenieur ausbilden lassen, schmunzelt der 55-Jährige. Im Studium hätte man ihn nämlich davon überzeugt, dass sich seine Idee nicht umsetzen lasse. Jetzt aber denke er schon über Eiscreme, Streichkäse, Kaffeesahne oder Hüttenkäse nach – natürlich ohne Milch.

Das potenzielle Marktvolumen in Deutschland schätzt er auf 70 bis 100 Millionen Euro – wenn die Produkte denn einmal im Ausland erhältlich sind.

Additive verwende seine Firma nicht, das ist dem Gründer wichtig. Auch keine Stabilisatoren. Und das Produkt werde wie richtiger Joghurt fermentiert. Er spricht auch von „probiotischen Kulturen“ und „prebiotischen Ballaststoffen“. Schließlich soll das Erzeugnis dem historischen, vom Balkan stammenden Vorbild wirklich gleichkommen.

Mehr: Der französisch-israelische Gründer Didier Toubia produziert Fleisch, ohne Tiere zu schlachten. Lesen Sie hier, wieso auch deutsche Firmen sich für die Technologie interessieren.

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