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Zukunft der Mobilität VW übernimmt die Digitalagentur Diconium komplett

Die Stuttgarter Firma gilt als eine der führenden Experten für die Vernetzung von Fahrzeugen. Volkswagen hat sich nun 100 Prozent gesichert.
10.01.2020 - 10:20 Uhr Kommentieren
Der Druck, Geschäftsmodelle fürs digitale Zeitalter fit zu machen, ist in den Autokonzernen allgegenwärtig. Quelle: Volkswagen
Volkswagen-Elektroauto ID.3

Der Druck, Geschäftsmodelle fürs digitale Zeitalter fit zu machen, ist in den Autokonzernen allgegenwärtig.

(Foto: Volkswagen)

Bonn Die Autobranche ist mitten auf dem Weg zur digitalen Mobilität: Volkswagen übernimmt dabei die verbleibenden Anteile der Digitalagentur Diconium, die der Stuttgarter Wirtschaftsingenieur Andreas Schwend gegründet hat. Der Mittelständler ist Experte für vernetztes Fahren.

Diconium zählt mit über 1000 Mitarbeitern weltweit zu den zehn größten deutschen Digitalagenturen, in einer Rangliste aus dem Jahr 2017 kam das Unternehmen auf Platz sieben. Über den vereinbarten Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Bereits Ende 2018 hatte sich VW bei Diconium mit 49 Prozent beteiligt und sich für den Rest ein Vorkaufsrecht gesichert. Zum Kaufpreis äußerten sich beide Seiten nicht.

Schwend bringt reichlich Auto-Knowhow mit. Zusammen mit seinem Co-Gründer Daniel Rebhorn hat der Schwabe bereits für Mercedes mit Cinteo eine eigene Digitalfirma mit 100 Mitarbeitern aufgebaut, die 2017 von dem Autobauer übernommen wurde.

Der Druck, Geschäftsmodelle fürs digitale Zeitalter fit zu machen, ist in den Autokonzernen allgegenwärtig. Ohne externe Hilfe gelingt die digitale Transformation allerdings nur schwer. Den meisten Unternehmen fehlen schlecht die Fähigkeiten und Erfahrungswerte, weswegen immer mehr Konzerne ihre Dienstleister in ihre Wertschöpfung integrieren.

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    Diconium ist neben dem schwedischen Telematikspezialisten Wirelesscar und dem US-Softwarekonzern Microsoft der dritte Technologiepartner, mit deren Hilfe Volkswagen das weltweit größte automobile Ökosystem schaffen will.

    Mit dem vollständigen Erwerb erhofft sich der Autobauer schon 2025 zusätzliche Umsätze von etwa einer Milliarde Euro. Ab 2020 sollen jährlich mehr als fünf Millionen Autos der Marke VW vollvernetzt auf den Markt kommen. „Das ausgewiesene Expertenwissen, die Erfahrung und digitale Kultur unserer Kollegen von Diconium werden uns hier deutlich voranbringen“, sagt Christian Senger, Volkswagen Markenvorstand für Digital Car & Services und CEO der Car.Software-Organisation.

    Gründer Andreas Schwend erklärt die künftige Rolle als hundertprozentige VW-Tochter so: „Unter dem Dach der Car.Software-Organisation entwickeln unsere Experten eine globale Online-Vertriebsplattform, über die Kunden der Konzernmarken künftig digitale Dienste und On-Demand-Funktionen für ihr vernetztes Fahrzeug kaufen und verwalten können.“ Dazu zählen konkret Funktionen wie Multimedia-Streaming im Auto, automatisches Bezahlen für Tanken, Laden und Parken sowie Updates für das Fahrzeug.

    Im Gespräch betont Schwend vor allem die unternehmerische Eigenständigkeit: „Nach einem Jahr erfolgreicher Partnerschaft freuen Daniel Rebhorn und ich uns als Gründer sehr, diese einmalige Chance für unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter wahrzunehmen. Unsere Marke und DNA bleiben erhalten.“

    Digitalexpertin Anja Hendel wechselt von Porsche zu Diconium

    Im selben Schritt holt sich das Gründerduo Schwend und Rebhorn noch eine erfahrene Expertin mit Digitalisierungs-DNA in die Geschäftsführung: Anja Hendel soll das Unternehmen als Managing Director unterstützen. Eine ihrer Hauptaufgaben wird es sein, die direkte Zusammenarbeit mit dem Volkswagen-Konzern auszuweiten und diese in ihren Digitalisierungsbestrebungen zu beraten.

    Die Wirtschaftsinformatikerin blickt auf jahrelange Erfahrungen beim europäischen Pharmagroßhändler Celesio, heute McKesson Europe, und beim IT-Beratungsunternehmen Capgemini zurück. Zuletzt leitete sie die Abteilung „Innovationsmanagement und digitale Transformation Finanzen“ der Porsche AG und war als Director des „Porsche Digital Labs“ in Berlin tätig, wo sie mit Innovationen wie Künstlicher Intelligenz, Blockchain oder Mixed Reality für frischen Wind bei dem Traditionsunternehmen sorgte.

    Mit diesem Auto startet Volkswagen in die Elektro-Welt
    Weltpremiere auf der IAA
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    Der neue Elektro-Mittelklassewagen ID.3 soll die E-Mobilität im Kerngeschäft von Volkswagen verankern und Kunden im Massenpublikum erschließen. Vor dem Start der Automesse IAA stellte der Konzern die Neuentwicklung am Montagabend vor.

    (Foto: Bloomberg)
    VW-Chef spricht vom „entscheidenden Moment“
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    „Der ID.3 ist mehr als ein neues Modell. Das ist das Auto, das von uns jetzt erwartet wird“, sagte VW-Vorstandschef Herbert Diess in Frankfurt. Er sprach von einem „entscheidenden Moment“ für das Unternehmen.

    (Foto: AP)
    Erste Auslieferungen im Frühjahr
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    Die Serienfertigung des ID.3 soll im November im Werk Zwickau anlaufen, für das Frühjahr 2020 sind die ersten Auslieferungen geplant.

    (Foto: dpa)
    Basisversion für unter 30.000 Euro
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    Zwar hat die VW-Gruppe bereits einige Elektroautos im Programm – etwa den Audi e-tron oder den E-Sportwagen Porsche Taycan, dessen Produktionsstart am Montag war. Eine rein elektrische Großserie zu einem geringeren Einstiegspreis fehlte bisher aber noch. Laut VW soll die Basisversion des ID.3 weniger als 30.000 Euro kosten.

    (Foto: AFP)
    Riskante Investitionen
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    Die nötigen Investitionen sind jedoch auch mit erheblichen Risiken verbunden. Der Aufbau neuer E-Fahrzeuglinien kostet VW Milliarden, während der Konzern finanzielle Lasten aus dem Dieselskandal verdauen muss. Gleichzeitig werden in den kommenden Jahren viele Jobs vom Verbrennungsmotor zu weniger arbeitsintensiven E-Antrieben verlagert.

    (Foto: Volkswagen)
    Auftakt der Elektro-Offensive
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    Das neue Auto basiert auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB). Diese Technologie, die durch Nutzung vieler gleicher Teile auch Kosten spart, soll in den nächsten drei Jahren bei insgesamt 33 Modellanläufen verwendet werden. „Für die Marke Volkswagen ist der ID.3 der Auftakt einer großen Elektro-Offensive“, versprach Diess.

    (Foto: Volkswagen)
    Werk Zwickau wird komplett umgebaut
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    VW baut sein Zwickauer Werk komplett für die Elektromobilität um. Ab 2021 sollen dort sechs verschiedene E-Modelle für drei Konzernmarken gefertigt werden, jährlich sind bis zu 330.000 Fahrzeuge geplant.

    (Foto: Volkswagen)

    Daniel Rebhorn kommentiert den Personalzuwachs: „Wir freuen uns darauf, mit Anja Hendel gemeinsam die digitale Transformation der Automobilindustrie und damit ein für Deutschland zentrales Zukunftsthema voranzutreiben.“ Auch Andreas Schwend freut sich über die Verstärkung: „Mit Anja Hendel sind wir nun noch stärker für die Zusammenarbeit mit Neukunden aufgestellt und können künftig unser digitales Portfolio weiter ausbauen.“

    Der Wirtschaftsingenieur Schwend, Jahrgang 1968, gründete Diconium gemeinsam mit Rebhorn 1995 in Stuttgart. Kennengelernt haben sich die beiden Männer damals auf der Skipiste. Schwend war BWL-Student und Rebhorn IT-Freak. Sie freundeten sich an und gründeten gemeinsam eine Agentur, um Plattformen für den gerade aufkommenden Onlinehandel zu programmieren.

    Inzwischen ist ihre Firma ein führender Spezialist für den Aufbau digitaler Geschäftsmodelle. Diese umfassen sowohl Strategie als auch Design der User Experience (UX), Implementierung und operative Umsetzung von Geschäftsideen.

    Zu den Kernkompetenzen des Mittelständlers zählen die Entwicklung von Vertriebsplattformen für digitale Produkte und Services sowie IT-Systeme im Kundenmanagement. Zu den Kunden zählen neben VW auch andere Global Player wie zum Beispiel Kodak, Alaris oder Bosch. Die Übernahme durch VW soll im ersten Halbjahr 2020 über die Bühne gehen. Die Wettbewerbshüter müssen den Deal noch genehmigen.

    Mehr: „Zufriedenheit ist kein Zufallsprodukt“. Anja Hendel ist verliebt - in Daten, Blockchain und Künstliche Intelligenz. Seit 2017 ist es ihr Job, für frischen Wind beim Sportwagenbauer Porsche zu sorgen.

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