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Freizeitgeräte Kettcar-Hersteller Kettler ist schon wieder insolvent

Erst vor gut sieben Monaten hatte ein Investor das Unternehmen übernommen. Nun ist Kettler wieder in der Krise: Der Geschäftsführer hat die Firma verlassen.
Update: 31.07.2019 - 16:49 Uhr Kommentieren
Kettler: Kettcar-Hersteller ist schon wieder insolvent Quelle: dpa
Kettcar-Hersteller Kettler

Der Konzern wurde komplett von Lafayette übernommen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Kettcar-Hersteller Kettler steckt nur gut sieben Monate nach der Übernahme durch den Finanzinvestor Lafayette Mittelstand Capital erneut in der Krise. Für die Kettler Freizeit GmbH und die Kettler Plastics GmbH sei am Mittwoch Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt worden, teilte das Unternehmen am Mittwochnachmittag mit.

Kettler beschäftigt zurzeit noch rund 550 Mitarbeiter. Zurzeit sind Betriebsferien bei Kettler, deswegen sind nur wenige Mitarbeiter im Unternehmen. Für sie kam die Nachricht durchaus überraschend, wie aus dem Kreis der Beschäftigen verlautet.

Dass das Unternehmen nun bereits zum dritten Mal und nach so kurzer Zeit erneut einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung stellen musste, begründet Kettler damit, dass die Möglichkeiten im vorherigen Verfahren nicht hinreichend genutzt worden seien und nicht alle Aufgaben in der Kürze der Zeit ausreichend erledigt werden konnten, um Kettler zukunftsfähig aufzustellen. „Die aktuelle Unternehmenssituation macht diesen Schritt daher erneut erforderlich.“

Die Gesellschafterin habe sich stark engagiert. Ziel sei es, Kettler nun nachhaltig zu sanieren. Lafayette und die Geschäftsführung von Kettler seien weiter vom großen Potenzial des Unternehmens überzeugt. Aus mehreren Quellen aus dem Umfeld des Unternehmens ist indessen bekannt geworden, dass der bisherige Geschäftsführer Olaf Bierhoff das Unternehmen inzwischen verlassen hat. In der Mitteilung ist daher nur von einem Geschäftsführer die Rede, kein Name wird genannt.

Im Handelsregister ist der Chefwechsel allerdings noch nicht eingetragen. Als Sachwalter ist nach Aussagen des Unternehmens Georg Kreplin verpflichtet worden.

Seit 2015 befand sich das Unternehmen in unruhigen Zeiten. Damals meldete das von Heinz Kettler gegründete Unternehmen erstmals Insolvenz in Eigenregie an – unter anderem, um einen Finanzinvestor von einem Einstieg abzuhalten. Nach dem Abbau von rund 200 Stellen und dem Verkauf der Fahrradsparte gelang ein Neuanfang.

2017 sorgte dann ein tödlicher Autounfall der Firmenerbin Karin Kettler für neue Turbulenzen. Denn die Heinz-Kettler-Stiftung ist die Rechtsnachfolgerin der Tochter des Firmengründers. Es gab eine für das Unternehmen schwierige Gemengelage: Die Stiftung, die sich dem Behindertensport widmen soll, war so beschaffen, dass sie wichtige Entscheidungen bei Kettler blockieren konnte, ohne die Eigentümerin des Unternehmens zu sein. Sie besaß damals unter anderem wichtige Marken- und Lizenzrechte.

Kettler hatte bereits im Juli 2018 erneut einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Ziel war eine Neuausrichtung mithilfe eines Luxemburger Investors. Es gab viel Diskussionen zwischen Unternehmen und Stiftung, und ein inzwischen gefundener Investor sprang wieder ab, weil die Heinz-Kettler-Stiftung nicht bereit war, seine Forderungen zu erfüllen. Als im Dezember 2018 schließlich der Investor Lafayette einstieg, waren die Mitarbeiter hoffnungsfroh.

Für die Mitarbeiter ist damit jedenfalls das Gehalt für die kommenden drei Monate gesichert. Es wird vom Arbeitsamt gezahlt. Die Geschäftspartner jedoch stehen bei der Insolvenz in Eigenverwaltung hinten mit ihren Forderungen.

Mehr: Die Beteiligungsgesellschaft Lafayette übernimmt den Kettcar-Hersteller. Erst eine Neuordnung der Kettler-Stiftung ermöglichte die Rettung.

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