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Gesundheitsmanagement Gesunde Mitarbeiter sorgen für eine bessere Bilanz

Ein betriebliches Gesundheitsmanagement kann sich für Unternehmen auszahlen: Krankenstände sinken, die Zahl der Arbeitsunfälle geht zurück. Auch die Fluktuation des Personals sinkt, ebenso wie der Aufwand für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Das spart bares Geld. Doch bislang bewerten Banken diesen Faktor im Ratingprozess kaum.
  • Anke Brillen
1 Kommentar
Ein funktionierendes betriebliches Gesundheitsmanagement kann sich für Unternehmen in barer Münze auszahlen. Quelle: ap

Ein funktionierendes betriebliches Gesundheitsmanagement kann sich für Unternehmen in barer Münze auszahlen.

(Foto: ap)

WERTHER. Morgens um sieben in Bersenbrück: Ein Bus parkt auf dem Betriebsgelände der Wurst Stahlbau GmbH, mit der einladenden Aufschrift: "Eine Stunde für Deine Gesundheit." Angeheuert wurde das Fitness-Mobil von dem Unternehmen selbst, genauer gesagt dem Steuerkreis Gesundheit. Das Angebot: Während der Arbeitszeit können alle Mitarbeiter einen Gesundheitscheck machen lassen. Die Untersuchung kostet weder Geld noch Wartezeit.

Der Arzt auf Rädern ist nur eine von vielen Präventivmaßnahmen, die das mittelständische Unternehmen seiner Belegschaft anbietet. Ernährungskurse und Rückenschule stehen ebenso auf dem Plan wie die Grippeschutzimpfungen mit Pieks-Prämie. Begonnen hatte alles mit einem AOK-Programm zur Raucher-Entwöhnung. Das war im Jahr 2005. Heute ist das betriebliche Gesundheitsmanagement mit dem AOK Institut für Gesundheitsconsulting ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für die Stahlbaufirma.

"Wir haben schnell erkannt, dass wir das Unternehmen damit fit für die Zukunft machen können", sagt Geschäftsführer Thomas Wurst. Wie fit, das zeigt sich in der betrieblichen Statistik: Der Krankenstand ist gesunken, die Zahl der Arbeitsunfälle ist zurückgegangen. Das spart 50 000 Euro pro Jahr.Wichtiger als Geld ist aber: Es gibt kaum mehr Fluktuation beim Personalbestand. Dementsprechend bleibt Know-How im Unternehmen, der Aufwand für die Einarbeitung neuer Kräfte ist gering. Den Kosten für die Gesundheitsmaßnahmen von 40 000 Euro pro Jahr stehen Einsparungen von rund 170 000 Euro im gleichen Zeitraum gegenüber.

Das Rechenbeispiel zeigt: Mittelständische Unternehmen können durch betriebliches Gesundheitsmanagement ihre Kennzahlen verbessern. Der ROI (Return On Investment) für betriebliche Gesundheitsförderung wird in internationalen Studien mit dem Verhältnis 1:3 beziffert. Unternehmer Wurst kommt sogar auf einen ROI von 1:4,25. Nur auf das Kreditrating durch seine Hausbank hat das betriebswirtschaftliche Gesundheitsmanagement bisher kaum Auswirkungen, denn es wird weder abgefragt noch bewertet.

Banken bewerten nur indirekt Präventionsmaßnahmen

Die Initiative Gesundheit und Arbeit - eine Kooperation von Kassenverbänden - wollte von Banken wissen, ob betriebswirtschaftliches Gesundheitsmanagement die Kreditwürdigkeit von Unternehmen verbessert. Befragt wurden Sparkasse, Dresdner Bank, Commerzbank und M.M. Warburg. Ergebnis: Eine valide Datenbasis, um für betriebliches Gesundheitsmanagement ein eigenes Ratingkriterium zu bilden, fehlt bisher.

"Betriebliches Gesundheitsmanagement wirkt sich nicht direkt auf die Bonitätsbewertung aus", bestätigt Unternehmer Thomas Wurst. "Banken bewerten das höchstens indirekt als Pluspunkt." Und das, obwohl die Belegschaften immer älter werden.

Einen Lichtblick gibt es allerdings: In vielen Ratingfragebögen wird im qualitativen Teil nach der so genannten Zukunftsfähigkeit des Unternehmens gefragt. Firmen, die einen neuen Kredit benötigen, sind daher laut Initiative Gesundheit gut beraten, sich über ein betriebliches Gesundheitsmanagement zu informieren und die Effekte auf ihr Geschäftsergebnis zu dokumentieren.

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1 Kommentar zu "Gesundheitsmanagement: Gesunde Mitarbeiter sorgen für eine bessere Bilanz"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Na dann "RAN AN DiE bULETTEN!"

    So etwas können sich nur Firmen leisten keinen direkten Kundenverkehr haben. Sobald auch nur ansatzweise so etwas herrscht wie das Klima bei einem Einzelhandelsladen oder einer Filiale einer bank kann man das in die Tonne klopfen. Da kann das AOK-Mobil entweder früh´s um 5 Uhr antanzen, oder abends FRÜHESTENS 20:30 Uhr...
    blöd ist jetzt nur noch, dass ausgerechnet in solchen branchen die wohl größten Krankheitszahlen herrschen...
    Stichwort Verkaufsdruck...
    Wenn eine Verkäuferin allein für alles da ist...

    Es wäre auch geschickt sich über solche Sachen Gedanken zu machen...
    Wird aber nicht gemacht da es zu viel Arbeit macht und solche vermeintlich einfachen Aufgaben durch vermeintlich jeden Deppen zu erledigen sind...