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Gründer Sven Erger Die Jahreswagen unter den E-Bikes – Wie Rebike 1 den Fahrradmarkt aufmischt

Der ehemalige Konzernmanager baut eine Plattform für gebrauchte Elektroräder auf. Die lief von Anfang an gut – nun sollen potente Investoren her.
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Der Wirtschaftsingenieur will mit einer einfachen Idee den Fahrradmarkt aufrütteln. Quelle: Rebike
Sven Erger

Der Wirtschaftsingenieur will mit einer einfachen Idee den Fahrradmarkt aufrütteln.

(Foto: Rebike)

München Sony, Nokia, Microsoft: Fast zwei Jahrzehnte lang war Sven Erger, 46, für internationale Marken tätig. Seit diesem Frühjahr ist er Unternehmer und setzt in wenigen Monaten um, was bei einem Konzern Jahre dauern würde. Im Februar war die Idee geboren, gebrauchte E-Bikes übers Internet anzubieten. Am Morgen des 28. Juni ging die Seite „Rebike 1“ ans Netz.

„Fünf Stunden später hatten wir das erste Rad verkauft“, sagt der Wirtschaftsingenieur. Mit seinem Start-up scheint der ehemalige Amateur-Radrennfahrer einen Nerv zu treffen. Die Idee ist denkbar einfach: Bei Rebike 1 gibt es hochwertige, gebrauchte E-Bikes, sozusagen die Jahreswagen unter den Elektrorädern. Die stammen von Privatleuten, die kaum auf den Velos gesessen haben, oder es sind Vorführmodelle der Hersteller.

Ein Mechaniker nimmt die Räder unter die Lupe, sobald sie im Hauptquartier in Krailling bei München eingetroffen sind. Die junge Firma gibt daher eine zweijährige Garantie auf Motor und Batterie. „Da entsteht ein Riesenmarkt, der Bedarf ist enorm“, meint Alexander Sperber, 49, Inhaber der Online-Marketingagentur United Ads und Geldgeber der ersten Stunde.

Eine halbe Million Euro haben er, Erger, und zwei weitere Radenthusiasten in Rebike 1 gesteckt. Die Gesellschafter haben große Pläne. In maximal sechs Jahren will Erger auf einen zweistelligen Millionenumsatz kommen. Um das zu stemmen, sucht er Investoren. Letztlich gehe es darum, aus Rebike 1 das Auto 1 der Elektroräder zu machen, meint Gesellschafter Sperber.

Der Wert des Berliner Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto 1 wird mit drei Milliarden Euro taxiert. Die Chancen stehen gut, frisches Kapital einzusammeln: Gerade hat Erger den ersten Platz abgeräumt beim Cashwalk, dem Start-up-Wettbewerb der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Dort hat er Kontakte mit Geldgebern geknüpft. Das Geschäft mit E-Bikes boomt.

„Die Elektroräder stehen im Mittelpunkt der Verbrauchernachfrage“, heißt es beim Handelsverband Zweirad, „und sind längst nicht mehr nur ‚Seniorenfahrräder‘.“ Viele Kunden griffen zu immer besseren Modellen, das lasse die Preise steigen. Fast jedes fünfte verkaufte Velo in Deutschland ist ein E-Bike. Im Schnitt geben die Konsumenten 2.300 Euro dafür aus.

Erger verspricht bei Rebike 1 eine Ersparnis von bis zu 50 Prozent gegenüber dem Neupreis. Die Kunden scheinen zufrieden. „Überaus freundlicher Kontakt, sehr schnelle Lieferung und ein absolutes Top-E-Bike in hervorragendem Zustand“, schreibt ein Nutzer. So äußern sich zahlreiche Konsumenten auf der Bewertungsplattform Trustedshops. Natürlich hat Erger auch Konkurrenz.

Auf Bike Exchange bieten Fachhändler junge, gebrauchte Elektroräder an. Auch bei Ebay wimmelt es von Angeboten. Speiche24.de wiederum ist ein Marktplatz für E-Bikes, der auch gebrauchte Räder anbietet. Bei Rebike 1 können zumindest die Kunden in der Nähe die Räder auch selbst anschauen. „Der Beratungsbedarf ist groß“, meint Gesellschafter Sperber. Schließlich würden sich die meisten Leute zum ersten Mal ein E-Bike anschaffen.

Weitere Kooperationen mit rund 80 Händlern werden bald starten. Dann bekommen auch die Kunden in anderen Städten die Möglichkeit zum Probefahren. Die vier Gesellschafter jedenfalls machen das regelmäßig.

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