Gründerstadt München Mit Smartphone und Lederhose

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Selbst scheinbar verrückte Ideen kriegen eine Chance
Der 28-Jährige baut in München eine Kapsel für den Hyperloop. Quelle: Alexander Demling
Bailey Curzzad

Der 28-Jährige baut in München eine Kapsel für den Hyperloop.

(Foto: Alexander Demling)

Einer von ihnen ist Bailey Curzzad. Der schmale 28-Jährige mit dem dünnen Kinnbart hebt den vorderen Teil der Hülle von der Kapsel, auf der in silbernen Lettern „Airbus Group“ steht. Der Flugzeugbauer, der im nahen Ottobrunn sein Raumfahrtzentrum betreibt, unterstütze das Projekt finanziell. In der geöffneten Kapsel sieht man außer einer bronzen-schimmernden Metallplatte nichts, in jedem Sarg reiste es sich gemütlicher. „Es ist ein Prototyp, so würde natürlich niemand darin fahren“, sagt der Raumfahrttechnik-Student.

Eine größere Version des viereinhalb Meter langen, einen Meter breiten Pods, der unter grellen Neonröhren auf einem Metallgestell liegt, soll eines Tages mit 1200 Stundenkilometern durch eine Röhre jagen. Würde das Transportsystem einmal Wirklichkeit, könnte man in Prenzlauer Berg leben und in einer halben Stunde ins Büro am Wittelsbacherplatz in München pendeln.

Spiritus Rector des Projekts ist Elon Musk, Gründer von Tesla und der Raumfahrtfirma SpaceX, mit der er Kolonisten auf den Mars schicken will. Der Milliardär lobte einen Wettbewerb aus, für den 120 Studententeams aus der ganzen Welt Konzepte einreichten. 33 qualifizierten sich für die nächste Runde, darunter das Münchner Team, als nur eines von zwei aus Europa. Im Januar 2017 sollen die blau gestreifte Kapsel aus München und ihre Konkurrenten auf einer eineinhalb Kilometer langen Teststrecke in Kalifornien um die Wette fahren.

Das Visionäre, das Experimentelle ist es, was Bailey Curzzad an dem Projekt begeistert. Nach München brachte ihn sein Masterstudium, danach will er in der Raumfahrt arbeiten. „Aber keine Raketen oder Satelliten, wie sie schon hundertfach im All waren. Eher Sonden, die an Orte fliegen, wo noch keiner war.“

Klingt fast, als habe München Berlin als Stadt der Träumer abgelöst.

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3 Kommentare zu "Gründerstadt München: Mit Smartphone und Lederhose"

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  • Naja bei den hohen Mieten in München... Als Startup nicht unwesentlich. Aber grundsätzlich befürworte ich jedes Startpunkt unternehmen! Schafft Jobs ! Industrie 4.0 bitte in Deutschland!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • München ist halt München. In Bayern würde ich je die Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen vorziehen. Hier ist das Kosten-Leistung Verhältnis noch in Ordnung. Erholung und Entspannung biete die Fränkische und Oberpfälzer Gegend überdies noch.

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