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Günther Jauch „Ich gehe die Winzerei mit Ehrgeiz an“

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Günther Jauch, das ist ein florierendes mittelständisches Unternehmen, millionenschwer. Neben dem Weingut sind Sie an weiteren Firmen beteiligt. Herzstück ist die Kölner Produktionsfirma I&U mit 100 Mitarbeitern, die auch Ihre Talkrunde bei der ARD ab Herbst 2011 produzieren wird und deren Alleingesellschafter Sie sind. Wie teilen Sie Ihre Kapazitäten auf die verschiedenen Engagements auf?

Ein Teil geht über Verdichtung. Entscheidend ist aber, dass meine Frau sehr aktiv auf dem Weingut mitarbeitet und das auch besser kann als ich. Sie weiß über Wein zum Beispiel schon deutlich mehr als ich. Darüber bin ich heilfroh. Ich hätte das Gut nicht übernehmen können, wenn ich das allein hätte machen müssen.

In der Regel will ein Unternehmen auch Geld verdienen. Möchten Sie das mit dem Weingut?

Sagen wir es so: Wenn ich Geld verdienen möchte, sollte ich in dem Bereich bleiben, von dem ich etwas verstehe: dem Fernsehen. Es geht also bei dem Weingut nicht um eine hohe Rendite. Ich habe aber den Ehrgeiz, das Gut nach vorne zu bringen. Das ist auch deshalb nicht leicht, weil wir eine der extremsten Steillagen Europas bewirtschaften. Das geht ausschließlich mit aufwendiger Handarbeit. Das ist bis zu zehnmal teurer, als wenn sie da Maschinen durchrattern lassen. Aber die Lese von Hand schmecken Sie am Ende im Glas. Und hier werden zum Teil Weine gemacht, die es weltweit nirgendwo sonst gibt. Das ist aufwendig, aber macht eben auch Freude.

Das Team um Verwalter Swen Klinger und Kellermeister Andreas Barth haben Sie komplett übernommen.

Darüber bin ich auch sehr froh. Zusammen mit vier weiteren Mitarbeitern stellt sich jetzt die Frage, ob wir mit dieser Mannschaft die richtige Betriebsgröße haben. Sind es die zehneinhalb Hektar, die es im Moment sind? Sind es drei, vier Hektar weniger? Oder sind es vier, fünf Hektar mehr? Im 19. Jahrhundert war der Betrieb größer als heute. Man kann die Flächen noch genau bezeichnen, die in andere Hände übergingen.

Wie viel Zeit werden Sie pro Jahr auf dem Gut verbringen?

Zurzeit sind wir im Zweiwochenabstand einige Tage hier. Das muss sich alles noch einspielen und ist auch von der Jahreszeit abhängig.

Werden Sie von Mitte Oktober an bei der ersten Lese dabei sein, bei der Sie die Verantwortung tragen?

Ja, klar. Das ist die wichtigste Zeit.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Wein? Ihre Frau hat Sie in dieser Hinsicht als "blutigen Anfänger" bezeichnet...

Das ist auch richtig. Ich trinke zwar gerne Wein, bin aber erst relativ spät dazu gekommen, mit 40 ungefähr. Mich zum Weinkenner zu erklären, wäre Hochstapelei. Ich bin einer, der sich da langsam herantastet und zum Beispiel mit Hilfe von Blindverkostungen versucht, sich zurechtzufinden. Das fällt mir noch schwer.

Warum ist Wein Ihnen wichtig?

Ich finde es faszinierend, da einzutauchen. Die Leute, die mit Wein zu tun haben, haben eine Lebensart, die mir gut gefällt. Die sind fröhlich, gelassen und großzügig. Dieses Lebensgefühl, das speziell hier in der Region vermittelt wird, finde ich sehr schön.

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