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Günther Jauch „Ich gehe die Winzerei mit Ehrgeiz an“

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Was macht einen guten Wein aus?

Dass er einem in der Situation, in der man gerade ist, richtig gut tut und den Tag schön abrundet. Das ist eine Welt, in der Sie ständig neue Türen aufmachen, und hinter jeder Tür sind noch mal drei neue. Das ist interessant, und es macht Spaß, das zu entdecken.

Haben Sie einen Lieblingswein?

Ich habe mich auf Riesling festgelegt. Das ist im Weißweinbereich die Traube schlechthin. Ich trinke auch Rotwein. Es gibt mittlerweile tolle deutsche Spätburgunder. Ich freue mich über diese Renaissance. Vor 20 Jahren wurde jeder unter 50, der einen deutschen Wein bestellte, komisch angeschaut. Da hat sich viel geändert.

Gibt es für Sie ein Vorbild unter den Winzern?

So weit bin ich noch nicht. Ich sehe aber, dass ein Mann wie Egon Müller auch international eine Ausnahmestellung hat. Die Weine der Familie Zilliken sind auch ganz hervorragend. Mein Nachbar Roman Niewodniczanski hat mit dem Gut Van Volxem richtig was auf die Beine gestellt. Er hat als Seiteneinsteiger gezeigt, was man mit Ehrgeiz, Fleiß und gutem Marketing schaffen kann. Auch Frau Dr. Kegel ist eine erfolgreiche Quereinsteigerin. Sie war Anästhesieärztin in einem Kölner Krankenhaus. Etwa in meinem jetzigen Alter hat sie Von Othegraven in einer schwierigen Zeit übernommen. Und sie hat es zu einem Top-Weingut gemacht.

Gehen auch Sie die Sache ambitioniert an? Oder ist das eher Freizeit und Hobby?

Ich gehe das schon mit Ehrgeiz an. Als Hobbywinzer und lediglich lustiger Teilzeit-Landlord würden Sie hier schnell scheitern. Vor hundert Jahren gehörten die Weine unserer Familie übrigens zu den teuersten der Welt - zum Teil dreimal teurer als die wertvollsten Tropfen aus dem Bordeaux.

Die Winzerei kann ja auch ein Ausgleich sein. Reizt diese Seite Sie?

Das ist keine Therapie, mit der ich mein mediales Burnout-Syndrom bekämpfen müsste. Ein Weingut ist aber schöner, als wenn ich eine Knopffabrik am Leben erhalten würde.

Sie gelten als der Preuße unter den Moderatoren. Ihr Freund Thomas Gottschalk hat einmal gesagt, er gebe sich alle Mühe, Ihnen beizubringen, das Leben zu genießen, aber leicht sei das nicht. Ändert sich das nun?

Er ist inzwischen mit mir zufriedener geworden und sagt, ich sei auf einem guten Weg.

Für Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sind Winzer auch Künstler.

Wein ist ein Kulturgut. Es ist faszinierend, was Sie an Kunstfertigkeit brauchen, um das richtig gut zu machen, und wie Sie Leute mit dem verzücken können, was am Ende aus der Flasche kommt. Das ist schon eine hohe Kunst. Was ich hier versuche, ist, das Weingut nicht nur zu erhalten, sondern auch vernünftig zu bewirtschaften. Das ist eine Mischung aus Kunststück und Abenteuer. Zwischen Aufstieg und Scheitern ist da viel möglich.

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