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Günther Jauch „Ich gehe die Winzerei mit Ehrgeiz an“

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Sie sind der Liebling der Deutschen. Bei einer Direktwahl des Bundespräsidenten hätten Sie gute Chancen. Günther Jauch ist eine Marke. Was bedeutet das für Ihr neues Projekt?

Weine werden meistens nach den Winzern benannt. Das Weingut heißt aber schon seit fast 100 Jahren Von Othegraven. Ich habe mich entschlossen, das so zu lassen. Das erinnert mich an meine Patentante, die eine von Othegraven war, ebenso an meine Großmutter und meinen Großonkel. Auf der Rückseite der Flaschen findet sich im Kleingedruckten ein Hinweis, dass ich das jetzt in der siebten Generation mache. Vielleicht gibt es am Anfang einen kleinen Neugiereffekt, wie denn "der Wein vom Jauch" schmeckt. Wenn er dann nichts taugt, hilft der Name auch nichts. Der Erfolg steht und fällt mit der Qualität des Produkts.

Im Fernsehen sind Sie seit Jahren die Nummer eins, wollen Sie das jetzt auch als Winzer werden?

Daran denke ich überhaupt nicht. Ich wäre froh, wenn die Leute sagen: Hier wird ein richtig guter Wein gemacht. Das ist für mich das Wichtigste. Das Zweitwichtigste ist, dass deshalb der Betrieb funktioniert und er, drittens, darum irgendwann auch wieder ganz unabhängig von meiner Person gesehen werden kann.

Mit wem messen Sie sich?

Wir gehören ausweislich zu den 200 Spitzenweingütern in Deutschland. Das ist die höchste Liga, und da würde ich gerne gut mitspielen. Ich möchte den Ruf erhalten, den das Weingut bei Kennern hat und freue mich natürlich, wenn immer mehr sagen: Der Wein ist großartig - schade, dass ich nicht früher auf ihn aufmerksam wurde. Ich hatte trotzdem am Anfang ein wenig die Sorge, dass womöglich der Eindruck entsteht: Jetzt möchte der sich noch mit einem Weingut wichtig machen. Aber ohne den familiären Hintergrund wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen. Noch bin ich kein Winzer, weil ich mich mit der Sache noch nicht so gut auskenne. Aber ich habe das Glück, dass wir trotzdem schon ein gutes Produkt haben.

Luxus ist Ihnen nach eigener Aussage nicht fremd, aber Sie sagen, Sie seien auch bei Lidl oder Rewe anzutreffen. Hat das auch Auswirkungen auf den Vertriebsweg Ihres Weins?

Das glaube ich nicht. Unseren Wein gibt es in ausgewählten Hotels und Restaurants. Wir arbeiten auch mit Handelspartnern zusammen. Was ich zum 1. Juli neu eingeführt habe, ist ein Online-Shop, damit jeder den Wein schnell und unbürokratisch bestellen kann. Da haben manche bei so einem edlen Produkt Vorbehalte. Ich habe mich aber sehr schnell durchgesetzt. Das läuft gut, war genau die richtige Entscheidung. Da können Sie auch mal ein Probierpaket zum günstigen Preis anbieten. Wenn es den Leuten zusagt, können sie tiefer einsteigen und auch Spezialitäten ordern.

Wollen Sie die Hürde mit solchen Angeboten bewusst heruntersetzen?

Richtig. Wir werden aber nie als Massenhersteller den Weg in die Discounter finden. Das schließe ich aus. Das wollen wir nicht, und dazu sind wir mit einer Jahresproduktion von 50 000 bis 60 000 Flaschen auch zu klein.

In Ihrer Firma I&U sind Sie seit Jahren der Älteste. Vor gut einem Jahr haben Sie gesagt: "Es wird weniger werden mit mir im Fernsehen." Und: "Was ich gemacht habe, ist nichts Bleibendes." Ändert sich das mit der Übernahme des Weinguts?

Vielleicht schon, denn unsere Weine gelten als extrem lagerfähig, zum Teil bis 2100. Die werden mich also überleben. Und dann kommt vielleicht die 8. Generation und hat Freude an so einer Arbeit. Nach über 200 Jahren in der Familie übernimmt man so etwas nicht, um damit über die nächsten zwei Jahre zu kommen. Das ist in der Tradition der Familie auf Langfristigkeit angelegt.

Ist das etwas für das Leben jenseits des Fernsehens?

Das könnte sein. Aber machen Sie sich nicht zu frühe Hoffnungen: Fernsehen wird noch länger mein beruflicher Mittelpunkt bleiben. Und mit einer Flasche von Othegraven lassen sich selbst meine Sendungen leichter ertragen...

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