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Halbjahresbilanz Zum Abschied hoher Verlust – Verkauf von Metro-Anteilen soll die Wende einleiten

Haniel plant, seine Metro-Anteile zu verkaufen. Die Halbjahreszahlen offenbaren, wie wichtig dieser Schritt für den Familienkonzern ist.
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Haniel: Verkauf von Metro-Anteilen soll die Wende einleiten Quelle: dpa
Haniel

Der Mischkonzerns Haniel will seine Metro-Anteile loswerden.

(Foto: dpa)

Die schlechte Nachricht vorweg: Auch für das Gesamtjahr wird es beim Familienkonzern Haniel kein positives Ergebnis geben. Haniel teilte mit, dass das Beteiligungsergebnis aufgrund der Wertberichtigungen auf die Finanzbeteiligungen an Ceconomy und Metro erheblich unter dem Vorjahreswert liegen werden.

„Daher wird das Konzernergebnis vor und nach Steuern für das gesamte Geschäftsjahr 2018 negativ ausfallen.“ Der Verkauf der Metro-Anteile an die Investmentgruppe EP Global Commerce soll den Befreiungsschlag bringen – auch wenn mit dem Verkauf der Metro-Anteile eine Ära zu Ende gehen wird.

Mehr als 50 Jahre waren die Haniels an der Metro beteiligt. Am Donnerstag nun hatte der Aufsichtsrat getagt und dem Verkauf zugestimmt. EP Global Commerce gehört den beiden tschechischen Unternehmern Daniel Křetínský (53 Prozent) und Patrik Tkáč (47 Prozent).

Seit Jahren hatte Vorstandschef Stephan Gemkow die Anteile an dem Handelskonzern Metro verringert, vor zwei Jahren dann – noch vor der Aufspaltung in Metro und das Elektronikunternehmen Ceconomy – zu einer Finanzbeteiligung heruntergestuft. Das aktiv gemanagte Portfolio von Haniel ist seitdem so aufgeteilt, dass der 1756 gegründete Familienkonzern lieber die Mehrheit an mittelständischen Unternehmen hält als eine Minderheit an Großkonzernen wie der Metro. Die Streuung des Risikos hat oberste Priorität. Auch die Ratingagentur Scope schreibt in einer aktuellen Analyse vom Freitag, dass sie den stabilen Ausblick und das Rating BBB- beibehalten will. Scope honoriert den geplanten Verkauf der Metro-Anteile und die weiteren Möglichkeiten, das Portfolio weiter zu diversifizieren. Haniel hat für weitere Akquisitionen rund 800 Millionen Euro zur Verfügung.

Und so ist das operative Ergebnis für das erste Halbjahr der insgesamt sechs Beteiligungsunternehmen um 16 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 auf 157 Millionen Euro gestiegen. Doch auch bei diesen Firmen sind die Unterschiede beim Ergebnisbeitrag groß.

Während der Hygiene- und Arbeitskleidungsspezialist CWS Boco mit einem Plus von 85 Prozent beim Ergebnis kräftig zulegen konnte, musste der Büromaterialversender Takkt ein deutliches Minus von 19 Prozent melden, auch der Matratzen-Bezug-Spezialist Bekaert-Deslee verzeichnet für das erste Halbjahr ein um rund ein Drittel geringeres operatives Ergebnis. Das US-Geschäft sei nicht wie erwartet gelaufen, heißt es bei Haniel. Bei Takkt schlagen die Kosten für die Digitalisierung zu Buche, heißt es im Finanzbericht.

Dennoch, so betont Gemkow, die gute operative Ergebnisentwicklung mache deutlich, dass Haniel von der erhöhten Diversifikation profitiere. „Leider haben die vorgenommenen Wertberichtigungen auf die Finanzbeteiligungen diese positive Entwicklung überschattet. Die Fortsetzung unserer Buy & Build-Strategie bleibt davon unberührt.“

Schaut man auf die Zahlen bei den Finanzbeteiligungen an Metro und Ceconomy, musste Haniel insgesamt 872 Millionen Euro auf die Beteiligungen an Metro (22,5 Prozent) und Ceconomy (25 Prozent) abschreiben. Das operative Ergebnis liegt damit bei den Finanzbeteiligungen bei minus 949 Millionen Euro.

Der Grund für dieses Ergebnis ist, dass auch Ceconomy Wertberichtigungen auf den noch verbliebenen Anteil an der Metro von zehn Prozent realisieren musste und daher auch das Ceconomy-Ergebnis geschmälert wurde.

Dennoch würden nun alle drei Ratingagenturen Haniel als Investmentgrade einstufen, meldet das Unternehmen aus Duisburg-Ruhrort. Das operative Ergebnis für das Gesamtjahr 2018 soll ebenfalls deutlich positiv und besser als das Vorjahresergebnis ausfallen, heißt es bei Haniel.

Darüber werden sich die mehr als 680 Anteilseigner der Haniel-Familie freuen, denn in der Mitteilung zu den Halbjahreszahlen steht: „Die Dividendenfähigkeit ist trotz der nicht zahlungswirksamen Wertkorrekturen unverändert gegeben.“

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