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Hall of Fame 2021 Familienunternehmen – vorausschauend, innovativ und nachhaltig

Das Handelsblatt hat zum 13. Mal herausragende Unternehmerpersönlichkeiten geehrt. Die Pioniere haben sich immer wieder neu erfunden – gerade in Krisenzeiten.
01.07.2021 - 06:00 Uhr Kommentieren
Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen, Moderatorin Judith Rakers, Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes und Vera-Carina Elter, Mitglied des Vorstands der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG (v.l.). Quelle: Uta Wagner für Handelsblatt
Hall of Fame der Familienunternehmen 2021

Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen, Moderatorin Judith Rakers, Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes und Vera-Carina Elter, Mitglied des Vorstands der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG (v.l.).

(Foto: Uta Wagner für Handelsblatt)

Düsseldorf Familienunternehmen sind bekannt für ihre Krisenresilienz, das hat sich in der Pandemie erneut bestätigt. „Der industrielle Mittelstand, vor allem die Familienunternehmen haben die deutsche Wirtschaft durch die Coronakrise getragen“, betonte Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes am Mittwochabend anlässlich der Hall of Fame der Familienunternehmen 2021. Erstmals fand die Veranstaltung Corona-bedingt digital statt.

Neben der akuten Krise stehe die Wirtschaft aber vor einer strukturellen Krise, so Matthes. Der Umbau zu einer grünen Wirtschaft schlage direkt auf den industriellen Mittelstand durch. Die Dekarbonisierung eröffne aber auch große Chancen.

Zudem habe die Pandemie wie ein Turbo für die Digitalisierung gewirkt, darauf wies Judith Rakers hin, die den Abend moderierte. Nun müssten Unternehmen dringend auch ihre Geschäftsmodelle digitalisieren, unterstrich Matthes.

Digitale Innovationen erforderten Netzwerke, Familienunternehmen müssten sich dafür noch stärker öffnen. „Nur wenn sich Mittelständler, Konzerne, Start-ups und Wissenschaft zusammentun, entstehen die wirklich großen Ideen von morgen.“

Als Vorreiter für die Ideen von morgen haben sich die neuen Mitglieder der Hall of Fame alle bewiesen. Zum 13. Mal ehrte das Handelsblatt gemeinsam mit der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG und der Stiftung Familienunternehmen herausragende Unternehmerpersönlichkeiten. In diesem Jahr wurden Bettina und Reinhold Würth, Alfred Ritter und die Brüder Arndt, Johannes und Wolfgang Kirchhoff ausgezeichnet.

Reinhold und Bettina Würth: Erfolg mit Schrauben und Kunst

Aus ihrem Kunstmuseum in Künzelsau waren Reinhold und Tochter Bettina Würth zugeschaltet. Als 19-Jähriger hatte Würth nach dem plötzlichen Tod des Vaters den Zwei-Mann-Betrieb übernommen. „Vor 60 Jahren waren wir ein klitzekleiner Schraubenhändler, ein Nobody im Markt. Dieses Jahr können wir fast 16 Milliarden Umsatz erreichen“, erzählte der Senior. Heute ist das Unternehmen führend bei Befestigungs- und Montagematerial.

Quelle: Scanner GmbH Kuenzelsau
Bettina und Reinhold Würth (r.) mit Handelsblatt Senior Editor Hans Jürgen Jakobs
(Foto: Scanner GmbH Kuenzelsau)

„Reinhold Würth hat mit dafür gesorgt, dass Schrauben die Welt zusammenhalten“, sagte Laudatorin Vera-Carina Elter, Vorstandsmitglied der KPMG. Der Erfolg von Würth gründe auf Verbindungen – nicht allein auf Schrauben, sondern genauso auf Verbindungen zu Kunden und Mitarbeitern.

Nebenher hat der Unternehmer die größte private Kunstsammlung Europas aufgebaut. „Kunst bewirkt, dass wir keine kleinkarierten Kaufleute sind, die fanatisiert nur auf die Umsatzentwicklung schauen.“ Seinen Erfolg führt er darauf zurück: „Ich war immer neugierig und habe zehn Jahre in die Zukunft geplant.“ Ihr Vater sei auch mit 86 Jahren noch täglich fürs Unternehmen unterwegs, verriet Bettina Würth. Der Vater wiederum lobte die kluge Arbeit der Tochter an der Beiratsspitze.

Alfred Ritter: Pionier für Nachhaltigkeit

Auch Schokoladen-Unternehmer Alfred Ritter war seiner Zeit oft voraus. „Entrepreneur sein, das ist keine Berufsbezeichnung. Es ist die Geisteshaltung von Menschen, die die Zukunft verändern möchten.“ Dieser Satz sei die passende Überschrift für Ritters Unternehmerleben, so Laudator Sebastian Matthes. So versuchte sich Ritter sehr früh auch an Solarthermieanlagen, Elektroautos und einer Investmentfirma für nachhaltige Geldanlagen. Die Schokoladenfabrik von 1912 – mit der quadratischen Form als Markenzeichen – baute Ritter konsequent in Richtung Nachhaltigkeit, sprich: Zukunftsfähigkeit, um.

Moderatorin Judith Rakers und Ritter-Sport-Chef Alfred Ritter, der aus dem firmeneigenen Schokoladenmuseum in Waldenbuch zugeschaltet ist.

Bei allen unternehmerischen Erfolgen verlor Ritter die gesellschaftliche Verantwortung nie aus dem Blick. Die eigene Kakao-Plantage in Nicaragua setzt weltweit Maßstäbe. Ritter verbindet dort ökologische Standards und faire Arbeitsbedingen mit Wirtschaftlichkeit.

„Wir müssen alle Produkte so machen, dass sie für Menschen und die Erde gut sind“, betonte Alfred Ritter, der aus dem firmeneigenen Schokoladenmuseum in Waldenbuch zugeschaltet war. Als Unternehmer habe ihm sein Psychologiestudium sehr genützt. „Eine Firma ist eine Gruppe von Menschen. Und wenn diese gut zusammenarbeitet, dann ist eine Firma fast unschlagbar.“

Brüder Kirchhoff: Wettbewerb und Fairness

Die Brüder Arndt, Johannes und Wolfgang Kirchhoff leiten gemeinsam den gleichnamigen Mobilitätszulieferer in Iserlohn. „Egal für welches Auto sich ein Kunde entscheidet – höchstwahrscheinlich ist ein Stoßfänger oder ein Armaturenträger von Kirchhoff mit verbaut“, sagte Laudator Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen.

Mit Nähnadeln fing das Unternehmen 1785 an. Heute gestaltet die Kirchhoff-Gruppe die Mobilitätswende hin zu alternativen Antrieben und autonomem Fahren mit.

Die Brüder Wolfgang, Arndt und Johannes Kirchhoff (v.l.) mit Handelsblatt-Redakteurin Anja Müller

Allein in den vergangenen zehn Jahren konnten die Brüder den Umsatz auf heute rund 2,1 Milliarden Euro verdreifachen. Ein Erfolgsgeheimnis: „Führungskräfte rekrutieren Kirchhoffs am liebsten aus der eigenen Belegschaft“, so Heidbreder. In der Pandemie hat sich bewährt, dass die Familie auf enge Kommunikation setzt. Der Zusammenhalt der weltweit 12.500 Mitarbeiter wurde durch Livestreams mit gemeinsamen Musizieren, Malen und Kochen weiter gestärkt, berichteten die Kirchhoffs.

Die Eltern haben ihren Söhnen folgendes auf den Weg gegeben: „Das Leben besteht aus Wettbewerb, aber auch aus Fairness.“ Das ist zugleich die Erfolgsformel des Familienunternehmens.

Die Porträts der geehrten Familienunternehmen lesen Sie hier:

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