Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Familienunternehmen Mennekes Der Stecker, an dem kein E-Auto vorbeikommt

Seite 2 von 2:
Qualität um fast jeden Preis
Original und Fälschung: Das Produkt von „Mnieknes“ sieht dem Original von Mennekes zum Täuschen ähnlich – Prozesse gegen Plagiatoren haben das Familienunternehmen bereits viel Geld gekostet. Quelle: Dirk Hoppe/Netzhaut für Handelsblatt

Original und Fälschung: Das Produkt von „Mnieknes“ sieht dem Original von Mennekes zum Täuschen ähnlich – Prozesse gegen Plagiatoren haben das Familienunternehmen bereits viel Geld gekostet.

(Foto: Dirk Hoppe/Netzhaut für Handelsblatt)

Noch macht das Geschäft mit der Elektromobilität nur rund ein Zehntel des Jahresumsatzes von etwa 120 Millionen Euro aus. Im Kerngeschäft mit Industriesteckvorrichtungen nach der sogenannten CEE-Norm sehen sich die Sauerländer selbst als Weltmarktführer.

Doch wer denkt, dass bei genormten Steckdosen keine Entwicklungsarbeit mehr nötig ist, der täuscht sich. „Die digitale Revolution zieht in alle Bereiche ein, ins Privatleben, in die Betriebe, Stichwort Industrie 4.0. Dies eröffnet Möglichkeiten, mit unserer Energie intelligenter umzugehen und sie intelligenter zu verteilen“, sagt Mennekes. „Viele Dinge, die wir bei der Elektromobilität gelernt haben, helfen uns jetzt auch im Kerngeschäft weiter. Deshalb sind wir zuversichtlich, dass wir auch zukünftig intelligente Lösungen bieten können, für die es Märkte gibt.“

Dieses gewisse Extra, die beste, intelligenteste Lösung gehört zum Markenkern des Familienunternehmens, seit es von Aloys Mennekes 1935 gegründet wurde. „Qualität war schon zu Großvaters Zeiten der Markenkern Nummer eins“, sagt Enkel Christopher. „Wir stellen nun mal Produkte her, durch die lebensgefährliche Ströme fließen.“ Diese Qualitätsstrategie ist in vielen Bereichen des Unternehmens zu spüren. So verfügt Mennekes über ein eigenes - vom Verband der Elektrotechnik zertifiziertes - Prüflabor, in der Produktion gibt es ein aufwändiges Qualitätsmanagement.

„Diese Qualität und die Kontrollen muss der Kunde auch entsprechend honorieren. Und das funktioniert ganz gut, weil unsere Produkte auch in Bereichen eingesetzt werden, in denen Sicherheit wahrscheinlich die größte Rolle spielt“, so der Geschäftsführer. „Es gibt andere Hersteller, die Marktanteile im Billig-Segment gewinnen wollen, aber das kommt für Mennekes nicht in Frage.“

Eine Möglichkeit, dieses Qualitätsdenken nach außen zu zeigen, ist einfacher als gedacht: Auf den Kartons, die die Produktion verlassen, prangt neben dem Firmenlogo unübersehbar deutlich der Schriftzug „Made in Germany“. Zwar ist das Familienunternehmen mit rund 1.000 Mitarbeitern in über 90 Ländern rund um die Welt aktiv, doch der Großteil der Stecker kommt aus einem der sieben Standorte im Sauerland – oder dem Werk in Sachsen, das Mennekes 1991 nach der Wende übernommen hat.

Die Tochtergesellschaften im Ausland sind reine Importeure, die die Waren in Kirchhundem bestellen und auf ihrem jeweiligen Markt vertreiben. Mit einer Ausnahme: Um auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen, musste Mennekes ein Joint-Venture mit einem lokalen Unternehmen eingehen und vor Ort in Nanjing produzieren.

Einen Nachteil für ein exportorientiertes Unternehmen durch den Standort im verwinkelten Sauerland sieht Mennekes jedoch nicht. „Wir kommen trotz verbesserungswürdiger Infrastruktur doch alles in allem gut zurecht“, sagt Mennekes. „Auch ernsthafte Personalprobleme haben sich bisher nicht ergeben. Für viele ist ein attraktiver Arbeitsplatz auf dem Land ein Glücksfall.“

Ein Glücksfall war auch die Entscheidung der EU, bei Elektroautos auf den Mennekes-Stecker zu setzen. Die internationale Aufmerksamkeit ist dem „Hidden Champion“ aus dem Sauerland auf jeden Fall sicher.

Das vollständige Interview mit Christopher Mennekes finden Sie als Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Handelsblatt Zukunft Mittelstand Newsletter
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Familienunternehmen Mennekes - Der Stecker, an dem kein E-Auto vorbeikommt

3 Kommentare zu "Familienunternehmen Mennekes: Der Stecker, an dem kein E-Auto vorbeikommt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Und schon stehen wieder die Halbwahrheiten in den Kommentaren. Das ist so schade, insbesondere weil diese Kommentatoren mit Elektroautos vermutlich überhaupt keine Erfahrungen sammeln konnten.

    Akkus halten nach vielen gesammelten Jahren bis zu 200.000 km pro Akkusatz und schon heute kostet ein neuer Akku rund 5.000 EUR, in 8-10 Jahren dann vermutlich 1.000 EUR. Das zahlt heute mancher schon für eine Inspektion.

    Für ein Regionalfahrzeug ist ein E-Auto schon heute erste Wahl - sagt nahezu jeder, der es mal eine Woche gefahren hat.

    Ansonsten empfehle ich einen Blick in die Faktensammlung unter http://e-auto.tv/e-fakten , auch aus Sicht Well-to-wheel-Berechnung (Stichwort Umweltverschmutzung u.a.).

  • hmmm, eigentlich müssen sie nach 150 km für 8 Stunden an das Netz. Es sei denn, man nutzt auch noch die Heizung / Klimaanlage oder fährt schneller als 120 km/h

    Dann sind es nur noch ca. 70 km Reichweite.

    Man sieht, E-Autos sind die Zukunft.

    Ein Golf kostet dann ca. 40- 60.000 Euro und alle 2-3 Jahre für ca. 10.000 € eine neue Batterie (Akku). Wer wirklich die Umwelt verschmutzen will, MUSS so ein Auto fahren. Denn bei der Produktion der Akkus / Wiederaufbereitung und bei der Gewinnung der "Seltene Erden" (braucht man für die E-Motore und Akkus, fallen extrem giftige Abfälle an.

  • Juhuu! Wir ham nen neuen Stecker! Die Elektrokutschen sind zwar weiterhin viel zu teuer und müssen schon nach ca. 200 km aufgeladen werden, aber egal. Über die Ladedauer fange ich erst gar nicht an zu reden
    Baut mir ne Droschke mit ner Reichweite von 700 km, 100 kw/h, max. 35.000,- € und ich fange an mich für die grüne Elektropropaganda zu interessieren.

Serviceangebote