Ikea-Kooperation Der Elch wird zum Hoffnungsträger für Elk

Seit mehr als 30 Jahren produziert der Fertigbau-Marktführer Elk in dem niederösterreichischen Provinz-Städtchen Schrems Fertighäuser. Das Familienunternehmen profitiert von der Kooperation mit Ikea: Die Schweden wollen jährlich bis zu 400 Fertighäuser absetzen.
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Das Ikea-Haus: Ein Prototyp steht auf dem Gelände der Deutschland-Zentrale der Schweden in Hofheim/Taunus. Quelle: picture alliance / dpa

Das Ikea-Haus: Ein Prototyp steht auf dem Gelände der Deutschland-Zentrale der Schweden in Hofheim/Taunus.

WIEN. Manchmal gibt es sie noch, die sprichwörtlichen Geschenke des Himmels. Erich Weichselbaum kannte aber bisher nur die Auf- und Ab-Bewegung in der Fertighaus-Branche. Im Moment geht es abwärts. Vor allem in Deutschland, wo seit dem Ende der staatlichen Eigenheim-Förderung statt etwa 160 000 Wohnhäusern pro Jahr nur noch etwa 80 000 Stück errichtet werden.

Erich Weichselbaum hat aber gerade ein himmlisches Geschenk im Empfang genommen: Es hat vier Buchstaben, kommt aus Schweden und heißt Ikea. Der 51jährige Wiener ist der Vorstandschef des österreichischen Fertigbau-Marktführers Elk, zu dem auch die deutsche Tochter Bien-Zenker aus Schlüchtern in der Nähe von Fulda gehört.

"Unbezahlbar", schwärmt Weichselbaum über sein Himmelsgeschenk. Bien-Zenker wird demnach künftig die Ikea-Fertighäuser der Marke "Boklok" ("Baue klug") für den deutschen Markt errichten: 300 bis 400 Häuser pro Jahr. "Ikea bringt uns einen echten Schritt vorwärts", freut sich Weichselbaum. Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), verspricht sich gleich "einen Schub für den gesamten deutschen Holz-Fertigbau".

Für Elk-Chef Weichselbaum sind allein schon diese Zahlen Anlass zur Freude. Denn seit zehn Jahren steckt die Fertighaus-Branche im Abwärtstrend. Damals war die Elk-Gruppe auf einen Jahresumsatz von etwa 270 Mio. Euro gekommen, 2009 sind es noch etwa 230 Mio. Euro gewesen. Doch mit Ikea wird alles anders. Die Marke zieht ungeheuer, bei den ersten Ikea-Projekten in Hessen überstieg die Zahl der Interessenten deutlich das Angebot.

Weichselbaum hofft natürlich, dass Deutschland nur der Anfang des Ikea-Engagements ist und später auch der Stammmarkt in Österreich dazukommen wird. Das Boklok-Programm, das Ikea vor 15 Jahren mit dem schwedischen Baukonzern Skanska aufgenommen hat, gab es bislang nur in Skandinavien und in Großbritannien.

Die Fertigbauer aus Österreich schauen sowieso etwas neidisch Richtung Norden, wo Fertighäuser eine viel größere Bedeutung haben als in Deutschland oder in der Alpenrepublik. In Norwegen beispielsweise kommen Fertighäuser auf einen Marktanteil von an die 70 Prozent, in der Bundesrepublik sind es magere 15 Prozent. Österreich, in absoluten Zahlen natürlich kleiner, kommt immerhin noch auf einen Marktanteil von gut 30 Prozent.

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1 Kommentar zu "Ikea-Kooperation: Der Elch wird zum Hoffnungsträger für Elk"

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  • Hallo!

    boKlok bedeutet nicht "baue klug" sondern wörtlich "wohne klug" oder besser ubersetzt schlauer wohnen!

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