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Industrie-Initiative „Wir zusammen“ „Flüchtling ist kein Beruf“

Die Industrie-Initiative „Wir zusammen“ will die Integration von geflüchteten Menschen vorantreiben. Die Probleme anzusprechen, Lösungen zu finden, sich zu vernetzen – darum ging es gestern in Stuttgart.
05.10.2017 - 15:45 Uhr 1 Kommentar
Der Arbeitnehmervertreter sagt in schlichten Worten, worauf es bei der Integration ankommt. Quelle: dpa
Uwe Hück, der Vorsitzende des Betriebsrats des Stuttgarter Sportwagenherstellers Porsche

Der Arbeitnehmervertreter sagt in schlichten Worten, worauf es bei der Integration ankommt.

(Foto: dpa)

Stuttgart Uwe Hück braucht kein Manuskript, egal vor welchem Publikum. Der ehemalige Europameister im Thaiboxen lebt von seiner physischen Präsenz und Wortgewalt. Und wenn es um schwierige Lebenswege für Flüchtlinge geht, weiß der in einem Kinderheim aufgewachsene Konzernbetriebsratschef von Porsche genau wovon er redet. Seine Frau war Flüchtling aus Vietnam und er hat zwei Kinder aus dem Heim adoptiert, in dem er aufwuchs.

„Wenn wir etwas geschafft haben, müssen wir etwas abgeben“, ist seine feste Überzeugung. Und der Arbeitnehmervertreter sagt in schlichten Worten worauf es bei der Integration ankommt. „Flüchtling ist kein Beruf". Erst müssen sie die Sprache lernen, Willen sowie Disziplin zeigen und dann brauchen die jungen Menschen Mentoren und Anerkennung“, sagt Hück. Einfache Worte, die den ganzen Abend Nachhall finden.

Mehr als 100 Entscheider aus den verschiedensten Branchen versammelten sich im vierten Stock des Stuttgarter Porsche-Museums zum achten Teil einer Veranstaltungsreihe der Industrie-Initiative „Wir zusammen“ und des Handelsblatts. „Wir haben über 200 Mitglieder und pro Woche treten ein bis zwei Unternehmen der Initiative bei“, sagt Marlies Peine, Projektleiterin und Sprecherin von „Wir zusammen“. Die Mitglieder haben eigene Flüchtlingsprojekte oder kooperieren miteinander. So zum Beispiel Henkel, DHL und Telekom, die sich in NRW in enger Zusammenarbeit um Integrationsangelegenheiten kümmern. Diesem Beispiel sollen nach Peine noch viele Unternehmen folgen. Denn seit der Gründung von „Wir zusammen“ haben die Akteure viel gelernt, wovon Neueinsteiger profitieren können.

In Stuttgart ist das, unter starker Beteiligung von Bosch, der Campus. Ein Haus im Stadtzentrum, wo Flüchtlinge als Anlaufstation unter einem Dach Beratung von Jobcenter, Stadt, Wirtschaftskammern, Sozialträger, Schulen und Unternehmen finden. „Die Unternehmen können noch viel mehr tun. Geld ist nicht das Problem. Wir brauchen Mentoren“, überrascht die Geschäftsführerin der Robert-Bosch Stiftung, Uta-Micaela Dürig, in der Diskussion. 20 davon gebe es in Stuttgart.

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    Ihr schweben erfahrene Fachleute und Ausbilder am besten noch mit Sprachkenntnissen vor, die ein zwei Jahre vor der Rente stehen und die große Konzerne abstellen könnten. Deren Erfahrung sei enorm wichtig für viele Flüchtlinge. Und das, was motivierte Mentoren mit den Flüchtlingen erleben, seien auch für die Mentoren wertvolle Erfahrungen.


    Zwei Jahre nach dem großen Flüchtlingsstrom kommt es jetzt wohl auf mehr persönliches Engagement der Wirtschaft an. „Wir müssen gerade nach der letzten Bundestagswahl aufpassen, dass aus der Willkommenskultur keine Misstrauenskultur wird“, betont der Moderator des Abends, Daniel Schäfer, Ressortleiter Finanzen des Handelsblatts.


    „An den Fördermitteln wird es nicht scheitern. Es kommt auf praktische Umsetzung der Förderung an“, sagt Susanne Koch, Geschäftsführerin, der Bundesagentur für Arbeit in Baden-Württemberg. Im Bundesland gibt es 45.000 Flüchtlinge, die arbeitssuchend sind. In diesem Jahr haben über 4000 Flüchtlinge im Ländle eine Stellung bekommen. Die Quote soll sich im nächsten Jahr auf 15 und dann auf 20 Prozent erhöhen.

    Aber viele Flüchtlinge hängen noch in der Weiterbildung fest. Auch fordern Experten mehr Zeit für die Spracherlernung zu geben, mehr wert auf fachliche Sprachkompetenzen zu legen und sie mit der beruflichen Qualifizierung zu verbinden.

    „Entscheidend ist aber eine genaue Bewertung der vorhandene Ausbildung der Flüchtlinge, um daran mit einer passenden Aufschulung anzuknüpfen“, sagt Dirk Werner, Chef des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung am Kölner Institut der deutschen Wirtschaft. „Wir brauchen mehr Flexibilität und eine Verlängerung der Schulpflicht, damit die Flüchtlinge aufholen können “,betont Werner. Nur so könnten Flüchtlinge langfristig einen Beitrag zur Behebung des Fachkräftemangels leisten.

    Sprechen gehe relativ schnell bei jungen Leuten, aber die in der Berufsschule notwendige Schreibsprache sei erheblich schwieriger zu erlernen. Dem müsse mehr Rechnung getragen werden. Es sei klar, dass viele schnell Geld verdienen wollen, aber nur Helfer-Jobs nutzen beiden Seiten auf Dauer wenig.

    Nach einer Umfrage der IW In Köln tun sich viele kleinere Unternehmen schwer mit den rechtlichen und bürokratischen Fallstricken, obwohl sie deutlich mehr Flüchtlinge beschäftigen als die großen Konzerne. Hier bräuchten vor allem kleinere Unternehmen mehr Hilfe.

    Porsche beispielsweise bot 2016 zunächst 15 Plätze für ein Integrationsjahr an, bekam aber nur 13 Flüchtlinge mit ausreichender Qualifikation. Sieben zogen das große Los und bekamen anschließend einen Job bei Porsche, zwei eine Ausbildung. „Das klingt wenig, aber es gibt bei Porsche keine Lehre light für Flüchtlinge“, sagte Dieter Esser, Leiter der Berufsausbildung beim Sportwagenbauer. Für etwas Unmut habe bei den übrigen Beschäftigten die Übernahmegarantie für die Flüchtlinge gesorgt „Wir müssen da auf Fairness achten, denn wir haben bei Porsche jährlich tausende hochqualifizierte Bewerbungen“ , betonte Esser. Das Programm haben wir dennoch aufrechterhalten, geben aber keine Übernahmegarantie für Porsche mehr, sondern nur für einen Arbeitsplatz außerhalb des Unternehmens“, sagt Esser . Das scheint zu klappen. Alle Flüchtlinge bekamen einen Job.

    „Man findet schon Wege, wenn man will“
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    1 Kommentar zu "Industrie-Initiative „Wir zusammen“: „Flüchtling ist kein Beruf“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • INDUSTRIE-INITIATIVE „WIR ZUSAMMEN“
      „Flüchtling ist kein Beruf“
      von:
      Martin-W. Buchenau
      Datum:
      05.10.2017 15:45 Uhr
      Die Industrie-Initiative „Wir zusammen“ will die Integration von geflüchteten Menschen vorantreiben. Die Probleme anzusprechen, Lösungen zu finden, sich zu vernetzen – darum ging es gestern in Stuttgart.

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      Falsch gedacht von Hohe Herren !

      Weil solange BASCHAR AL ASSAD in Syrien an der Macht erhalten bleibt da ist FLÜCHTLING SEIN das einzige was einem Syrer als Beruf übrig bleibt !

      Und BASCHAR AL ASSAD DROHT den eigenen damit wehe die kämen nach Syrien zurück !!!

      Betrachtet man daß eine Abitur aus Syrien angeblich nicht mehr Wert ist als ein deutscher Hauptschulabschluss und dass Deutsche Jugendliche mit einem Guten Hauptschulabschluss nicht einmal einen Berufseinstieg richtig geboten bekommen, da fragt man sich wohin mit so viele Arbeitslose Syrer in Deutschland in der Zukunft !!!

      Eines ist sicher ... SO WÄCHST DIE AFD MIT GARANTIE !!!

      Also fördert bitte die Steigerung der AFD weiter und lasst BASCHAR AL ASSAD weiter regieren anstatt Ihn nach DAN HAAG zu bringen !

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