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Intralogistik Jungheinrich erreicht seine Ziele

Das SDax Unternehmen hat seine Erlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr gesteigert. Trotz der Coronakrise hält es vorerst an seinem Ausblick fest.
18.03.2020 Update: 18.03.2020 - 17:58 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen hat seine Ziele 2019 erreicht. Quelle: dpa
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Das Unternehmen hat seine Ziele 2019 erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Virtuelle Bilanzpressekonferenzen sind bei Jungheinrich ein geübtes Prozedere. Bereits zum dritten Mal hat der Intralogistik-Spezialist in Hamburg dazu geladen. Diesmal wäre es auch gar nicht anders gegangen – in Zeiten der Coronapandemie, die Menschen und Wirtschaft derzeit lähmt.

Zum ersten Mal aber spricht Lars Brzoska. Seit September führt der 47-Jährige die Geschäfte des 1953 gegründeten familienkontrollierten SDax-Unternehmens. Wie alle Manager wirkt er zunächst etwas eilig, als er beginnt, in die Kamera zu sprechen.

Seine Amtszeit hat gleich mit einer Bewährungsprobe begonnen. Bereits im Sommer 2019, damals war Brzoska noch Technikvorstand, hatte Jungheinrich die Prognose angepasst, der Aktienkurs fiel.

Dann, kurz vor Weihnachten, teilte das Unternehmen erneut in einer Ad-hoc-Mitteilung mit, dass 2020 die ursprünglichen Ziele nicht erreicht würden. Die Talfahrt der Aktie wurde schneller. Unter anderem auch, weil Konkurrent Kion, die Nummer eins in Europa und die Nummer zwei weltweit hinter Toyota und vor Jungheinrich, weit optimistischer in die Zukunft blickte.

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    An diesem sonnigen Mittwoch aber konnte Brzoska verkünden, das für 2020 von seinem Vorgänger Hans-Georg Frey formulierte Ziel von vier Milliarden Euro Umsatz bereits 2019 erreicht zu haben. Eigentlich also eine gute Nachricht bei einem Umsatzanstieg von sieben Prozent. Auch der operative Cashflow sei mit 345 Millionen Euro auf Rekordniveau. Der operative Gewinn lag bei 263 Millionen Euro, vier Prozent weniger als im Vorjahr.

    Die Aktie fiel erst einmal weiter, erst gegen Mittag stabilisierte sie sich ein wenig. 2018 kostete sie mehr als 40 Euro, am Mittwoch waren es nur etwas mehr als zehn Euro.

    Gesamtmarkt war 2019 eingebrochen

    Im Gespräch mit dem Handelsblatt weiß Brzoska viele Antworten, nur die eine Frage kann auch er nicht beantworten: wie sich die Coronakrise auf das Geschäft auswirken wird und wann er eine neue Prognose wagt. „Wir fahren auf Sicht“, sagt er. Jeden Tag können die Geschäfte einbrechen. „Unsere Fachberater dürfen oft nicht mehr zum Kunden, die Bestellungen werden abnehmen ...“ Zugleich sei man aber mit den systemrelevanten Unternehmen im Geschäft, und die bräuchten Stapler und Kundendienst.

    Der Gesamtmarkt für Stapler war schon 2019 weltweit um zwei Prozent und europaweit um sechs Prozent geschrumpft, daher hatte Jungheinrich nicht nur die Gewinnwarnungen im August und Dezember versendet, sondern im September auch Sparprogramme gestartet und den Personalaufbau gebremst.

    Finanzvorstand Volker Hues, der bereits seit der Finanz- und Wirtschaftskrise die Finanzen verantwortet, kann jetzt wieder auf seine Erfahrungen zurückgreifen. „Wir haben damals rasch gehandelt und tun es auch wieder“, sagt Hues. Brzoska jedenfalls ist „heilfroh, dass wir im September schon gehandelt haben“. Es gebe quasi keine Nettoverschuldung. Man könne sich zwar nicht zurücklehnen, aber man sei gut gerüstet für die Krise.

    Seit Anfang Januar steht ihm die frühere Kion-Produktionschefin Sabine Neuß zur Seite. Sie bringe auch Expertise aus der Autobranche mit, das sei hilfreich. „Sie ist für die Werke weltweit zuständig, da muss gerade viel koordiniert werden, und auch die Hochlaufkurve nach der Krise muss klappen.“

    Analysten wie Gordon Schoenell vom Bankhaus Lampe kritisieren, die Margen seien zu niedrig, weil Jungheinrich zu wenig im Ausland produziere. Dabei sei das aktuell ja ein Vorteil, wenn man sich die Lieferketten anschaue, kontert der Firmenchef. Dennoch, so erklärt er, werde Jungheinrich neue Produktionsstätten weltweit prüfen.

    Derzeit aber seien die Pläne für ein Werk in Polen eingefroren. Zugleich seien der Gesellschafterfamilie, die die Mehrheit der Aktien und alle Stimmrechte hält, die Produktion hierzulande und Nachhaltigkeit wichtig. Diese gehöre auch zur Strategie 2025, die Brzoska erst im vierten Quartal komplett präsentieren will. Eine lange Zeit, aber in der aktuellen Coronakrise gar nicht so falsch, merkt ein Kenner des Unternehmens an.

    Mehr: Toilettenpapier von Wepa ist in ganz Europa heiß begehrt.

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