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Keksdynastie Bahlsen gegen Bahlsen

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Leibniz-Kekse: 121 Jahre Unternehmensgeschichte. Quelle: ddp images/Clemens Bilan

Leibniz-Kekse: 121 Jahre Unternehmensgeschichte.

Die Wiederauferstehung

Nach Hermanns Tod geht es zunächst steil bergab. Dringend benötigte Rohstoffe können in den Wirren nach dem Ersten Weltkrieg nicht geliefert werden, das Geschäft bricht zusammen und kommt nach wenigen Jahren fast vollständig zum Erliegen. Ein Freund der Familie hilft mit einem Kredit aus. Das sollte das letzte Mal sein, dass das Unternehmen Schulden macht. Bis heute hat es keine Kredite mehr aufgenommen.

Während des Zweiten Weltkrieges stellt Bahlsen Notverpflegung für die Luftwaffe her, Fliegersonderfutter, kleine viereckige Brotbrocken aus Haferflocken. Die Brüder und Gründersöhne Hans, Klaus und Werner haben die Geschäftsführung inzwischen vom Beirat übernommen, als Unternehmenslenker sind sie vom Frontdienst freigestellt. 200 Zwangsarbeiter müssen für das Unternehmen arbeiten.

Nach dem Krieg wird sich Bahlsen aber endgültig zu einem blühenden und weltweit agierenden Unternehmen entwickeln. Aus Asche und Ruinen lässt die zweite Generation das stark angeschlagene Unternehmen wie den Phönix wiederauferstehen. Die Brüder beleben nicht nur die Keksproduktion, sie weiten auch die Produktpalette um Kartoffelchips, Erdnüsse, Tortenböden, Schokolade oder Fertigkuchen aus. Klaus erfindet die Salzlette.

Und dennoch: Allen und am meisten Werner selbst ist klar, dass er der geborene Unternehmer ist - und nicht Klaus. Der Jüngste habe das gewusst und sich in sein Schicksal gefügt, als Werner die Macht im Unternehmen immer stärker an sich riss, erzählt ein Familienmitglied. Folgenschwerer Fatalismus. Gut verstanden haben sich die Geschwister zwar nie. Doch an Werners neuer Rolle als Alleinherrscher zerbricht die Zweckgemeinschaft.

Klaus bleibt zwar als Technikvorstand und geschäftsführender Gesellschafter an Bord. Viele nennen ihn den "Innenminister". Er ist beliebt bei den Mitarbeitern - aber spielt nur noch die zweite Geige. Das Sagen hat von nun an der Bruder. Der lässt es sich denn auch künftig nicht nehmen, den Bruder vor der Belegschaft offen zurechtzuweisen. Klaus habe es meist über sich ergehen lassen wie ein reinigendes Gewitter, heißt es aus dem Umfeld des Unternehmens.

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2 Kommentare zu "Keksdynastie: Bahlsen gegen Bahlsen"

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  • Ich denke der Seele von Gottfried Wilhelm Leibniz geht es darum, die Familienbande wieder zu stärken indem man sich nicht mit fremden Federn schmücken sollte, ohne die nachfolgenden Generationen mit den Kekspackungen darauf hinzuweisen, wer Herr Leibniz war und welche Erungenschaften wir ihm zu verdanken haben.

  • Die Leibniz-Keks waren lediglich eine billige Kopie der qualitativ wesentlich besseren französischen Petit-beurres -- im Aussehen identisch, aber im Geschmack kein Vergleich.