Knorr-Baby trifft auf Stiftung Warentest „Die Situation ist sehr schwierig, aber nicht unlösbar“

Die Stiftung Warentest warnt gerade vor einem Kinderwagen des Mittelständlers Knorr-Baby. Für Geschäftsführer Peter Hotz, frisch im Chefsessel, eine Zerreißprobe – doch er beweist Stärke und bietet den Testern die Stirn.
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Der Manager ist 47 Jahre alt und Vater von zwei erwachsenen Töchtern. Als Geschäftsführer für Knorr-Baby arbeitet er seit September 2016. Der mittelständische Kinderwagenhersteller beschäftigt in Niederfüllbach 50 Mitarbeiter und kommt auf einen Umsatz im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Fotocredit: Mike Meyer Photography.
Knorr-Baby CEO Peter Hotz

Der Manager ist 47 Jahre alt und Vater von zwei erwachsenen Töchtern. Als Geschäftsführer für Knorr-Baby arbeitet er seit September 2016. Der mittelständische Kinderwagenhersteller beschäftigt in Niederfüllbach 50 Mitarbeiter und kommt auf einen Umsatz im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Fotocredit: Mike Meyer Photography.

Die Tester von Stiftung Warentest prüfen zurzeit Kombi-Kinderwagen. Als sie das Modell Noxxter von Knorr-Baby unter die Lupe nehmen, stellen sie fest, dass man den Sportaufsatz unbemerkt falsch aufsetzen kann. Die Folge: Der Sitz im Gestell kann kippen – und das Kind sich verletzen. Noch vor Erscheinen des Tests geht die Stiftung Warentest mit dieser Information an die Öffentlichkeit, um die Eltern zu warnen. Auch die zuständige Marktaufsicht von Knorr-Baby wird informiert - für den Mittelständler aus Bayern, der zu den Top 5 in Deutschland gehört, ein heftiger Nackenschlag. Im Interview sprechen wir mit CEO Peter Hotz über die Macht der Tester, den Schock und einen drohenden Imageschaden durch die schlechte Bewertung.

Herr Hotz, erstes Suchergebnis zu „Knorr-Baby” im Netz ist derzeit: „Hohe Verletzungsgefahr: Test warnt vor diesem Kinderwagen”. Was macht es mit Ihnen, wenn Sie das lesen?
Ich war wirklich sehr betroffen. Schließlich bin ich selbst Vater und als solcher würde ich mich natürlich schon fragen, ob ich dieser Firma noch vertrauen kann.

Können Sie?
Kann ich, ja. Wenn ich auf der Facebook-Seite der Stiftung Warentest, wo der Warnhinweis auch geteilt wurde, lese, was die User in den Kommentaren schreiben und wie sie dort sogar Partei für uns ergreifen, weiß ich, dass unser Produkt in Ordnung und der Test ein sehr unrealistischer Fall ist.

Inwiefern?
Kein Mensch setzt sein Kind im Sportwagenaufsatz auf das Gestell des Kinderwagens. Wir weisen schon in der Gebrauchsanweisung darauf hin, dass Kinder bei der Montage nicht in unmittelbarer Nähe sein sollen.

In einer Mitteilung an Ihre Kunden heißt es: „Bei ordnungsgemäßer Handhabung und Benutzung des Sportwagenaufsatzes besteht in keiner Situation Gefahr für Ihr Kind.” Ein Schuldeingeständnis klingt anders...
Wenn uns jemand kritisiert, sind wir offen und nehmen das Feedback gerne auf. Es kann ja wirklich auch vorkommen, dass mit einem Produkt etwas nicht stimmt. Dann sind wir auch sehr dankbar für den Test und reagieren sofort darauf. Aber unsere Gebrauchsanleitung war vorher nicht schlecht und wenn man alles richtig macht, besteht auch keine Gefahr.

Was ein Chef tun muss, wenn die Hütte richtig brennt
Härtetest für den Chef
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Unternehmenskrisen - sie sind der absolute Härtetest und das wohl größte und gefährlichste Abenteuer für jeden Chef. Geht es mit der Firma tief nach unten, kommt es zum entscheidenden Kampf, denn der Abwärtstrend muss gestoppt und der Turnaround geschafft werden.

Der Kampf
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„Die meisten Führungskräfte haben die Ausnahmesituation einer Krise noch nie durchlebt”, schreibt der Autor Mario Neumann weiß, dessen Buch „Abenteuer Führung“ vor kurzem erschienen ist (unsere Rezension lesen Sie hier). Er weiß wie schnell Chefs überfordert sind, wenn sie auf keine Erfahrungen zurückgreifen können. Sie agieren unsicher - und machen im schlimmsten Fall beim ersten Donnergrollen weiter wie immer.

Donnergrollen
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Doch das kann richtig gefährlich sein, warnt Neumann, der auch als Führungskräftetrainer arbeitet. “Aufgabe der Führungskraft ist, die Lage zu verfolgen und der Verunsicherung des eigenen Teams rechtzeitig entgegen zu wirken.” Wie Sie jetzt Flagge zeigen, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

Wegducken hilft nicht!
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„Beugen Sie Gerüchten und Spekulationen vor, indem Sie auf höchstmögliche Transparenz achten”, empfiehlt Neumann. Gehen Sie also am besten frühzeitig auf die Mitarbeiter zu und informieren Sie offen über die Lage. Gehen Sie kritischen Fragen nicht auf dem Weg, denn sonst verstärken Sie die Verunsicherung im Team nur noch weiter.

Identifizieren Sie Ihre eigenen Ängste!
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Wenn es ein richtig ernstes Problem gibt, ist es unvermeidlich, dass Sie die Angst packt. Manche verfallen in Pessimismus, andere wirken wie gelähmt und wieder andere ducken sich einfach weg. Aber wie soll ein Chef seine Mannschaft beruhigen, wenn die eigenen Sorgen derart übermächtig sind? Stärke zeigen können Sie nur, wenn Sie die eigenen Ängste im Griff haben. Neumann rät: “Setzen Sie sich deshalb mit Ihren persönlichen Befürchtungen in der aktuellen Lage auseinander - auch wenn Sie sich damit im Moment gar nicht befassen wollen.”

Auf Mitarbeiter zugehen
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Orientierung und Halt geben - das ist jetzt Ihre Aufgabe. Wie das geht? Betreiben Sie keine Schönfärberei und beschönigen Sie nichts. “Es hat keinen Sinn”, schreibt Neumann, “eine schwierige Lage zu verschweigen. Ihre Mitarbeiter wissen ohnehin um den Ernst der Situation. Versuchen Sie also gar nicht erst, ihnen etwas vorzumachen.”

Bloß nicht: zwischen Tür und Angel!
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Wenn Sie schlechte Nachrichten vermitteln müssen, sollten Sie das nicht zwischen Tür und Angel machen. Neumann rät, sich dafür richtig viel Zeit zu nehmen. „Das gebietet allein schon Ihre Wertschätzung den betroffenen Mitarbeitern gegenüber.”

Weiter schreiben Sie auf Ihrer Webseite: „Im von Stiftung Warentest beschriebenen Fall handelt es sich nicht um eine Fehlkonstruktion des Kinderwagens.” Trotzdem bauen Sie nun eine Kippsperre ein - wie passt das zusammen?
Weil wir möchten, dass alle auf der sicheren Seite sind. Daher arbeiten wir mit Hochdruck an der Kippsperre, die verhindert, dass der Kindersitz, wenn er versehentlich falsch eingesetzt wird, kippt. Und alle bestehenden Kunden bekommen von uns ein kostenloses Nachrüstset.

Über welches Ausmaß sprechen wir?
Das betrifft etwa mehrere tausend Kunden.

"Wir haben in der Vergangenheit gut abgeschnitten"
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  • Hört sich sehr vernünftig an, der Mann.

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