Kommentar Merkel wird zum Alptraum der Wirtschaft

Für den Mittelstand ist die Grenze des Erträglichen erreicht: 100 Familienunternehmer machen Front gegen Merkels Euro-Politik. In der Wirtschaft hinterlässt die Kanzlerin mittlerweile verbrannte Erde.
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Es ist eine Ohrfeige für die Kanzlerin. „Mit der Euro-Rettungsschirm-Politik hat die Bundesregierung einen verhängnisvollen Weg eingeschlagen“, klagt Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. Zusammen mit 100 mittelständischen Unternehmern macht er Front gegen Angela Merkels Politik und wirft ihr „Wortbruch“ vor. Sein Vorwurf: Vor Eintritt in die Währungsunion habe man versprochen, dass mit der Euro-Einführung ein Stabilitäts- und Wachstumspakt einhergehe, dass kein Land für die Schulden eines anderen einzustehen habe und dass die Europäische Zentralbank allein der Stabilität verpflichtet sei. Dies sei nun Makulatur.

Nicht das erste Mal fühlen sich Unternehmer von Merkel verschaukelt. Mit einer beängstigenden Konsequenz hat die einstiege Wunschkandidatin der Wirtschaft Branche für Branche gegen sich aufgebracht. Und genau so systematisch hat sie jedes Mal die Wirtschaftsinteressen auf dem Altar des Populismus und des Opportunismus geopfert.

Vergiftet ist beispielweise das Verhältnis von Merkel zu den deutschen Großbanken. Noch nicht lange ist es her, da hat Merkel anlässlich des Geburtstages von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ins Kanzleramt eingeladen. Nun, wo sie für eine geordnete Umschuldung von Griechenland dringend die Kooperation der Banken braucht, lassen die Banker sie auflaufen. Zu erratisch und nur auf schnellen Applaus bedacht waren die Vorschläge der Kanzlerin zur Bewältigung der Schuldenkrise. Das populistische und nicht durchdachte Konzept der Bankenabgabe ist das beste Beispiel dafür.

Ähnlich ging Merkel ihre persönliche Atomwende an. So folgte auf den Schock in Fukushima der GAU in den Beziehungen der Kanzlerin zu den großen Energiekonzernen. Aus Sorge um ihre Chancen beim Wahlvolk rief sie zum überstürzten Ausstieg aus dem erst kurz zuvor verkündeten Ausstieg aus dem Atomausstieg. Den Atomkonzernen, weder konsultiert, noch vernünftig informiert, blieb nur der Klageweg gegen die Zick-Zack-Kanzlerin. Die handstreichartige Enteignung ihrer Aktionäre ließ ihnen keine andere Wahl. Doch insbesondere die Art und Weise wie Merkel sie vor vollendete Tatsachen stellte, stieß auch den Gutwilligsten vor den Kopf. Nun ist die Gefahr groß, dass sie auf stur schalten, wenn die Regierung sie für den Ausbau der erneuerbaren Energie braucht.

Schwarz-Gelb war die Wunschkoalition der Wirtschaft. Merkel hat es in kürzester Zeit geschafft, Schwarz-Gelb zu Alptraum-Koalition der Wirtschaft zu machen. Unternehmer brauchen Verlässlichkeit, klare Rahmenbedingungen und eine nachhaltige Politik. Die zerstrittene Regierung unter Merkels Führung bietet zurzeit das Gegenteil. Langsam wird sie so zum Standortrisiko.

 

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25 Kommentare zu "Kommentar: Merkel wird zum Alptraum der Wirtschaft"

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  • Für mich ist sie sehr verständlich. Brauchen Sie einen Roman oder eine Bedienungsanleitung?

  • FRAU MERKEl hat vom Beginn Ihrer ersten Kanzlerschaft an alle aber auch alle Versprechungen über Bord geworfen nur um Kanzlerin zu werden.Das Vertrauen ist völlig abhanden gekommen.Dieser Lug und Betrug an Ihren Wählern wird Sie hoffentlich aus dem Amt fegen.Dies ist die Meinung eines traditionellen CDU-Wählers.Jedwede andere Konstellation ist besser als die Jetzige mit Frau Merkel.

  • Gerade WEIL wir abgewirtschaftet haben, gerade deshalb brauchen wir noch viel mehr Geistlosigkeit. Weil sonst wachen doch alle auf und fordern CHANGE YOU CAN BELIEVE IN.

    Ach so, das hatten wir bereits.

    So then, where is MY change ?

    In diesem nihilistischen Sinne: Let's DO IT !

    Deuetschland braucht Zukunft !

    Hoffnung macht Stark !

    Dummheit ist Klugheit die keiner versteht.

    Auch Du bist ein Meister !

    Der Kanzler reflektiert unser aller Unvermoegen.
    (war dies zu direkt ?)

    whatever !

  • Meine Wunschkanzlerin: Lady Gaga

    Steigender Unterhaltungswert bei kontinuierlicher Fortfolger in Fackkompetenz.

  • Merkel:
    Oportunismus als fehlinterpretierte "Fuehrungsstaerke".

    Solange wir Politiker waehlen die einerseits nichts vom Finanzsystem verstehen und gleichzeitig nur den Bankern aus der Hands essen, kommen wir alle nicht weiter.

    Leider haben wir keine echten Fuehrungspersonen in der Politik mehr die die notwendige Kompetez besitzen um den Fragen unserer Zeit mit echten Loesungen zu begegnen.

    Es sind nur noch Populisten und Blender in diesem Geschaeft.

    Das alter fiat Geldsystem mit exponential steigender Verschuldung von uns allen hat ausgedient.

    Wir brauchen einen RESET und die Vorbereitung darauf muss sofort beginnen.

  • Nur die Politiker auf die Intensivstation und zwar nach den Regeln der gesetzl. Krankenkassen.
    Und dann bitte in ein privatisiertes Krankenhaus. Und dann werden sie ihre blaues Wunder erleben. Da erlebt Merkel mal den Schrott der Fallpauschalen und des Fonds.
    Behandlung? Ärztliche Betreuung? Absolut Null.
    Aber dafür Abrechnungsbetrug in großem Stil was uns jährlich Mrd. kostet
    Bahr weist ja alle Vorwürfe diesbezüglich zurück, der Typ hat ja auch so viel Ahnung.
    Und das Volk was immer noch derart dämlich ist, dem kann man nur mit Geld kommen, Hier kürzen, da kürzen usw. Fahrkarte fürs Kind zahlen? Wozu, zahle selber muß dann die Devise sein Dann werden die Dummdödel die den Grünen immer noch hinterher laufen oder Merkel toll finden, ganz schnell wach
    Und der ein oder andere wirkliche Faulpelz wird dann auch schnell aufwachen, wenn er merkt, es gibt nichts mehr vom Amt
    Mein Sohn nennt das immer "Durch Schmerz lernen"

  • Die Führungsschwäche Merkels ist evident, aber an ihrem Kurs haben die Lobbyisten der Wirtschaft ein gerüttelt Maß Mitschuld. Umso mehr ist jetzt eine klare Linie in der Griechenland-Krise erforderlich und die heißt unzweifelhaft, kein weiteres Geld für Griechenland. Selbst wenn dort die Beschlüsse zum Sparkurs verabschiedet werden, bedeutet das noch lange nicht, dass sie auch umgesetzt werden! Griechenland ist ein Fass ohne Boden, hätte niemals in die Euro-Zone aufgenommen werden dürfen. Diese politische Fehlentscheidung muss endlich revidiert werden und wer glaubt, dass die Weltwirtschaft wegen Griechenland zusammmenbricht, verkennt deren wirtschaftliche Bedeutung. Aber mit jedem weiteren Euro an Griechenland kommt der Euro-Raum in Zugzwang. Das wird dessen Existenz viel mehr bedrohen und die Domino-Gefahr erhöhen, als ein klares Nein zu weiteren Transferleistungen.

  • dass sie auf stur schalten

    In dem Artikel steckt, leider für uns Steuerzahler, viel wahres. Wenn E,on und Co. auf stur schalten finde ich das nicht schlecht. Die ganzen mittleren Unternehmen im Energiebereich bekommen dadurch eine Chance. Die Stadtwerke sind gross genug um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen wenn die Elefanten nicht wollen.
    Konkurrenz belebt das Geschäft und senkt die Preise. Zwischen den vier Atomenergie-Elefanten in Deutschland gab es doch keinen Wettbewerb.

  • Nein, nein! Kein Fall für den Leichenbeschauer. Es ist etwas für die Intensivstation. Es fragt sich nur, welche Intensivstation kann ein ganzes Volk aufnehmen?

  • Wie ist es mit Dieter Thomas Heck? Der hat auf dem Wochenmarkt mal Bananen verscherbelt!

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