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KPMG-Studie Fachkräftemangel ist größtes Problem für Familienunternehmen

Der Fachkräftemangel wird immer dramatischer und trifft den Mittelstand hart. Sogar hippe Start-ups haben Probleme, genügend Mitarbeiter zu finden.
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Vor allem in der Logistikbranche haben Unternehmen Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden. Quelle: dpa
Ein Stapler fährt durch ein Zentrum für Logistik in Falkensee

Vor allem in der Logistikbranche haben Unternehmen Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die betriebseigene Kita gehört beim Outdoorbekleidungshersteller Vaude schon seit 2001 zum Programm. Auch beim Arbeitskleidungsspezialisten Engelbert Strauss kann man auf eine voll eingerichtete Kita setzen. Dort können die Mitarbeiter aber auch auf dem großzügigen Betriebsgelände am Rande des Spessarts ein Fitnessstudio nutzen, ein Restaurant und vieles mehr.

Mancher Firmencampus eines deutschen Mittelständlers kann es durchaus mit den großen Konkurrenten aufnehmen. Jedenfalls wird viel Geld ausgegeben, um gute Fachkräfte zu locken. Dennoch spitzt sich der Fachkräftemangel vor allem im deutschen Mittelstand weiter zu.

Denn das Family Business Barometer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG, das dem Handelsblatt vorab vorliegt, sieht den Fachkräftemangel bei den deutschen Familienunternehmen als größte Herausforderung. 65 Prozent der Befragten beurteilen die Lage so, das sind zehn Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Damit wird in Deutschland der Fachkräftemangel als drängender empfunden als im Rest von Europa.

Denn im europäischen Schnitt sehen nur 53 Prozent den Fachkräftemangel als größte Herausforderung. Zugleich haben im europäischen Vergleich fast 55 Prozent der Familienunternehmen neue Mitarbeiter eingestellt, in Deutschland waren es nur rund 45 Prozent. Insgesamt wurden rund 1.500 Familienunternehmen in 26 Ländern in Europa in der Studie verglichen.

Warum die deutschen Unternehmen sich mehr um genügend Fachkräfte sorgen, hat mehrere Gründe. Zunächst haben sie ganz offenbar auch aufgrund der guten Ausbildung in Deutschland höhere Ansprüche als die Familienunternehmen anderer Länder. Doch selbst das Besetzen von Stellen für einfachere Tätigkeiten bringt manche Familienunternehmen vor allem in der Logistik in Schwierigkeiten.

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Darüber sprechen sie allerdings nicht so gern. Zudem suchen deutsche Unternehmer vor allem Mit- und Querdenker, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Weil aber solche Mitarbeiter auch bei Konzernen und zunehmend auch bei Start-ups zum Engpassfaktor werden, wird es für mittelständische Familienunternehmen immer dringlicher, sie zu finden und zu halten.

Vera-Carina Elter, Vorständin für Personal & Familienunternehmen bei KPMG hat beobachtet, dass Familienunternehmen es als schwierig empfinden, Personal mit den neuen Fähigkeiten zu finden.

Selbst hippe Start-ups haben Nachwuchsprobleme

Und das Problem fängt immer früher an: Der Deutsche Start-up Monitor (DSM), den die Universität Duisburg-Essen mit KPMG im Auftrag des Bundesverbands Deutsche Start-ups Ende Oktober veröffentlichte, belegt, dass selbst die hippen Start-ups Probleme haben, hochqualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren. Fast 60 Prozent der Start-ups gaben an, dass es für sie schwierig bis sehr schwierig sei, IT-Systemadministratoren zu finden, 75 Prozent haben Schwierigkeiten Programmierer neu einzustellen.

Elter empfiehlt, dass Familienunternehmen mutiger werden sollten. „Besonders, weil sie viele Vorzüge wie flache Hierarchien und vielseitige Karrieremöglichkeiten haben, die potenzielle Bewerber schätzen“, meint Elter. Die Veränderungsbereitschaft ist bei den deutschen Familienunternehmen jedenfalls hoch, 46 Prozent sehen sie als Schlüssel zum Erfolg der digitalen Transformation. Das entspricht 16 Prozentpunkten mehr als noch im Jahr 2017.

Damit zusammen hängt auch, dass die Familienunternehmen inzwischen erkannt haben, dass die Digitalisierung offenbar mehr Investitionen erfordert, wie eine Studie von Euler Hermes und der Unternehmensberatung Roland Berger herausgefunden hatte. Ein Indiz dafür findet sich auch in der Studie von KPMG.

Danach stehen die deutschen Familienunternehmen Bankenfinanzierungen heute deutlich offener gegenüber. 65 Prozent von ihnen, und damit 20 Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2017, favorisieren sie. Im Europadurchschnitt steigt die Aufgeschlossenheit gegenüber Bankenfinanzierung ebenfalls, aber nur um acht auf 53 Prozent. Nur fünf Prozent der deutschen, aber 24 Prozent der europäischen Familienunternehmen wählen alternativ die Eigenkapitalfinanzierung.

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