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Küchenhersteller Insolvenzverwalter verklagt frühere Vorstände des Küchenbauers Alno

2017 meldete die Alno AG Insolvenz an. Laut Insolvenzverwalter könnte das Unternehmen aber schon Jahre vorher pleite gewesen sein. Nun landet der Streit vor Gericht.
12.07.2020 - 08:35 Uhr Kommentieren
Insolvenzverschleppung und Betrug lauten die Vorwürfe gegen ehemalige Vorstände des Küchenbauers. Quelle: dpa
Küchenhersteller Alno

Insolvenzverschleppung und Betrug lauten die Vorwürfe gegen ehemalige Vorstände des Küchenbauers.

(Foto: dpa)

Pfullendorf Im Zuge der Aufarbeitung der Alno-Pleite klagt Insolvenzverwalter Martin Hörmann nun gegen frühere Vorstände des Küchenbauers. „Die Prüfung der zahlreichen Haftungsansprüche gegen ehemalige Vorstände, Mitglieder des Aufsichtsrats und Geschäftsführer von Tochterunternehmen ist bereits weitgehend abgeschlossen“, sagte ein Sprecher Hörmanns der Deutschen Presse-Agentur.

„Und in einem Fall hat der Insolvenzverwalter nunmehr am 30. Juni 2020 gegen drei ehemalige Mitglieder des Vorstands Klage eingereicht.“ Um wen es sich handelt und wie hoch die geltend gemachten Ansprüche sind, sagte er nicht. Das Landgericht Hechingen bestätigte den Eingang der Klage, nannte aber ebenfalls keine Details.

Die Alno AG hatte 2017 Insolvenz angemeldet, war laut einem von Hörmann in Auftrag gegebenen Wirtschaftsprüfer-Gutachten aber schon 2013 zahlungsunfähig. Der Insolvenzverwalter hatte deshalb angekündigt, auf dieser Grundlage Schadenersatzansprüche gegenüber ehemaligen Vorständen und Geschäftsführern geltend zu machen.

„Außerdem prüfen der Insolvenzverwalter und sein Team laufend Anfechtungsansprüche, die im Zweifel auch gerichtlich geltend gemacht werden oder wurden, sofern es zu keiner außergerichtlichen Einigung kam“, erklärte der Sprecher. Dabei geht es um Zahlungen der Alno AG an andere Gesellschaften. „Zahlreiche solcher Fälle sind bereits erledigt“, hieß es. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt in dem Fall wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und des Betruges gegen insgesamt zwölf Beschuldigte, darunter ehemalige Alno-Vorstände. Die Ermittlungen dauerten nach wie vor an, sagte eine Sprecherin.

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    Die Insolvenz der Alno AG läuft getrennt von der längst wieder angefahrenen Küchenproduktion unter neuem Investor und neuem Namen. Sie wurde und wird noch immer auch begleitet von einem Streit des letzten Alno-Großaktionärs Tahoe und dem früheren Management um den langjährigen Vorstandschef Max Müller und Finanzchefin Ipek Demirtas. Tahoe gehört zur Prevent-Gruppe der bosnischen Unternehmerfamilie Hastor und war 2016 eingestiegen.

    Nach der Insolvenz erhob der Investor den Vorwurf, Müller und seine Leute hätten die wahre finanzielle Lage von Alno verschleiert und die Aussichten viel zu positiv dargestellt. Müller weist das zurück und wirft seinerseits den Tahoe-Leuten Fehler vor. Tahoe hat ebenfalls schon eine Klage eingereicht und verlangt 60 Millionen Euro Schadenersatz von Müller und Demirtas. Auch dieses Verfahren läuft noch.

    Mehr: Wie Alno nach der Pleite als „Neue Alno“ das Comeback versucht.

    • dpa
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