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Kultgerät von Vorwerk Wofür braucht man eigentlich einen Thermomix?

Der Thermomix ist Küchenmaschine und Statussymbol gleichermaßen. Was aber macht man eigentlich mit so einem Gerät? Ein 3-Sternekoch, eine Foodbloggerin und eine Hobbyköchin erklären, wofür sie den Thermomix nutzen.
18.10.2015 - 09:01 Uhr
Nicht nur Hobbyköche benutzen den Thermomix – auch bei Sterneköchen kommt die Maschine zum Einsatz. Quelle: dpa
Thermomix

Nicht nur Hobbyköche benutzen den Thermomix – auch bei Sterneköchen kommt die Maschine zum Einsatz.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Eigentlich ist der Thermomix bloß eine Küchenmaschine. Sie wiegt, wärmt, rührt und zerhäckselt. Doch das gut 1100 Euro teure Gerät wird von einer großen Zahl von Nutzern regelrecht verehrt. Selbst Kopien finden gewaltigen Anklang. Als Discounter eine günstige Maschine mit ähnlichen Eigenschaften anbot, kam es in einigen Filialen zu Tumulten.

Sicher, die Vorzüge des Thermomix klingen verlockend. In der Maschine lassen sich einzelne Zutaten zubereiten oder ganze Gerichte. Aber was genau macht eigentlich wer damit?

Sven Elverfeld gehört zu den besten Köchen der Welt. Nicht nur ist sein Restaurant mit Höchstnoten in allen Gourmetführern ausgezeichnet, in der Liste „The World's 50 best restaurants“ rangiert das Aqua im Wolfsburger Ritz-Carlton auf Rang 33. Teil des Geheimnis seines Erfolgs ist der Wille, neue Methoden zu adaptieren und Technik dort zu nutzen, wo sie sinnvoll ist.

Das sind die Verkaufsschlager von Vorwerk
Wird das die neue Wunderwaffe?
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Vorwerk versucht für gewöhnlich, mit hochwertigen Produkten zu punkten. Jetzt hat das Unternehmen einen Werkzeugkasten an den Start gebracht, der die Geräte von Akkubohrer über Heißklebepistole bis Akkustichsäge nach der Nutzung automatisch wieder auflädt: Twercs heißt die Kombination, mit der Vorwerk die Heimarbeiter einfangen will.

(Foto: Privat)
Wen soll Twercs ansprechen?
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Die Strategie, die Vorwerk mit dem neuen Produkt verfolgt, ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Von der Optik her dürfte das Set mit dem seitlichen Stromanschluss eher Frauen ansprechen, von den umfassenden Funktionen könnten vor allem erfahrene Heimwerker profitieren. Vorwerk stellt allerdings klar, dass es mit dem Set insbesondere Frauen ansprechen will. Bisher hatte Vorwerk meist den richtigen Riecher, was die Verbindung von Funktionalität, Optik und Leistungsversprechen angeht.

Vorwerks Verkaufsschlager Nummer 1
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Bisher ist der Thermomix das Produkt von Vorwerk, das die Massen elektrisiert. Vom digitalen Modell TM5 hat das Familienunternehmen aus Wuppertal schon mehr als drei Millionen Geräte verkauft.

(Foto: dpa)
Hier entsteht das Wunderkind von Vorwerk
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Der Thermomix, hier in der Produktion in Wuppertal, soll bis zu zwölf Küchengeräte vereinen und dem Koch so ziemlich alle Aufgaben abnehmen, die man sich vorstellen kann. Damit hat Vorwerk eine große Fangemeinde aufgebaut. 2017 lag der Umsatz der Thermomixsparte bei 1,1 Milliarden Euro – ein Minus von 13 Prozent zum Vorjahr.

(Foto: dpa)
Die Nummer 2
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Mit dem Kobold ist die Firma Vorwerk groß geworden. Die Saugersparte war 2014 vom Thermomix als Hauptumsatzbringer überholt worden. 2017 machte sie einen Umsatz von 792 Millionen Euro, ein Minus von 5,3 Prozent. Der Saugroboter von Kobold soll sich künftig von einer App per Smartphone steuern lassen.

(Foto: dpa)
Kosmetik und Teppiche
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Vorwerk stellt nicht nur Staubsauger und den Thermomix her. Jafra Cosmetics ist vor allem in Südamerika stark. 2016 ging der Umsatz leicht auf 363 Millionen Euro zurück. Die Teppichsparte, mit der Vorwerk 1883 sein Geschäft begonnen hatte, schrumpfte ebenfalls um 17,5 Prozent auf 58 Millionen Euro.

(Foto: dapd)
Für DIY-Fans
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Vorwerk glaubt an Innovationen und deren Kraft – der Verkauf des aufladbaren Werkzeugkoffers Twercs verlief jedoch zunächst schleppend.

In der Küche des Aqua stehen direkt neben dem Büro von Elverfeld gleich zwei Thermomix-Geräte. Zusätzlich sind mehrere Schüsseln und Aufsätze vorhanden. „Wir setzen die Geräte in der Vorbereitung ein“, sagt Elverfeld. Eingesetzt wird es zum Pürieren, für die Erstellung von Saucen, Eismassen oder auch Kräutersaucen.

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    „Früher haben wir Spinatblätter in einem normalen Rotormixer gemacht, da der nicht gut zu verschließen war, ist da auch schon mal der Spinat oben rausgeschossen“, so Elverfeld. Das sei mit den verschließbaren Aufsätzen Vergangenheit. Eismassen, Saucen, Frucht- und Gemüse-Pürees – das seien die wichtigsten Anwendungsgebiete. Verwendet wird es vor allem von den Posten Poissoinnier (Fischküche), Entremetier (Beilagen) und Patissierie (Desserts).

    „Wir machen unsere Gewürzmischungen, die wir für Lammlachse oder Taubenbrüste benötigen in der Maschine“, sagt Elverfeld. So würden zum Beispiel erst die Trockenteile „im Rückwärtsgang“ grob zerkleinert, herausgenommen, danach Ingwer bei hoher Drehzahl im Vorwärtsgang zerkleinert, dann beide Komponenten zusammengeführt und anschließend mit Olivenöl verbunden.

    Die hohe Drehzahl des Geräts sei wichtig für Kräuterpürees. „Was lange gehäckselt wird, wird durch die Reibungsenergie warm, was warm wird, wird grau.“ So könne binnen Sekunden eine Kräutermasse zerkleinert und sofort auf Eis heruntergekühlt werden, um das Grün zu bewahren. „Je kürzer, desto besser.“

    Seit 15 Jahren begleiten die Geräte Elverfeld in seiner Küche. Sie haben einen festen Platz: „Ich bin da sehr akkurat“. Abends, bevor die Gäste kommen, müssen die Mitarbeiter die Maschinen wieder sauber an ihren Platz im Rücken seines Büros hinstellen. „Es sind die einzigen Geräte für Haushaltsbedarf, die ich kenne, die im Alltag einer Profiküche stand halten“, sagt der Profi-Koch. Die Geräte, die kaputt gegangen sein, wären entweder hingefallen oder Flüssigkeit sei drübergeschüttet worden, ins Gehäuse eingedrungen und hätten die Elektronik lahm gelegt.

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