Lampenwelt Leuchtenshop erhält Millionenspritze

Zwei Brüder haben in der hessischen Provinz einen Onlineshop für Leuchten gegründet. Heute ist Lampenwelt führender Anbieter in Europa. Der Wagniskapitalgeber 3i sieht noch größeres Potenzial in dem Start-up.
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Rund 50.000 Lampen und Leuchten hat der Online-Shop heute im Angebot. Quelle: Screenshot: lampenwelt.de
Lampenwelt

Rund 50.000 Lampen und Leuchten hat der Online-Shop heute im Angebot.

(Foto: Screenshot: lampenwelt.de)

DüsseldorfNicht nur in der Start-up-Metropole Berlin, auch in der hessischen Provinz wachsen E-Commerce-Firmen heran: Lampenwelt ist nach eigenen Angaben Europas führender Leuchtenshop im Internet. Das wenig bekannte Unternehmen aus Schlitz im Vogelsbergkreis hat nun überraschend eine hohe Finanzierungsrunde mit der bekannten Londoner Wagniskapitalfirma 3i abgeschlossen. Satte 120 Millionen Euro investiert 3i in die junge Firma. Weitere 54 Millionen Euro gewährt 3i Lampenwelt als Darlehen.

Mit dem Geld will das Unternehmen seine Präsenz in Europa weiter ausbauen. 2016 machte Lampenwelt einen Umsatz von 61 Millionen Euro, 45 Prozent davon wurden im Ausland erwirtschaftet. Das Unternehmen mit 240 Beschäftigten exportiert in zwölf Länder. Künftig sollen neben Privatkunden auch verstärkt Geschäftskunden gewonnen werden.

Die Erfolgsgeschichte von Lampenwelt fing 1999 ganz klein an. „Als Elektrotechnik-Student wollte ich mir etwas Zubrot verdienen“, erzählt Gründer Thomas Rebmann, der gelernter Elektriker ist. So verkaufte nebenher auf Ebay einige handverlesene Leuchten. Der Nebenverdienst wurde immer lukrativer, so dass er 2002 einen eigenen Webshop startete. Nach einem Großauftrag gründete er mit seinem älteren Bruder Andreas 2004 Lampenwelt.

Rund 50.000 Lampen und Leuchten hat der Online-Shop heute im Angebot: von App-gesteuerten Lichtsystemen für das smarte Haus bis zu Solarleuchten für den Garten. „Ein bedeutender Anteil am Umsatz wird mit Eigenmarkenprodukten erzielt“, lobt

Peter Wirtz, Geschäftsführer von 3i in Deutschland. Ausgefeilte Logistik und Kundenservice ist ebenfalls ein wichtiger Faktor für den Geschäftserfolg. Eine ähnliche Erfolgsstory kann nur Reuter Badshop, ein Onlineshop für Bad- und Sanitärausstattung. Gründer und Sanitärhändler Bernd Reuter machte zuletzt mit rund 400 Mitarbeitern etwa 200 Millionen Euro Umsatz.

„Thomas und Andreas Rebmann sind faszinierende Unternehmerpersönlichkeiten. Sie hatten vor mehr als zehn Jahren eine Idee, die sie dann exzellent umgesetzt und konsequent weiterverfolgt haben“, meint Wirtz. „Dabei haben sie nie nur kurzfristig, sondern stets mittel- bis langfristig gedacht.“

Das sind die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 17: Spotify
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Eines der wertvollsten Start-ups der Welt wird in diesem Jahr wohl die Rangliste verlassen. Der Musikstreaming-Dienst Spotify setzt laut Medienberichten zu seinem seit langem erwarteten Börsengang an. Derzeit wird das Unternehmen aus Schweden mit 8,5 Milliarden Dollar bewertet, ein Börsengang könnte die Bewertung auf bis zu 20 Milliarden steigern. Der Dienst kommt nach eigenen Angaben auf mehr als 60 Millionen zahlende Abo-Kunden und mehr als 140 Millionen Nutzer insgesamt.

Quelle: WSJ Billion Dollar Club, Januar 2017

Platz 16. Theranos
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Mit nur 19 Jahren gründete Elizabeth Holmes (Bild) im Jahr 2003 die Firma Theranos. Mit einem kleinen Piekser in den Finger sollten innovative Technologien zuverlässige günstige Bluttests liefern. Doch dann wurden immer mehr Probleme mit den Bluttests bekannt. Ergebnisse wurden angezweifelt und letztlich als fehlerhaft zurückgezogen. 2017 konnte Theranos die folgenden Rechtstreite aber beilegen. Die letzte Finanzierungsrunde, die vor dem Skandal stattfand, bewertete das Unternehmen mit 9 Milliarden Dollar.

Platz 15: Stripe
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Die irischen Brüder Patrick (links) und John Collison gründeten 2009 das Start-up Stripe. Die Software-Plattform will Online-Zahlungsabwicklungen erleichtern und verarbeitet jährlich für Unternehmen in 25 Ländern Beträge in Milliardenhöhe. Selbst ist das Jungunternehmen 9,2 Milliarden Dollar wert.

Platz 14: DJI
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Frank Wang hat seinen Kindheitstraum wahr gemacht und sogar noch weiterentwickelt: Als er noch klein war, träumte er von einem Modell-Helikopter - als er einen besaß, crashte er ihn schnell. Doch er hielt an seinem Traum fest und gründete 2006 DJI, ein mittlerweile 10 Milliarden Dollar schweres Unternehmen, das Drohnen herstellt und verkauft. Mehr als 6000 Mitarbeiter arbeiten weltweit für die Chinesen.

Platz 13: Dropbox
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Wer hat noch keine Dateien per Dropbox verschickt? Das Start-up bietet eine Freigabe- und Speicherlösung von kleinen und großen Dateien. Drew Houston schrieb 2007 den ersten Softwarecode für Dropbox während einer Busfahrt von Boston nach New York. Mittlerweile nutzen über eine halbe Milliarde Menschen weltweit Dropbox. Das Unternehmen ist derzeit 10 Milliarden Dollar wert. Experten erwarten, dass bald ein Börsengang angekündigt wird.

Platz 12: Lyft
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Der 2012 gegründete Fahrdienst-Vermittler ist der größte Konkurrent von Platzhirsch Uber. Das Start-up ist in rund 300 US-Städten aktiv. Im Oktober 2017 steckte Google eine Milliarde Dollar in das Unternehmen. Damit stieg die Bewertung von Lyft auf 11,5 Milliarden Dollar. Ein Börsengang wird in diesem Jahr erwartet.

Platz 11: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz Flipkart ist das indische Pendant zu Amazon. Binny Bansal (rechts, mit Microsoft-Chef Satya Nadella) und Sachin Bansal arbeiteten vor der Gründung für den heutigen Konkurrenten Amazon, wollten dann aber eine E-Commerce-Webseite für Inder gründen. Indische Unternehmen investierten bereits drei Milliarden Dollar in das Start-up, das mittlerweile 11,6 Milliarden Dollar wert ist.

Die Brüder, beide Mitte 40, halten inzwischen nur noch Minderheitsanteile, arbeiten aber weiter als Geschäftsführer. Neben Hauptanteilseigner 3i sind das Management sowie die Beiräte Jochen Wilms und Walter Neumüller an Lampenwelt beteiligt.

„Lampenwelt hat großes Wachstumspotenzial“, betont Peter Wirtz. Das Unternehmen passe in die Strategie, „mittelständische Unternehmen bei ihrem internationalen Wachstum zu unterstützen“, heißt es weiter bei 3i. Außerdem soll mit der Kapitalspritze in den nächsten Monaten auch ein neues Logistikzentrum und ein Bürogebäude in Schlitz errichtet werden. Denn das junge Unternehmen platzt aus allen Nähten.

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