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Lenovo schlägt zu Chinesen wollen Kultmarke Medion erhalten

Nach der angekündigten Übernahme durch Lenovo soll Medion nicht von der Bildfläche verschwinden. Der Aldi-Computerbauer soll eigenständig bleiben – und die Chinesen wollen ihre Einkaufstour fortsetzen.
01.06.2011 Update: 01.06.2011 - 08:11 Uhr 1 Kommentar
Einkaufswagen stehen vor dem Medion Fabrikverkauf in Essen. Quelle: dpa

Einkaufswagen stehen vor dem Medion Fabrikverkauf in Essen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der chinesische Computerhersteller Lenovo will den für den Aldi-Computer bekannten deutschen Elektronikproduzenten Medion für rund 629 Millionen Euro kaufen. Den Aktionären werde 13 Euro je Aktie in bar geboten, teilte Lenovo am Mittwoch in Düsseldorf mit. Die Chinesen, die vor einigen Jahren bereits die PC-Sparte des US-Konzerns IBM erworben hatten, wollen Medion am liebsten komplett übernehmen - mindestens sollen es aber 51 Prozent des Grundkapitals sein.

Auf dem Weg dazu hat Lenovo bereits einen großen Schritt mit der Zustimmung des Unternehmensgründers, Mehrheitseigentümers und Vorstandschefs Gerd Brachmann hinter sich gebracht. Es sei bereits ein Kaufvertrag über knapp 36,7 Prozent des Grundkapitals für 231 Millionen Euro geschlossen worden. Über die restlichen von ihm gehaltenen Medion-Aktien sei eine langfristige Call- und Put-Option vereinbart worden, teilte Medion mit.

Der Angebotspreis für die Medion-Aktionäre liegt knapp 18 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Dienstagabend und rund 30 Prozent über dem Kurs vom vergangenen Freitag. Die Übernahmeofferte ist bei den Anlegern des deutschen Elektronik-Großhändlers am Mittwoch auf Zustimmung gestoßen. Die Papiere legten im frühen Handel bei Lang & Schwarz gegenüber ihrem Schlusskurs von 11,05 Euro um 19 Prozent zu und waren damit der stärkste Wert im SDax. Lenovo-Papiere gaben in Hongkong knapp 0,9 Prozent nach.

Gerüchte um eine bevorstehende Übernahme hatten Medion bereits am Dienstag beflügelt und die Papiere 5,4 Prozent höher schließen lassen. Da Medion-Mehrheitsaktionär Brachmann das Übernahmeangebot unterstütze, dürfte dem Deal nichts im Wege stehen, sagte ein Händler. Nach Angaben von Lenovo steht die Offerte noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung - sowie dem Erreichen der Mindestannahmeschwelle.

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    Mit dem Kauf wolle Lenovo seinen Marktanteil von derzeit rund sieben Prozent in Westeuropa weiter in die Höhe schrauben, kündigte Lenovo-Chef Yang Yuanqing an. Der Konzern, der unter anderem mit Dell und Hewlett Packard konkurriert, sei für weitere Übernahmen gerüstet.

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