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Leuchtenhersteller Hess ist zahlungsunfähig

Der Leuchtenhersteller Hess muss Insolvenz anmelden. Gleichzeitig muss sich das börsennotierte Unternehmen mit Bilanzfälschungsvorwürfen auseinandersetzen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Update: 13.02.2013 - 21:24 Uhr 1 Kommentar
Der Leuchtenhersteller Hess aus dem Schwarzwald ist insolvent. Quelle: dpa

Der Leuchtenhersteller Hess aus dem Schwarzwald ist insolvent.

(Foto: dpa)

Stuttgart/Frankfurt Der börsennotierte Leuchtenhersteller Hess ist zahlungsunfähig. Hess hat am Mittwoch Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Villingen-Schwenningen habe den Rechtsanwalt Martin Mucha zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, bestätigte das Unternehmen am Abend in einer Pflichtmitteilung. Hess war erst im Oktober an die Börse gegangen und beschäftigt nach eigenen Angaben 380 Mitarbeiter.

Die Hess AG sei überschuldet und die verfügbaren liquiden Mittel reichten nicht aus, um die fälligen Verbindlichkeiten zu decken, teilte das Unternehmen weiter mit. Grund für die Insolvenz sei auch, dass die Grundstücksverwaltungsgesellschaft nicht zu ausreichenden Sanierungsbeiträgen bereit sei.

Die Grundstücksholding gehört zu großen Teilen dem Ende Januar entlassenen Vorstandschef Christoph Hess. Dieser weigerte sich nach eigenen Angaben Geld nachzuschießen, weil ihm Interims-Manager Till Becker keine Garantie für eine Sanierung gegeben habe.

Der Aufsichtsrat der Hess AG hatte Christoph Hess und Finanzvorstand Peter Ziegler am 21. Januar wegen angeblicher Bilanzfälschung fristlos entlassen. Für beide wird die Luft allmählich dünner. „Der Anfangsverdacht hat sich nach den bisherigen Ermittlungen bestätigt“, sagte die Mannheimer Staatsanwältin Christina Arnold dem Handelsblatt.

Die Behörde habe ihre Untersuchungen inzwischen ausgeweitet. Neben Hess und Ziegler ermittle die Staatsanwaltschaft nun gegen drei weitere Mitarbeiter des Unternehmens. Bislang war von zwei weiteren Verdächtigen die Rede.

LBBW prüft Konsequenzen

Die entlassenen Vorstände sollen zumindest seit 2011 fingierte Umsätze ausgewiesen und damit gegen Bilanzierungsregeln verstoßen haben. Damals hatte das Unternehmen 68 Millionen Euro Umsatz in den Büchern. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Ex-Manager wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung und Kapitalanlagebetrug und gegen die drei weiteren Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Beihilfe. Hess und Ziegler weisen die Vorwürfe als falsch zurück.

Brisant ist der Vorwurf der mutmaßlichen Bilanzfälschung, weil der Jahresabschluss 2011 und das erste Halbjahr 2012 Grundlage für den Prospekt des Börsengangs der Hess AG im vergangenen Oktober waren. Seit Bekanntwerden der Vorwürfe vor etwa drei Wochen war der Kurs der Hess-Aktie bis gestern um rund 75 Prozent eingebrochen. Vergangene Woche hatten die Hausbanken von Hess die Kreditlinien gesperrt und Guthaben eingefroren. Seither hatte das Unternehmen akuten Liquiditätsbedarf.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) prüft Konsequenzen aus der Pleite des Leuchtenherstellers Hess. „Wir werden die derzeitige Situation und die Abläufe natürlich sehr sorgfältig analysieren", erklärte die Bank am Mittwochabend. Die LBBW hatte den Börsengang (IPO) des Unternehmens aus Villingen-Schwenningen organisiert, das knapp vier Monate später am Mittwoch Insolvenz anmeldete. Die LBBW habe bei Hess die üblichen Sorgfaltspflichten eingehalten, erklärte die Bank.

Ob das Institut weiterhin Börsengänge begleiten werde, sei nach der Insolvenz von Hess offen. „Ob und in welchen Fällen wir künftig für IPO-Begleitungen zur Verfügung stehen, werden wir auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse entscheiden." Die LBBW, die zahlreichen Mittelständlern in Baden-Württemberg als Kunden hat, war bei Börsengängen zuletzt nur selten als federführende Bank aufgetreten. Deutschlands größte Landesbank wolle aber auch künftig Unternehmen bei der Beschaffung von Kapital über die Börse helfen - also etwa bei Kapitalerhöhungen und der Begebung von Anleihen.

Mit Material von Reuters, dpa

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  • Hauptsache die Tombstones wurden schon gegossen und die Boni an die Verantwortlichen ausgezahlt!

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