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Mantro-Chef Manfred Tropper Wie ein Münchener den digitalen Geburtshelfer für Unternehmen spielt

Mit einem ganz eigenen Geschäftsmodell hat sich Mantro bei vielen großen Konzernen einen Namen gemacht. Eine Kooperation mit Osram steht kurz bevor.
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Internat für Geschäftsideen. Quelle: Mantro
Mantro-Miteigentümer Manfred Tropper

Internat für Geschäftsideen.

(Foto: Mantro)

MünchenEs ist eher ein Zufall, dass die Digitalfirma Mantro nach Manfred Tropper benannt ist. Als er nach der Zeit an der Technischen Universität München gemeinsam mit zwei Mitstudenten ein Start-up für ein Internet-Reiseportal gründen wollte, nutzte das Trio erst einmal die bereits vorhandene Internetadresse, die Tropper ohnehin schon länger besaß.

Das Geschäftsmodell wechselte später, der Name Mantro blieb bis heute. „Ich bin nicht wichtiger als die anderen beiden“, betont Tropper. Schließlich hält jeder der drei Unternehmer auch 15 Jahre nach der Gründung noch je ein Drittel der Anteile.

Mit einem ganz eigenen Geschäftsmodell hat sich Mantro bei vielen großen Konzernen einen Namen gemacht. Die Firma entwickelt gemeinsam mit den Partnern in der Regel in einem Joint Venture neue Digitalprodukte. Am Anfang hält Mantro die Mehrheit.

Im Erfolgsfall zieht sich das Unternehmen nach ein paar Jahren zurück und verkauft seine Anteile an den Kunden, der das Geschäft dann komplett bei sich integriert. „Wir übernehmen die Gründerrolle, bauen die Organisation auf und bleiben in der Regel bis zur Kommerzialisierung des Produkts dabei“, beschreibt der 35-jährige Tropper das Prinzip. Der Partner wiederum gebe eine agile Geschäftsidee quasi für zwei Jahre in ein Internat, um sein Kind dann wieder zu sich nach Hause zu holen.

Der vollbärtige Gründer Tropper, der im Trio Vorstandschef ist, kommt im klassischen Start-up-Outfit in Jeans und Poloshirt daher. Selbst bei Traditionskonzernen wie Osram ist das heute kein Problem mehr, schließlich wollen sie vom Gründergeist der Start-ups profitieren.

Der Licht-Spezialist will gemeinsam mit Mantro das neue System Visn auf den Markt bringen. Mithilfe von Sensoren, die zum Beispiel erfassen, wie viele Mitarbeiter in einem Raum sind und wo sie sich befinden, soll die Energieeffizienz von Bürogebäuden um 300 Euro pro Quadratmeter steigen. Die Kooperation könnte nach Informationen des Handelsblatts schon bald besiegelt werden.

Das Zusammenspiel lohnt sich nach Einschätzung Troppers für beide Seiten. Ein Unternehmen wie Osram könne seine technologische Basis einbringen. Mantro wiederum habe Erfahrung darin, sehr konzentriert und kundennah Applikationen zu entwickeln. Zudem sei es für solch ein gemeinsames Start-up oft einfacher, Talente anzuwerben als für traditionelle Konzerne. Später könnten diese dann in den Konzern integriert werden, dies sei das klare Ziel. So versteht sich Mantro als „Company Builder“.

Kreative Impulse für Osram

Osram setzt bewusst auf Unterstützung von außen. Der Konzern beschäftige sich neben den klassischen Lichtthemen vermehrt mit Möglichkeiten, die über Beleuchtung hinausgehen, sagt Hubertus Breier, Bereichsleiter Innovation bei der Ex-Siemens-Tochter.

„Dabei setzt Osram auch auf kreative Impulse aus Kooperationen.“ Das gemeinsame Projekt mit Mantro sei hierfür ein Beispiel. Über die sensorbasierte Internet-der-Dinge-Lösung Visn lasse sich etwa die Auslastung von Büroplätzen anonymisiert analysieren und Raumkapazität entsprechend besser planen. Visn lasse sich dann wiederum in Osrams neue Internet-der-Dinge-Plattform Lightelligence integrieren.

Ursprünglich hatte Mantro nach dem kurzen Versuch, einen Reiseaggregator wie Expedia zu schaffen, im Auftrag von Unternehmen Software entwickelt. „Wir waren Anfang 20 und haben wahnsinnig viel Geld verdient“, erinnert sich Tropper. Aber das Team habe es mehr gereizt, eigene Produkte zu schaffen.

Für den Energiekonzern EnBW entwickelte Mantro einen Sensor, der den Füllstand in Öltanks misst. Auch mit der Allianz, mit Bosch, der Deutschen Bank, Daimler, Linde und Siemens gibt es Partnerschaften.

Wir übernehmen die Gründerrolle und bauen die Organisation auf. Manfred Tropper, CEO Mantro

Mit dem Geschäftsmodell steht das Münchener Unternehmen am ehesten in Konkurrenz mit Inkubatoren wie BCG Digital Ventures oder Venture-Capital-Spezialisten wie Project A. „Wir sind schon in einer Nische unterwegs“, sagt Tropper, der selbst Softwareentwickler ist und seine Abschlussarbeit über Data Mining schrieb.

Bei Mantro hat der leidenschaftliche Familienvater als CEO eine Art Außenministerrolle. Mitgründer sind Markus Ortmann, der für die Produktentwicklung verantwortlich ist, und Benjamin Schüdzig als Technikvorstand. Das Unternehmen haben die drei aus eigener Kraft aufgebaut. „Wir haben lange nicht einmal gewusst, dass es Venture Capital gibt.“

Die derzeit zehn Beteiligungen kommen auf 130 Beschäftigte, Mantro selbst hat 65 Mitarbeiter. Viel mehr sollen es gar nicht werden, meint Tropper. „75 ist vielleicht die magische Grenze, wo der Speed gefährdet ist.“

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