Maßgeschneiderte Risikoabsicherung Derivate für den Mittelstand

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Aber auch in Zeiten fallender Zinsen können sich Derivate für ein Unternehmen auszahlen, wenn es mit ihnen die Kosten senken kann. Anders als langfristige Kredite mit fixen Konditionen bilden viele Derivate die Zinsentwicklung eins zu eins ab und ermöglichen so eine Teilhabe, wenn die Renditen am Markt fallen.

Für Mittelständler kann das Gold wert sein: „Bei einem harten Wettbewerbsumfeld kann ein Unternehmen enorme Nachteile erleiden, wenn es nicht marktgerecht finanziert ist“, sagt DZ-Experte Weiß.

Gleiches gilt auch für mögliche Währungsverluste. Dazu ein einfaches Beispiel: Eine zehnprozentige Abwertung des Dollars kann einem Maschinenbauer, der die Hälfte seine Jahresumsatzes im Dollar-Raum erzielt, schnell zum Verhängnis werden. Bei gleich bleibenden Kosten verliert der Maschinenbauer fünf Prozent seines Jahresumsatzes und damit – je nach Marge – wahrscheinlich einen Großteil seines Jahresgewinns. Mit Derivaten, die auf Kursgewinne des Euros setzen, kann er dieses Risiko reduzieren.

„Eine Absicherung ist immer angesagt, wenn hohe Risiken für das Geschäft bestehen, seien es Zins-, Währungs- oder Rohstoffrisiken“, sagt Weiß. Bleibt die Frage nach den Produkten: Früher griffen Firmen zur Absicherung von Risiken vor allem auf Swaps und Optionen zurück. Beides sind Terminmarktgeschäfte, die Ausführung des Geschäfts liegt zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft. Während bei einem Swap jedoch ein für beide Seite bindender Vertrag geschlossen wird, kann bei einem Optionsgeschäft der Optionsnehmer zur Fälligkeit entscheiden, ob er das Tauschgeschäft tatsächlich eingehen will. Als Ausgleich für diese ungleiche Risikoverteilung zahlt er dem Optionsgeber eine Prämie.

In jüngster Zeit finden aber so genannte strukturierte Produkte immer mehr Anklang im Mittelstand. Dank ihres vorhandenen Know-Hows können die Banken hierbei Optionen so kombinieren, dass sie dem Risikoprofil und der Markteinschätzung eines Unternehmens möglichst genau entsprechen. „Mit strukturierten Derivaten kann der Kunde seine Kosten individuell optimieren“, sagt Commerzbank-Experte Weir.

Allerdings sind auch die Risiken bei vielen dieser Lösungen größer – beispielsweise bei Zinsderivaten, die Unternehmen günstige Konditionen garantieren. Im Gegenzug ziehen sie bei steigenden Kapitalmarktzinsen überproportional steigende Kosten nach sich.

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