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Mikroelektronik Staatsgeld für die Forschung

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Ein Problem sieht Teepe eher im kleinteiligen Aufbau der deutschen Forschungslandschaft: "Jedes Land oder sogar jede Stadt will ein eigenes Forschungsinstitut einrichten." Die finanzielle Masse für ein Großprojekt in der Mikroelektronik-Forschung sei so kaum mehr zu stemmen. Dazu kommen langwierige Antragsprozeduren, während in Amerika in kurzer Zeit Millionen fließen. "Den administrativen Aufwand müsste man in Deutschland zurückschrauben", kritisiert Teepe das deutsche Forschen nach genauem Plan. Und lobt im gleichen Atemzug: "Abgesehen davon ist die deutsche Forschungslandschaft sehr ideenreich und vielseitig." Dass Deutschland weiterhin im internationalen Innovationswettlauf mithalten kann, steht für Teepe außer Frage.

Joachim Pelka, Leiter der Geschäftsstelle des Fraunhofer-Verbunds Mikroelektronik in Berlin sieht die Lage der deutschen Mikroelektronik-Forschung weniger positiv. Forschungskooperationen zwischen Deutschland und den USA bezeichnet er als "pure Notwehr" gegen die scharfe Konkurrenz aus Asien. Um mithalten zu können, sollte Deutschland lieber die Grundlagenforschung hochhalten, sagt der Experte für Mikroelektronik. Warum die Basisforschung so wichtig ist? "Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik sind strategische Schlüsselindustrien für viele andere Industriezweige von der Automobilherstellung bis hin zur Kommunikationsbranche." Statt solche Grundlagen zu fördern, fragen das BMBF und der Fraunhofer-Verbund aber lieber nach der praktischen Umsetzung, kritisiert Pelka die neue Nähe zur Industrie. Für die Basis bleibt kaum Geld.

Deutsche Universitäten haben ein ähnliches Problem, weiß Joachim Burghartz: "Die meisten staatlichen Mittel gehen an große Forschungseinrichtungen wie Max Planck und Helmholtz - für die Universitäten bleibt nur wenig übrig."

In den USA ist das Werben um Drittmittel aus der Industrie dagegen an Unis üblich. "Professoren sind dort keine Institutsdirektoren, sondern Einzelkämpfer, die sich ganz auf die Lehre, ihre Forschungsarbeit und das Werben der dafür nötigen Mittel konzentrieren können", sagt Burghartz.

Eine Lösung für das finanzielle Dilemma an deutschen Unis versucht man nun in Karlsruhe und Aachen zu finden. Hier sollen Universitäten mit den Helmholtzzentren vor Ort kooperieren, denen mehr Fördermittel zur Verfügung stehen. Der Ansatz sei schon gut, sagt Institutsleiter Burghartz. "Aber inwieweit das zum Erfolg führt, muss sich erst noch zeigen."

Was der deutschen Mikroelektronikforschung noch fehlt, erklärt Gerd Teepe von AMD: "Technoparks und Spin-offs von Universitäten müssen mehr gefördert werden, um das Potenzial der Unis in die Wirtschaft zu verlängern." Das Problem: Auch hier werden nur staatliche Mittel eingesetzt. Und die sind auf lange Sicht zu begrenzt für solche Großprojekte.

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