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Milliardeninvestitionen Rekordjahr für die deutsche Start-up-Szene

Die Firmen konnten mehr Risikokapital einsammeln als je zuvor. Und das investierte Geld stammt immer häufiger aus den USA oder China.
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Rekordjahr für die deutsche Start-up-Szene Quelle: dpa
Zalando

Der Modehändler ist eines von wenigen deutschen Einhörnern.

(Foto: dpa)

BerlinFür die deutschen Start-ups dürfte 2018 zum Rekordjahr werden – das prognostiziert ein Report des Datenportals Dealroom. Demnach werden hierzulande bis Ende des Jahres 4,3 Milliarden Euro investiert worden sein – 2017 waren es nur 2,9 Milliarden Euro.

Damit liegt Deutschland deutlich hinter Großbritannien (7,1 Milliarden Euro) und knapp vor Frankreich (4 Milliarden Euro). Und der Report enthält noch weitere gute Nachrichten: So sind in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren 28 Einhörner entstanden – Start-ups also, die eine Bewertung von mehr als eine Milliarde Dollar haben.

Dazu gehören etwa der Modehändler Zalando, der Softwarehersteller Teamviewer oder Flixbus. Auch hier liegt Deutschland auf Platz zwei in Europa, übertroffen nur von Großbritannien, in dem 60 Firmen mit Milliardenbewertung zu Hause sind. Mehr als 20 Start-ups können sich laut Dealroom Hoffnung auf eine Milliardenbewertung machen, darunter der Elektrojet-Bauer Lilium, das Wissenschaftsnetzwerk Research Gate oder der Bezahldienstleister Sumup.

Verglichen mit dem Silicon Valley und mit China hinkt Deutschland aber nach wie vor weit hinterher. Laut Dealroom gibt es hierzulande zehn Firmen mit Milliardenbewertung, die noch nicht verkauft oder an die Börse gegangen sind – in den USA sind es 121, in China 76.

Hinzu kommt: Das Investitionsvolumen in Deutschland wird vor allem von einigen wenigen großen Finanzierungsrunden getrieben. So machten einzelne Investitionen in Höhe von über 50 Millionen Euro insgesamt 60 Prozent der Summe aus. In Großbritannien sind es dagegen nur 40, in Frankreich 30 Prozent. Im Klartext heißt das: Zwischen der Frühphase und den Megarunden klafft hierzulande eine Finanzierungslücke.

„In Deutschland 20 oder 30 Millionen zu finanzieren, ist eine Herausforderung“, sagt etwa Jan Miczaika, Partner bei Holtzbrinck Ventures. Dafür fehlten hierzulande die Investoren – unter anderem, weil große institutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionsfonds kaum in Start-ups investierten. So kommt das Kapital für die ganz großen Runden immer häufiger aus den USA, Asien oder Südafrika. 2018 waren es bereits 1,8 Milliarden Euro, also mehr als ein Drittel des in Deutschland investierten Kapitals – vor vier Jahren waren es noch 400 Millionen.

Ein wichtiger Geldgeber sind zudem die deutschen Konzerne. Unternehmen von BASF bis BMW stemmten laut Dealroom im Jahr 2018 Finanzierungen in Höhe von knapp einer Milliarde Euro – fast die Hälfte davon ging allerdings ins Ausland. Die britischen Konzerne investierten hingegen nur 0,5 Milliarden Euro in Start-ups.

Großes Potenzial sieht der Dealroom-Report auch bei den Talenten: So seien in Deutschland mehr Entwickler beschäftigt als in Großbritannien. Umfragen zufolge sei die britische Start-up-Szene bei Tech-Talenten zwar beliebter als die deutsche – „das kann sich durch den Brexit aber bald ändern“, sagt Dealroom-Gründer Yoram Wijngaarde.

Der Niederländer hat die Datenplattform vor fünf Jahren gegründet, weil er selbst als Investmentbanker auf der Suche nach Informationen zu europäischen Start-ups, zu Finanzierungsrunden und Übernahmen war. Heute arbeitet er mit Risikokapitalgebern wie Holtzbrinck Ventures, Target Global oder Lakestar, mit diversen Banken und Unternehmen wie Google, Microsoft oder Bayer zusammen.

Für Berlin hat er gerade eine neue, kostenlos zugängliche Plattform veröffentlicht: Auf seiner Plattform sammelt und veröffentlicht Wijngaarde Informationen über die Berliner Start-up-Szene.

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