Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Ministererlaubnis Fusion von Zollern und Miba: Unternehmer und Politik unterstützen Merckle

Der Familienunternehmer Ludwig Merckle kämpft für eine Ministererlaubnis. Aus Wirtschaft und Politik erhält er dabei Schützenhilfe.
Kommentieren
„Ich bin der festen Überzeugung: Solche Maßnahmen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit gerade mittelständischer Unternehmen mit Blick auf die Konkurrenz aus Asien oder den USA müssen ein prioritäres Ziel der Bundesregierung sein.“ Quelle:  Trumpf GmbH
Nicola Leibinger-Kammüller

„Ich bin der festen Überzeugung: Solche Maßnahmen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit gerade mittelständischer Unternehmen mit Blick auf die Konkurrenz aus Asien oder den USA müssen ein prioritäres Ziel der Bundesregierung sein.“

(Foto:  Trumpf GmbH )

Stuttgart, Frankfurt, Berlin Noch hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier keine Entscheidung zur Ministererlaubnis für die Fusion des Gleitlagergeschäfts der Zollern/Miba gefällt. Am 18. Juni läuft die viermonatige Prüfungsfrist ab. Es wäre schon sehr ungewöhnlich, wenn das Ministerium bei einem solch kleinen Fall eine Fristverlängerung bräuchte.

In jedem Fall hat die Entscheidung politische Auswirkungen. Denn unterdessen bekommt Ludwig Merckle prominente Unterstützung von schwäbischen Unternehmern und aus der Politik: „Bereits im Falle von Siemens und Alstom sind die Grenzen des Kartellrechts angesichts des globalen Wettbewerb offenbar geworden“, moniert Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller.

Auch im vorliegenden Fall wäre eine Unterstützung des Zusammenschlussvorhabens zweier Unternehmen durch die Politik begrüßenswert, findet die Trumpf-Chefin und wird noch deutlicher: „Ich bin der festen Überzeugung: Solche Maßnahmen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit gerade mittelständischer Unternehmen mit Blick auf die Konkurrenz aus Asien oder den USA müssen ein prioritäres Ziel der Bundesregierung sein.“

Auch Eberspächers Geschäftsführender Gesellschafter Heinrich Baumann warnt: „Wir müssen schon darauf achten, dass unsere Unternehmen durch allzu enge Anwendung der hiesigen Kartellregeln nicht am Ende weniger unternehmerischen Spielraum bekommen als die häufig auch noch größeren Wettbewerber außerhalb Europas.“

Die Solidarität kommt nicht von ungefähr: „Auch unser Unternehmen befindet sich in einem globalen Wettbewerb und könnte einmal in eine ähnliche Situation kommen“, ergänzt Baumann.

Passiert ist das schon dem Druckmaschinenhersteller Heideldruck, der die MBO-Gruppe übernehmen wollte, um sich für die Digitalisierung in der Branche besser zu wappnen, und keine Genehmigung vom Kartellamt bekam. Der Zusammenschluss hätte aus Sicht der Behörde eine marktbeherrschende Position im Spezialmarkt für die Herstellung von Bogenfalzmaschinen mit europaweit insgesamt vier Unternehmen eingenommen.

„Wir wären niemals in das Verfahren gegangen, wenn wir das nicht vorher genau geprüft hätten“, sagt Heideldruck-Chef Rainer Hundsdörfer. Das Kartellamt habe bei der Marktdefinition viel zu viel hineingepackt. „Das schafft nicht die Rahmenbedingungen, die der deutsche Maschinenbau im Wettbewerb mit den Chinesen braucht“, beklagte der Heideldruck-Chef. Für ihn sei es im Kleinen das Gleiche wie die nicht nachvollziehbare Entscheidung, Siemens und Alstom im Eisenbahnbereich nicht fusionieren zu lassen.

Auch die Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg, Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), spricht sich in einer dem Handelsblatt vorliegenden Stellungnahme für eine Ministererlaubnis aus: „Ich sehe vor allem die positiven Auswirkungen des Zusammenschlusses.“ Die Ministerin verweist auf die vielen Kunden in Asien, wo auch die Hauptwettbewerber sitzen.

„Angesichts des globalen Konkurrenzkampfs wiegen die gesamtwirtschaftlichen Vorteile und das Interesse der Allgemeinheit mögliche geringfügige Wettbewerbsbeschränkungen auf“, schreibt die Ministerin an ihren Parteifreund in Berlin. Zur Sicherung von wirtschaftlicher und technologischer Kompetenz und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland und Europa könne auch der Zusammenschluss zweier Mittelständler wie Miba und Zollern beitragen.

Mehr: Ludwig Merckle bricht sein jahrelanges Schweigen. Er will Peter Altmaier eine Ministererlaubnis für die Fusion seines Unternehmens Zollern abringen.

Startseite

Mehr zu: Ministererlaubnis - Fusion von Zollern und Miba: Unternehmer und Politik unterstützen Merckle

0 Kommentare zu "Ministererlaubnis: Fusion von Zollern und Miba: Unternehmer und Politik unterstützen Merckle"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.