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Mit Nischenstragegien auf den Weltmarkt Mit Schrauben und Nieten an die Weltspitze

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Der DSV vertritt 48 Schrauben- und Nietehersteller sowie 54 Unternehmen aus nahe stehenden Wirtschaftszweigen wie zum Beispiel Dienstleister zur Qualitätsprüfung, Hersteller von Beschichtungslösungen sowie Anbieter, die das Beschichten übernehmen. Mit einem Anteil von 65 Prozent ist die Automobilindustrie größter Abnehmer, gefolgt von der Elektroindustrie und dem Maschinenbau. Obwohl die Branche als Metall verarbeitender Wirtschaftszweig unter den hohen Stahl- und Energiekosten leidet, konnte sie ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 9,8 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro steigern. So wurden beispielsweise 589.000 Tonnen Verbindungsteile produziert; 2003 waren es 570.000 Tonnen. Ein Großteil der Produktion geht ins Ausland ­ im vergangenen Jahr wurden 391.000 Tonnen mit einem Wert von etwa 1,7 Milliarden Euro exportiert, gemessen an der Produktion ein Plus von knapp 20 Prozent gegenüber 2003. Hauptabnehmer sind neben europäischen Ländern vor allem die USA und Südamerika.

Aber auch der Import ist im vergangenen Jahr um gut acht Prozent auf 477.000 Tonnen gestiegen ­ vor allem Massenware wird beispielsweise in China deutlich günstiger produziert.

Viele Unternehmen entwickeln nicht nur Lösungen für einzelne Auftraggeber, sondern bringen auch selbst Innovationen auf den Markt, wie die EJOT-Gruppe aus Bad Laasphe, die eine Schraube für den Stahlleichtbau entwickelt hat. Das Produkt mit dem Namen Cronimaks formt sich sein Gewinde in hochfestem Stahl und Edelstahl, was Montagen stark vereinfacht. "Vier Ingenieure im Haus befassen sich mit der Entwicklung neuer Produkte", sagt Kerstin Schuhmacher aus dem Bereich Marketing.

2004 erwirtschaftete die 1922 gegründete EJOT-Gruppe 198 Millionen Euro Umsatz, sie zählt 1858 Mitarbeiter an 22 Standorten weltweit. Damit gehört EJOT neben Böllhoff oder der ABC Gruppe zu den wenigen deutschen Großunternehmen der Branche. Eigene Entwicklungsabteilungen können sich die kleineren Betriebe nicht leisten. Forschungsprojekte finanzieren sie gemeinsam über den Schraubenverband, der am Institut für Werkstoffkunde (IfW) der Technischen Universität Darmstadt eine Forschungsstelle unterhält. Wichtige Forschungsthemen sind derzeit der Leichtbau, unter anderem die Weiterentwicklung von Aluminiumschrauben, sowie Berechnungsmethoden zur Auslegung von Schraubenverbindungen (siehe Interview auf Seite M3). "Wenn Schrauben sich selbstständig lösen oder gar brechen, können die Folgen fatal sein und teuer", sagt Bernhard Reck. Sein Unternehmen, das reck engineering Ingenieurbüro für Verbindungstechnik GmbH in Breidenbach bietet Produkte und Dienstleistungen zur Qualitätskontrolle und Verbesserung von Verbindungskonstruktionen an.

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