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Mittelständler in Russland „Es kann schmerzlich werden“

Deutsche und Russen - das ist keine High-Tech-Wirtschaftsbeziehung, sondern ein Fall für den Mittelstand: Fast jedes zweite Fenster kommt aus Deutschland, etwa von der Firma Profine aus Troisdorf. Dort geht die Angst um.
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Fabrik in Russland: Deutsche Unternehmen fürchten um ihr Geschäft. Quelle: Getty Images

Fabrik in Russland: Deutsche Unternehmen fürchten um ihr Geschäft.

(Foto: Getty Images)

Düsseldorf In den vergangenen Jahren war Russland ein Traummarkt für Produzenten von PVC-Fensterrahmen: Unzählige Gebäude sind von St. Petersburg bis Wladiwostok mit neuen Fenstern ausgestattet worden. Immer mit dabei: deutsche Mittelständler. Fast 40 Prozent der in Russland gefertigten Profile stammen von drei deutschen Herstellern. Peter Mrosik ist der Chef des Marktführers: Zwei Fabriken hat die von ihm geführte Firma Profine in Russland. Eine steht nahe Moskau, die andere fast an der Pazifik-Küste. Und auch in der Ukraine hat er eine Fabrik.

Lange war diese Aufstellung ein Segen – knapp ein Fünftel des Umsatzes von rund 700 Millionen Euro erwirtschaftet das Unternehmen aus Troisdorf in Russland. Doch jetzt findet sich der Manager in einem Trommelfeuer aus schlechten Nachrichten wieder.

Als die Krim-Krise sich zuspitzte, purzelte zunächst der Rubel. Inzwischen kommt die Furcht vor der Auswirkung von Sanktionen hinzu. Die EU und die Vereinigten Staaten haben am Montag Reisebeschränkungen und Kontosperrungen gegen ranghohe Russen und Ukrainer verhängt – und eine Antwort Russlands scheint nur eine Frage der Zeit. Die deutsche Industrie blickt gebannt nach Osten. „Sanktionen dienen nicht gerade unseren Geschäftsbeziehungen“, sagt auch BDI-Präsident Ulrich Grillo. Die Sorgen in den Chefetagen wachsen – egal ob Dax-Konzern oder Mittelständler.

Sanktionen schwächen Rubel weiter

„Sanktionen rufen Gegensanktionen hervor. Deshalb ist es denkbar, dass deutsche Firmen wie wir, die seit Jahrzehnten dort produzieren und bestens verknüpft und anerkannt sind, darunter leiden werden“, sagt Fensterproduzent Mrosik. „An diesem Punkt habe ich nachhaltig große Befürchtungen.“ Die politische Lage schlägt sich noch nicht in den Auftragsbüchern von Profine nieder. Die Produktion in allen drei Fabriken laufe ohne Einschränkungen weiter. Doch das mindert nicht die Sorgen.

Denn schon die Furcht vor einer wirtschaftlichen Schwächung Russlands durch Sanktionen des Westens hatte dem Rubel zugesetzt. Der Dollar stieg am Montag in der Spitze auf ein Rekordhoch von 36,73 Rubel.

„Deutsche Firmen haben ihre Buchhaltung in Euro, da spielt die Abwertung des Rubels eine ganz unglückliche Rolle“, sagt Mrosik im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Unser Geschäft in Russland legt zwar zu, wir müssen aber weitere Anstrengungen unternehmen, um die Währungseffekte kompensieren zu können – etwa durch mehr Umsatz. Wenn das weitergeht, kann das sehr, sehr schmerzlich für alle Beteiligten werden.“

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9 Kommentare zu "Mittelständler in Russland: „Es kann schmerzlich werden“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Notar
    Sowohl der Herr Cordes, der russische Vertreter als auch der Historiker haben es doch ganz klar auf den Punkt gebracht.
    Alles in allem war diese Sendung eher eine Blamage für Herrn Röttger. Ein solches Thema in einer Meinungssendung anzugehen . . . ohne Worte. Das war nichts weiter als Politentertainment für ganz Dumme.

  • @senfra
    . . . hirnlose Politiker . . .
    Die sind leider nicht hirnlos, sondern verfolgen die systematische Zerstörung all der Werte, die unsere Gesellschaft zusammengehalten hat.

  • Die Taktik ist schlau. Starke Winter keine Fenster...Na...jawohl,die Russen erfriehren.

    Im Ernst, typische Arbeit von hirnlosen Politikern.

    Wir brauchen keinen Mittelstand, Hauptsache die Steuern kommen rein.

  • @ wachsamer


    Zitat : mühsam aufgebaute geschäftliche Beziehungen, die auf gegenseitigem Vertrauen basieren in Misstrauen umgewandelt.

    - genau das ist die Strategie der Überwachungsmacht USA: die Amis versuchen mit aller Gewalt das zu zerstören, was Russland und Deutschland in den letzten Jahrzehnten mühsam aufgebaut haben.

    Der Dilettantismus der deutschen Politarroganz und Propagandamedien zertrümmern die Früchte dieser Zusammenarbeit wie Elefanten im Porzellanladen und treiben die Russen förmlich in die Hände der Chinesen.

    Ein Beispiel hierzu war gestern Plasberg :

    wenn gestern jemand die Sendung "Hart aber fair" verfolgt hat, hat gesehen, wie der arrogante Plasberg mit einer Einspielung eines russischen Clips über atomare Raketenziele versucht hat, den Russischen Journalisten Ivan Rodionov in die Enge zu treiben.

    Plasberg hat mit der Kommentierung des Clips dargestellt, wie das Böse russische Reich versucht, der Welt mit dem atomaren Schrecken Angst einzujagen und bat den Russen sich dazu zu äußern.

    Tatsächlich hat der Russische Journalist im TV mit diesem Clip ( fabriziert in USA ) gezeigt, wie die Amis zu Hause das Image des Bösen für die Russen erzeugen .

    Plasberg hat den Clip aus dem Zusammenhang gerissen und hat sowohl die russischen Medien verleumdet als auch versucht,

    seinen russischen Gast mit der Einspielung zu diskreditieren und lies diesen auch sonst kaum ausreden und fiel ihm immer wieder ins Wort.

    Ein ungeheuerlicher Fall eines heuchlerischen und verleumderischen Journalismus in diesem Lande.

    Einfach ekelhaft !

  • Die Sanktionen dienen ausschließlich den Interessen der US-Amerikaner. Sowohl die russische als auch die
    deutsche Wirtschaft werden damit nachhaltig geschädigt, mühsam aufgebaute geschäftliche Beziehungen, die auf gegenseitigem Vertrauen basieren in Misstrauen umgewandelt. Genau dieses Ziel verfolgen die Amerikaner seit geraumer Zeit. Zuerst wirft man Deutschland wegen seiner Exportstärke vor, besser zu sein als der Rest der Welt und dann gelingt es durch einen selbst inszenierten Putsch in der Ukraine, gleich drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:

    1. die Schwächung der deutschen Wirtschaftskraft,
    2. die internationale Ächtung Russlands unter dem Vorwand einer völkerrechtswidrigen Handlung, obwohl man Russland vorsätzlich und berechnend in diese Falle gelockt hat einschl. der Schwächung der russischen Wirtschaft,
    3. die weitere Schwächung der EU mit dem Ziel, Deutschland auszubremsen und die ungehinderte Kontrolle über diesen "Staatenbund" fortzusetzen.

    Das Ganze ist nichts weiter als Kriegführung mit anderen Mitteln: Schwächung der Wirtschaft, Brechen der Moral der Bevölkerung, Verödung ganzer Landstriche, Anzetteln innerer Unruhen, Umstürze und Landnahme - willkommen im 21. Jahrhundert nach Christus ihr ungläubigen Ahnungslosen.

  • Wenn Putin wirtschaftlich denkt, wird er seine Rohstoffen für den inländischen Bedarf nicht an ausländische Währung knüpfen. Das hat noch nie funktioniert und damit nimmt sich Putin seine wirtschaftlichen Vorteile weg.

    Putin sollte mehr auf Wertschöpfung achten als seine Rohstoffe nur zu verschärbeln.

  • "Die große Furcht vor Sanktionen"
    ________________________

    Da gibt es, zumindest von hier, überhaupt gar keine Furcht.

    Solide unternehmerische Arbeit fürchtet Gott und dass der Himmel herunterfällt.

    Das viele Porzellan, das die Politik hier gerade wiedermal zerdeppert würde bedeuten, dass gesunder unternehmerischer Verstand mit so etwas nicht gerechnet hätte.

    Man geht als Unternehmer nicht east, weil the west so "klug" ist.

    Keine Sorge.

  • Man kann nur hoffen, dass die deutsche Politik, welche ja eigentlich nur US Politik ist, fuer den Mittelstand existentiell katastrophal auswirken wird.
    Diese Gruppe ist im Prinzip die staerkste Macht in Deutschland, nimmt sie jedoch in keiner Weise wahr!
    Nur wenn diese Gruppe mit ihren Mitarbeitern auf die Barrikaden gehen kann sich noch was aendern, denn "Eugen Sixpack" ist einfach zu trottelig, zu dumm und zu ungebildet um zu verstehen wass mit ihm gespielt wird!

  • Macht nichts, wir holen uns stattdessen einfach die Ukraine in die EU.