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Mittelständler setzen auf Leasing Mieten statt kaufen

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Was Mittelständler am liebsten leasen. Grafik: Wirtschaftswoche

Was Mittelständler am liebsten leasen. Grafik: Wirtschaftswoche

Experten unterscheiden zwischen dem eher kurzfristigen Operate-Leasing - das kommt der Miete am nächsten und ist vor allem im Automobilleasing üblich - und dem komplexeren Finanzierungsleasing. Dabei sind in der Regel drei Partner im Spiel: Neben der Leasinggesellschaft und ihrem Kunden noch der Hersteller einer geleasten Maschine oder etwa beim Immobilienleasing die Objektgesellschaft als Eigentümerin des Gebäudes.

Die Leasinggüter tauchen beim Finanzierungsleasing in der Bilanz des Leasinggebers auf. Das Unternehmen kann die Leasingraten zudem als Betriebsausgaben absetzen. "Die Raten lassen sich flexibler an die wirtschaftliche Lage anpassen", sagt Simon Dahms, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Controlling der Universität Münster. Und anders als Kreditraten fallen sie bilanziell nicht als Verbindlichkeit zur Last.

So schont Finanzleasing das Eigenkapital und die Liquidität des Leasingnehmers und verbessert damit sein Rating.

Das tut auch Not. Denn bei der Finanzierung von Investitionen hakt es bei Mittelständlern oft. Einer Studie von PricewaterhouseCoopers zufolge können nur 22 Prozent der Unternehmen ihren Gewinn vollständig reinvestieren - mangels Liquidität. Und nur rund jede dritte Verhandlung über Investitionskredite ist aus Unternehmenssicht erfolgreich. Grund hierfür ist die chronisch dünne Eigenkapitaldecke. In 34 Prozent der kleineren Unternehmen liegt die Eigenkapitalquote nach Angaben der Creditreform unter zehn Prozent, bei gut jedem vierten Unternehmen unter 20 Prozent. Das verschlechtert das Rating und treibt die Finanzierungskosten.

Da wundert es kaum, dass die Zahl der Mittelständler steigt, die Leasing zur Finanzierung von Investitionen nutzen. Das zeigt die aktuelle Mind-Studie (Mittelstand in Deutschland) des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn. Fast 41 Prozent der befragten Unternehmen setzen Leasing danach als Finanzierungsinstrument ein, wobei das Fahrzeugleasing klar dominiert (siehe Grafik).

Ein schlechtes Rating können Unternehmen mit Leasing allerdings nur bedingt aufhübschen. "Auch beim Leasing zählt die Bonität", sagt Dahms.

"Gute Konditionen erhält nur, wer auch gute Kreditkonditionen bekäme." Das sind Unternehmen, deren Rating einem Creditreform-Bonitätsindex von mindestens 300 Punkten entspricht - auf der Skala von 100 (der Bestnote) bis 600 Punkten. "Um diese 300er-Grenze herum bewegt sich unserer Erfahrung nach der Großteil der Mittelständler", sagt Dahms.

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