Mittelstand Deutscher Pessimismus drückt Investitionen

Der deutsche Mittelstand ist verunsichert. Offenbar fürchten viele Firmen eine „Megakrise“, die zu einer weltweiten Rezession führen könnte. Europaweit zeichnet sich hingegen eine neue Aufbruchsstimmung ab.
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Viele Mittelständler fürchten eine Eskalation der vielen politischen Krisen und militärischen Konflikten. Quelle: dpa

Viele Mittelständler fürchten eine Eskalation der vielen politischen Krisen und militärischen Konflikten.

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BerlinIm deutschen Mittelstand machen sich wegen vieler internationaler Krisen Zukunftssorgen breit. Während sich europaweit eine neue Aufbruchsstimmung unter den Firmen abzeichnet, überwiegt in Deutschland der Pessimismus, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) unter 6000 Betrieben aus 21 Ländern hervorgeht. „Deutschlands Mittelständler sind massiv verunsichert“, sagte EY-Experte Peter Englisch. „Sie sehen derzeit vor allem Risiken.“ Die vielen weltweiten Krisen erschwerten die Planungen, vor allem der Konflikt mit Russland.

Die Industrie rechnet zwar damit, dass die Wirtschaft dieses Jahr mit 1,5 Prozent genauso kräftig wächst wie 2014. „Trotz aller Turbulenzen und Unsicherheiten steht Deutschland zu Beginn des Jahres 2015 wirtschaftlich gut da“, sagte Präsident Ulrich Grillo vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Ein durchgreifender Aufschwung zeichne sich allerdings nicht ab, sagte Grillo, der ebenfalls auf die geopolitischen Risiken wie die Ukraine-Krise hinwies. „Wer verunsichert ist, stellt einfach Investitionen zurück.“

Mangelnde Zuversicht führt der EY-Umfrage zufolge dazu, dass die deutschen Firmen vergleichsweise weniger investieren wollen als ihre ausländischen Wettbewerber. Nur 19 Prozent der heimischen Mittelständler rechnen mit einer besseren Wirtschaftslage. Europaweit hingegen gehen fast ein Drittel von einem Aufschwung im eigenen Land aus – in Irland sogar mehr als zwei Drittel. Vor einem halben Jahr war die Zuversicht unter den deutschen Firmen laut EY bedeutend größer: Da rechneten noch 30 Prozent mit einer anziehenden Konjunktur.

Welche Familien in Deutschland die Macht haben
Rang 20: Unternehmensgruppe Tengelmann
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Rang 20: Unternehmensgruppe Tengelmann

Branche: Handel
Umsatz 2012: 10 Milliarden
Beschäftigte 2012: 83.400

Im aktuellen Ranking der nach Umsatz stärksten Familienunternehmen Deutschlands, das die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zusammengefasst hat, findet sich auf dem 20. Platz Tengelmann.

Zur Unternehmensgruppe gehören neben der Supermarktkette Kaisers's Tengelmann auch Anteile von Obi, Kik, Woolworth und Netto. Im Vergleich zum Vorjahr büßt die Unternehmensgruppe drei Plätze im Ranking ein.

Rang 19: Oetker-Gruppe
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Rang 19: Oetker-Gruppe

Branche: Mischkonzern
Umsatz 2012: 11 Milliarden
Beschäftigte 2012: 26.400

Zur Unternehmensgruppe mit Firmensitz in Bielefeld gehören rund 400 Unternehmen. Oetker setzt jeden zweiten Euro (5,46 Milliarden Euro) mit der Reederei Hamburg Süd um, im Vergleich zum Vorjahr nahm der Umsatz um neun Prozent zu.

Rang 18: Schaeffler AG
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Rang 18: Schaeffler AG

Branche: Wälzlager
Umsatz 2012: 11 Milliarden
Beschäftigte 2012: 76.100

Die Schaeffler AG gehört gehört zu 20 Prozent der Witwe des Unternehmensgründers, Maria-Elisabeth Schaeffler, (Bild) und zu 80 Prozent dem Sohn Georg Schaeffler. In der Öffentlichkeit bekannt wurde der Konzern durch die Übernahme der Continental AG.

Rang 17: Merck KGaA
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Rang 17: Merck KGaA

Branche: Pharma
Umsatz 2012: 11 Milliarden
Beschäftigte 2012: 38.800

Der deutsche Pharma- und Spezialchemiekonzern kann im Vergleich zum Vorjahr vier Plätze gut machen und springt in die Top 20 der größten deutschen Familienunternehmen. Auch auf die Familie Merck zurückzuführen ist das amerikanische Unternehmen Merck & Co. In den USA heißt die Darmstädter Firma allerdings EMD.

Rang 16: Otto Group
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Rang 16: Otto Group

Branche: Handel
Umsatz 2012: 11 Milliarden
Beschäftigte 2012: 53.800

Nach Amazon ist Otto der zweitgrößte Onlinehändler weltweit. Vom Internetverkauf profitiert der traditionelle Versandhändler so stark, dass der Web-Shop weiter ausgebaut werden soll.

Rang 15: Rethmann AG & Co
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Rang 15: Rethmann AG & Co

Branche: Entsorgung
Umsatz 2012: 12 Milliarden
Beschäftigte 2012: 60.000

Die Rethmann AG unterteilt sich in drei Sparten. Eine davon ist die Remondis-Gruppe, die eines der weltweit größten privaten Dienstleistungsunternehmen der Wasserwirtschaft ist. Rethmann konnte im Vergleich zu 2011 fünf Plätze im Ranking klettern.

Rang 14: Boehringer Ingelheim
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Rang 14: Boehringer Ingelheim

Branche: Pharma
Umsatz 2012: 14 Milliarden
Beschäftigte 2012: 46.200

Boehringer Ingelheim ist Deutschlands zweitgrößtes forschendes Pharmaunternehmen. Weltweit ist es das größte, das sich noch vollständig in Familienbesitz befindet.

Auch bei der Einschätzung der eigenen Geschäftslage geben sich die Firmenchefs deutlich skeptischer. Nur jeder Dritte rechnet mit einer Besserung, während europaweit der Anteil der Optimisten im Schnitt bei 46 Prozent liegt. Der Anteil der Betriebe, die mit schlechteren Geschäften rechnen, stieg im Vergleich zu Juli 2014 von sieben auf zwölf Prozent – den höchsten Wert seit dem Krisenjahr 2009.

Das Geschäftsklima trübte sich hierzulande ein, hier liegt Deutschland laut Umfrage nur auf dem 18. Platz. Schlechter ist das Klima demnach nur in Italien, Polen und Griechenland.

Die Stimmung sei deutlich schlechter als die Lage, sagte Englisch. Der Ölpreis-Rückgang entlaste zwar die Kosten und wirke wie ein Konjunkturprogramm. Allerdings verstärke dies die Sorgen, dass Russland weiter in die Krise rutsche – was sich auf die deutschen Firmen auswirken könnte. Offenbar fürchteten immer mehr Mittelständler, dass aus den vielen politischen Krisen, militärischen Konflikten und den wirtschaftlichen Verwerfungen wie dem Ölpreis-Verfall „eine Megakrise wird, die zu einer erneuten weltweiten Rezession führen könnte“, sagte Englisch.

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