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Modehändler Mangos Erfolgsrezept ist die Treue

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Vielleicht ist deshalb die Atmosphäre hier so locker und familiär. Denn das ist ungewöhnlich für Spanien, wo Firmen üblicherweise sehr patriarchalisch und streng hierarchisch funktionieren. Bei Mango redet jeder mit jedem, alle duzen sich. Vom Chef reden die Mitarbeiter selbstverständlich von "Isak", und Expansionsdirektor Halfon wird mit "Isi" angesprochen. Ein "multinationales Familienunternehmen" nennt Geschäftsführer Enric Casi dieses Unternehmen, das trotz seiner eindrucksvollen internationalen Expansion an den Schalthebeln in Barcelona immer noch so tut, als wäre es ein Kleinunternehmen. "Das hat den Vorteil, dass wir Entscheidungen schnell fällen", erzählt Casi.

An diesem Prinzip soll sich auch in der nächsten großen Expansionsetappe nichts ändern. Bis 2019 will Mango die Zahl der Geschäfte auf 3 000 steigern, vor allem in Asien, den USA und Europa. In diesem Jahr sollen weltweit 150 neue Shops entstehen - trotz Wirtschaftskrise.

Die Krise biete auch Chancen, "man findet mehr Ladenlokale, besseres Humankapital, und die Zinsen sind niedrig", so Expansionsdirektor Halfon. Stärkeren Wind spürt der Modekonzern vor allem in Spanien, das immerhin 22 Prozent des Geschäfts ausmacht. Das wird jedoch durch andere Regionen wie Asien, den Mittleren Osten oder Deutschland ausgeglichen. Der Umsatz soll dieses Jahr um mindestens fünf Prozent steigen und der Gewinn im pessimistischsten Szenario so ausfallen wie im Vorjahr.

Immerhin haben sich die Mango-Strategen für die neue Wachstumsphase mit veränderten Strukturen im Management gerüstet. "Wir hatten zwei Optionen: entweder an die Börse gehen oder die internen Strukturen verändern", erklärt Geschäftsführer Casi. "Die Börse mögen wir nicht besonders, sie folgt Moden, vor einigen Jahren haben wir nach Meinung der Analysten alles schlecht gemacht, jetzt werden wir plötzlich für alles gelobt, weil wir in Mode gekommen sind - wir dagegen versuchen, sehr langfristig zu denken."

So wurde das oberste Management umgebaut: Seit gut einem Jahr wird Mango formell nun von einem achtköpfigen Verwaltungsrat geleitet. Die Brüder öffneten auch das Kapital für minimale Beteiligungen der Verwaltungsratsmitglieder, halten aber selbst weiter 97 Prozent der Anteile. Im Verwaltungsrat stellen die Andics, Casi, Halfon sowie der Kreativdirektor Damián Sanchez die alte Garde dar. Daneben zogen drei Vertreter der nächsten Generation ein, die Mittdreißiger, die aber auch schon viele Jahre hier arbeiten. Casi: "In zehn Jahren ziehen wir uns zurück." Ob zur nächsten Führungsgeneration dann auch ein Mitglied der Familie Andic gehört, ist unsicher. Zwei der drei Kinder von Isak Andic arbeiten im Unternehmen, der älteste Sohn hat sich zum Designer hochgearbeitet. Eine Tochter entwirft Accessoires, auch eine Tochter von Nahman Andic gehört zum Mango-Staff.

Neben den Veränderungen im Management eröffnete Mango vor zwei Jahren das Hangar-Design-Zentrum und im vergangenen Februar ein 24 000 Quadratmeter großes Logistikzentrum. Dort ist von der Krise wenig zu spüren. Lastwagen kommen und fahren, spucken Kisten mit gefalteten Kleidern von den Lieferanten aus China, Vietnam, der Türkei, Indien, Marokko oder in wenigen Fällen auch aus Portugal aus oder nehmen andere Kisten mit auf die Reise in die vielen Mango-Shops weltweit. Im Gegensatz zum spanischen Rivalen Inditex - Zara - produziert Mango seine von eigenen Designern entworfenen Waren nicht selbst und verkauft sie größtenteils über Franchisenehmer. Nur 40 Prozent der Mango-Läden gehören zum Unternehmen. Das Zentrum ist bisher zu 40 Prozent ausgelastet - damit dürfte es für zehn Jahre ausreichen, erwartet Logistikdirektor Ceci Lozano. Und dann soll die neue Logistikstadt eingeweiht werden, für die das Terrain schon gekauft und die Baugenehmigung erteilt ist: in Lliçà - natürlich in der Provinz Barcelona.

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