Modellbahnhersteller Jim Knopf soll Märklin-Umsatz beflügeln

Noch vor ein paar Jahren war die Zukunft des traditionsreichen Modellbahnherstellers ungewiss. Inzwischen haben fränkische Spielzeug-Fabrikanten das Unternehmen wieder aufs Gleis gesetzt. Dabei hilft nun auch Jim Knopf.
Update: 26.01.2018 - 10:48 Uhr Kommentieren
Mit entsprechenden Lizenzprodukten, unter anderem einer Nachbildung der windschiefen Lok „Emma“, hofft Märklin auf zusätzlichen Rückenwind. Quelle: dpa
Filmset von „Jim Knopf und Lukas, den Lokomotivführer“

Mit entsprechenden Lizenzprodukten, unter anderem einer Nachbildung der windschiefen Lok „Emma“, hofft Märklin auf zusätzlichen Rückenwind.

(Foto: dpa)

Fürth/GöppingenSeit Jahren stagniert der Umsatz des Modellbahnherstellers Märklin – jetzt setzt das Göppinger Unternehmen bei seiner Wachstumsstrategie auf „Jim Knopf und Lukas, den Lokomotivführer“. Die Verfilmung von Michaels Endes Kinderabenteuer kommt Ende März in die deutschen Kinos. Mit entsprechenden Lizenzprodukten, unter anderem einer Nachbildung der windschiefen Lok „Emma“, hoffe man auf zusätzlichen Rückenwind für die Marke Märklin, berichtete Firmen-Chef Florian Sieber wenige Tage vor der Spielwarenmesse in Nürnberg.

Mit einem Schub auch für den Umsatz rechnet der Firmenchef hingegen so schnell nicht. 2018 werde der Umsatz voraussichtlich auf dem Niveau von 2017 verharren, prognostizierte Sieber. „Es bleibt aber unsere Aufgabe, die Märklin-Umsätze zu steigern.“ Im Geschäftsjahr 2016/2017, das am 31. März endet, erreichten die Erlöse des Unternehmens mit 108 Millionen Euro das Niveau des Vorjahres. Die Ertragssituation des traditionsreichen Modellbahnherstellers sei dennoch gut, betonte der Märklin-Chef.

Trotz hoher Investitionen in die beiden Werke in Göppingen und im ungarischen Györ sowie in das künftige Werksmuseum „Märklineum“, „legen wir da nicht jedes Jahr drauf“, versicherte Siebers Vater und Märklin-Mitinhaber, Michael Sieber. Der Modellbahnersteller gehört seit 2013 einer von Vater und Sohn gegründeten Familien-GmbH. Michael Sieber ist zugleich Inhaber und Chef des Fürther Spielwarenkonzerns Simba Dickie („Bobby-Car“).

Sieber senior machte derweil bei der Vorstellung der aktuellen Jahreszahlen klar, dass er trotz des ausgebliebenen Wachstums weiter an die Marke Märklin glaube: „Ich sehe Potenzial in der Marke.“ Man müsse aber Geduld haben. „Was in Jahrzehnten unterlassen wurde, kann man nicht in fünf Jahren nachholen.“ Zugleich räumte Michael Sieber aber ein: „Wir haben uns das nicht so schwer vorgestellt. Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollten“. Für ihn sei Märklin ein langfristiges Investment, das man nachhaltig angehen müsse.

Um den Bekanntheitsgrad der Marke Märklin zu steigern, kooperiert der Modellbahnhersteller künftig mit dem Baby- und Kinderbekleidungs- Hersteller Kids Fashion Group. Der Lizenznehmer will künftig Märklin-Motive auf Jacken, Hosen, Strampler und Shirts drucken. „Wir erwarten, dass wir damit Kinder und Familien für Märklin begeistern.“ Das Märklin-Logo soll zudem häufiger auf Batterien für Kinderspielzeug prangen. Märklin hat dazu eine Lizenzvereinbarung mit dem Batterie-Hersteller Eures abgeschlossen, die zudem zusätzliches Geld in die Märklin-Kasse bringe.

  • dpa
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