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Motivierte Mitarbeiter steigern den Wert von Unternehmen Belegschaft als Wettbewerbsvorteil

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Diese „weichen“ Faktoren entscheiden letztendlich, ob ein Unternehmen langfristig erfolgreich ist. Eine Firma ist schließlich mehr als die Summe ihrer Netto-Vermögenswerte, und ein Firmenkäufer wird womöglich den Überpreis, den er dafür bereit ist zu zahlen, als Goodwill bilanzieren können.

Jeder Unternehmung liegt ein Geschäftsmodell zugrunde, das beschreibt, bei welchen Kunden mit welchem Produkt Umsatz generiert werden und Gewinn gemacht werden soll. Die darauf aufbauende Strategie beschreibt den Weg, wie man sich vom Wettbewerb abhebt und eigene Wettbewerbsvorteile ausbaut. Das beinhaltet laufend Anpassungen und Veränderungen. Dafür muss der „Strategische Fit“ durch „Unternehmens-Kitt“ fest verankert werden. Darunter versteht man die „weichen Faktoren“ wie motivierte Mitarbeiter, die Fähigkeit sich anzupassen, die richtigen Informationen zur Verfügung zu stellen und die Informationstechnologie effizient zu nutzen.

Wesentlich für den Erfolg ist dabei eine offene Firmenkultur, die den Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellt und Vertrauen schafft. Letztlich ist die Belegschaft der einzig nachhaltige Wettbewerbsvorteil, den ein Unternehmen hat; Anlagen- und Umlaufvermögen lassen sich schnell kopieren und identische Produkte erzeugen. Es muss also sichergestellt werden, dass Wissen auch weitergegeben und im Unternehmensinteresse genutzt wird. Zuverlässigkeit und Einsatzfreude müssen durch den Vertrauen schaffenden Umgang mit Mitarbeitern gefördert werden. Die beschafften Informationen allen Beteiligten zugänglich zu machen, ist letztlich der „Kitt“, der es einem Unternehmen ermöglicht, sich erfolgreich im Wettbewerb zu behaupten.

Die Nachhaltigkeit des Erfolges lässt sich praktisch nur in den „weichen Faktoren“ erkennen, wobei die Bilanzen der vergangenen Jahre die vertrauensbildende Basis sind. Die herkömmliche funktionale Gliederung in Abteilungen und ein Controlling, das sich in „Budget-Soll-Ist-Abweichungs-Analysen“ erschöpft, wird dieser Aufgabe nicht gerecht. Denn diese Unternehmens-Philosophie beruht auf den Ideen von Taylor und Ford zur Arbeitsteilung. Sie geht von einem hierarchischen Modell aus, in dem alle Aktionen geplant sind und in dem Manager die Aufgabe haben, das Erreichen der Planziele zu kontrollieren und zu sichern.

Die Wirklichkeit zeigt jedoch, wie wichtig komplexe, integrierte Prozesse sind – Stichwort: „Supply Chain“. Und die Notwendigkeit, Veränderungen zu erkennen und das Unternehmen anzupassen: Dafür braucht man Mitarbeiter, die die Notwendigkeit der Veränderung verstehen und die diesen Prozess mit ihrem Können und ihrer Erfahrung herbeiführen. Diese Anpassungsfähigkeit kann aber nur durch ein gutes Miteinander erreicht werden. Ein Wertewandel wird für die Unternehmen damit zur vordringlichsten Aufgabe.

Hans Rolf Niehues ist Partner des Bertunghauses Unternehmenspartner Buchholz & Hermes & Niehues, Rheine

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