Nach Hess-Pleite Landesbank stellt Strafantrag

Knapp vier Monate war Straßenlaternen-Hersteller Hess an der Börse notiert, dann ging das Unternehmen Pleite. Mit im Boot sitzt die Landesbank Baden-Württemberg. Sie sieht sich getäuscht und stellt einen Strafantrag.
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Straßenlaternen-Hersteller Hess meldete Mitte Februar Insolvenz an. Quelle: dpa

Straßenlaternen-Hersteller Hess meldete Mitte Februar Insolvenz an.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) geht gegen den insolventen Straßenlaternen-Hersteller Hess vor. Das Institut organisierte den Börsengang des Unternehmens, das knapp vier Monate später Pleite ging, und zählt Finanzkreisen zufolge auch zu seinen größten Gläubigern. Die LBBW habe keine Hinweise, dass sie beim Börsengang ihre Sorgfaltspflichten verletzt habe. Zudem sei Hess von unabhängigen Wirtschaftsprüfern untersucht worden, erklärte die Bank. „Daher sieht sich auch die LBBW getäuscht und hat Strafantrag gestellt.“

Die Stuttgarter Landesbank hat den Börsengang der Firma aus Villingen-Schwenningen Ende Oktober organisiert. Mitte Februar meldete Hess Insolvenz an, die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts des Kapitalanlagebetrugs durch falsche Angaben im Börsenprospekt. „Die LBBW nimmt die Vorgänge bei Hess sehr ernst“, betonte die Bank.

Sie habe großes Interesse an der Aufklärung des Falls und unterstütze die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen gegen Verantwortliche bei Hess. Zur vertieften Prüfung des Falls habe Deutschlands größte Landesbank außerdem externe Anwälte beauftragt.

Die LBBW, die zuletzt bei Börsengängen nur noch selten als federführende Bank aufgetreten war, hat nach dem Fall Hess das gesamte Geschäft mit Börsengängen auf den Prüfstand gestellt. Ob das Institut, das zahlreiche Mittelständler in Baden-Württemberg als Kunden hat, Unternehmen auch künftig an die Börse begleitet, hat sie noch nicht entschieden.

Insolvenzverwalter der Hess AG ist der Stuttgarter Rechtsanwalt Volker Grub. Der ursprünglich bestellte Martin Mucha, der aus der gleichen Kanzlei kommt, konzentriert sich auf die sächsische Tochter Hess Lichttechnik.

  • rtr
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