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Nachfolge-Regelung Unternehmer müssen loslassen können

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Viele bleiben in Familienhand: Nachfolgelösungen und Motive. Grafik: HB

Viele bleiben in Familienhand: Nachfolgelösungen und Motive. Grafik: HB

Doch wer zu lange zögert, verpasst die Chance, einen unausweichlichen Prozess nach seinen Zielen zu steuern. „Nachfolge ist ein Projekt, das man fünf bis sieben Jahre lang managen muss“, sagt Reinhardt. Gute Beispiele gibt es nicht nur bei den Birkels in Hamburg. Trumpf-Eigner Berthold Leibinger gab die Führung des schwäbischen Werkzeugmaschinenherstellers im Oktober 2005 an Tochter Nicola Leibinger-Kammüller ab: Sie ist seit 1985 bei Trumpf, hat die Gruppe im In- und Ausland kennen gelernt.

Die familieninterne Weitergabe ist für die meisten erste Wahl, braucht aber Vorbereitung. Experten raten von einem Automatismus ab, mit dem etwa der älteste Sohn plötzlich die Führung übernehmen soll oder gar in diese Rolle gedrängt wird. Stattdessen sollten Unternehmer mit Hilfe des Firmenbeirats kritisch auswählen und Kandidaten mehrere Jahre auf die Aufgabe vorbereiten. Erfahrungen in fremden Unternehmen und in mehreren Geschäftsbereichen sind wichtig.

Es muss aber nicht immer ein Familienmitglied sein. Die interne Weitergabe gelingt in rund 44 Prozent der Firmenübergaben, ermittelte das IfM Instituts für Mittelstandsforschung. Optimisten sagen: immerhin. Pessimisten sagen: nur noch. 26,7 Prozent der übergabereifen Firmen wurden 2005 von eigenen Mitarbeitern oder von externen Managern übernommen, ein weiteres Fünftel wurde verkauft.

Für Letzteres entschieden sich jüngst die Besitzer der Hellingrath GmbH, ein mittelständischer Spezialist für Industrieautomatisierung aus Mühlheim an der Ruhr. Die vier im Unternehmen tätigen Gesellschafter erkannten früh, dass aus ihren Familien keine Nachfolger bereitstanden, und verkauften die Firma Anfang Juni an SMS Demag, ein bis dato großer Kunde der Firma.

Eine Option, die in der derzeitigen Boomphase lohnt. „Sollte kein interner Nachfolger in Sicht sein, können jetzt überdurchschnittliche Verkaufspreise erzielt werden“, sagt Hans Bethge, Partner bei der M&A-Beratung Angermann. Doch auch ein Verkauf braucht lange Vorbereitung, will man einen hohen Preis erzielen: Im Zuge der Nachfolgesteuerung sollte Transparenz in der Firma geschaffen werden, damit Lage und Stärken nicht nur für den Alt-Unternehmer allein erkennbar sind.

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