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NACHGEFRAGT: KLAUS MANGOLD „Präferenz für Partner aus Deutschland“

Klaus Mangold ist Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.
Klaus Mangold

Klaus Mangold

Handelsblatt: Im Russlandgeschäft herrscht Aufbruchstimmung. Welche Perspektiven bietet das Land?

Russland orientiert sich allmählich weg vom Energiesektor, hin zu einer breiteren industriellen Entwicklung. Davon profitieren viele Bereiche: Fahrzeugbau, Petrochemie, Lebensmittelindustrie und Verbrauchsgüter. Es setzt sich das Bewusstsein durch, dass Saudi-Arabien kein Vorbild ist: Ein Land von Russlands Größe kann sich langfristig nicht auf Basis des Ölreichtums entwickeln, es braucht eine ausreichende Industriebasis. Die russischen Unternehmer sehen, dass die Öleinnahmen jetzt auf dem Höhepunkt sind. Viele wollen breiter investieren und sind auf der Suche nach industriellen Projekten.

Was heißt das für deutsche Unternehmer?

Vielen russischen Unternehmern ist klar, dass sie das nicht alleine leisten können. In vielen Bereichen beträgt der technologische Abstand 20 bis 30 Jahre zur Industrie des Westens. Daher ist die Nachfrage für Maschinen und Anlagen sehr hoch. Viele suchen Partner – und haben eine Präferenz für Deutschland.

Ist die deutsche Wirtschaft an der Erschließung des Marktes nach wie vor interessiert?

Nach China ist Russland für uns die wichtigste zusätzliche Wachstumsmaschine. Das gilt für unsere Lebensmittelindustrie, den Handel, die Autozulieferer und auch für die Konsum- und Verbrauchsgüterhersteller. Das Bewusstsein setzt sich durch, dass wir auf den stark wachsenden Verbrauch reagieren müssen. Wir müssen mehr im Lande investieren, um die breiter werdende Nachfrage abdecken zu können.

Die Investitionsstatistik zeigt diesen Aufbruch aber noch nicht an ...

Wenn man sich die nackten Direktinvestitionen anschaut, ist das richtig. Aber diese erfassen nicht die direkten Beteiligungen, wie zum Beispiel von Eon-Ruhrgas an Gazprom. Und wenn man auf die Kreditvolumina, die Euro-Bonds oder die Hermes-Inanspruchnahmen schaut – die gehen bereits gewaltig in die Höhe.

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