Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Neuemissionen Börse bleibt für Mittelständler geschlossen

Selten war der Bedarf an Eigenmitteln in der deutschen Wirtschaft so groß wie heute. Das Klischee vom kapitalmarktscheuen Mittelständler hat zumindest in einigen Fällen ausgedient - dennoch bleiben Börsengänge aus. Denn Investoren meiden ausgerechnet den Mittelstand.
Kommentieren
Joyou-Aktie: Nur wenige Unternehmen stemmen derzeit einen Börsengang ohne die Hilfe von Finanzinvestoren. Quelle: dpa

Joyou-Aktie: Nur wenige Unternehmen stemmen derzeit einen Börsengang ohne die Hilfe von Finanzinvestoren.

(Foto: dpa)

FRANKFURT. Der Knoten ist geplatzt: Nach mehreren Absagen im vergangenen Jahr haben in den letzten Wochen auch in Deutschland mehrere Firmen den Sprung auf das Börsenparkett geschafft. Doch gerade der seit Jahren schwach kapitalisierte Mittelstand droht dabei auf der Strecke zu bleiben. Mangels Interesse der Anleger ist das Initial Public Offering (IPO) für kleine und mittelgroße Firmen noch immer kaum eine realistische Option.

"Das Problem, wie man dem Mittelstand einen Zugang zur Börse verschafft, ist ungelöst und kann einem Kopfschmerzen bereiten", sagt Andreas Zanner, IPO-Experte bei der Wirtschaftssozietät CMS Hasche Sigle. Sogenannten Small- und Midcaps falle der Gang an die Börse nach wie vor extrem schwer: "Rein volkswirtschaftlich betrachtet ist das bedenklich." Stephan Leithner, der weltweit für die Kundenbetreuung im Investment-Banking der Deutschen Bank mitverantwortlich ist, rechnet vorerst auch mit wenig Besserung. "Obwohl es in Deutschland erfolgreiche Börsengänge von mittelständischen Unternehmen gegeben hat, werden aus unserer Sicht im laufenden Jahr nicht sehr viele Mittelständler den Weg an die Börse in Angriff nehmen", prognostiziert der Manager.

Drei Exits von Finanzinvestoren

Tatsächlich haben mit Brenntag, Kabel Deutschland (KDG) und Tom Tailor in den vergangenen Wochen fast ausschließlich Firmen die Erstnotiz gewagt, die aus den Portfolios von Finanzinvestoren stammen. Lediglich bei Joyou war dies nicht der Fall. Doch als chinesischer Armaturenhersteller ist das Unternehmen ohnehin ein Exot - von deutschem Mittelstand keine Spur. KDG und der Chemikalienhändler Brenntag verfügen zudem über ein Emissionsvolumen, das eher den Vergleich zu Großkonzernen nahelegt. Mit der Berliner Immobilienfirma GSW steht zudem schon wieder ein Börsenaspirant in den Startlöchern, der sich in den Händen von Private-Equity-Fonds befindet.

Dabei gäbe es auch im Mittelstand hierzulande großen Bedarf an Eigenmitteln. Jedes dritte deutsche Unternehmen - und die meisten davon sind kleinerer und mittlerer Größe - arbeitet nach Berechnungen der Kreditauskunftei Creditreform immer noch mit einer Eigenkapitalquote, die unter der als kritisch gesehenen Grenze von zehn Prozent liegt.

Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Neuemissionen: Börse bleibt für Mittelständler geschlossen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote