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Nicolas Luc Villeroy Die Rückkehr der Familie

Eigentlich hatte sich die Gründerfamilie schon aus der Konzernführung von Villeroy & Boch verabschiedet. Jetzt ist ein Nachfahre zurückgekehrt - mit ambitionierten Plänen.
08.07.2012 Update: 10.07.2012 - 09:37 Uhr Kommentieren
Nicolas Luc Villeroy: an alte Zeiten anknüpfen. Quelle: Villeroy & Boch AG

Nicolas Luc Villeroy: an alte Zeiten anknüpfen.

(Foto: Villeroy & Boch AG)

Mettlach Seit 264 Jahren produziert das börsennotierte Familienunternehmen Villeroy & Boch feines Geschirr und edle Badezimmerkeramik wie Waschbecken und Badewannen. Aus der operativen Führung hatten sich die Familien Villeroy und Boch 2007 jedoch verabschiedet. Der bis dahin aktive Vorstandsvorsitzende Wendelin von Boch-Galhau wechselte in den Aufsichtsrat, die operative Leitung übernahm mit Frank Göring ein familienfremder Manager.

Doch jetzt ist ein Nachfahre der Gründerfamilien, die bis heute alle Stammaktien und damit auch Stimmrechte besitzen, in die Führungsriege zurückgekehrt. Nicolas Luc Villeroy, ein Spross der siebten Generation, ist nach 25 Jahren im Unternehmen zum Vorstandsmitglied berufen worden. Und der Franzose, der in Nizza aufwuchs, hat nichts Geringeres vor, als an alte, bedeutende Zeiten des Traditionshauses anzuknüpfen.

Und das ist auch nötig. Denn die Geschäfte liefen zuletzt nicht gut. Das Unternehmen musste drei Werke schließen, eines verkaufen und 1 200 Mitarbeiter entlassen. Im Jahr 2010 musste zudem eine EU-Kartellstrafe wegen angeblicher Preisabsprachen in Höhe von 71,5 Millionen Euro gezahlt werden. Ein Kampf ums Überleben sei das gewesen, sagt Villeroy. Der 50-Jährige verantwortet den Bereich "Tischkultur", der gut ein Drittel des Umsatzes ausmacht - und weiter wachsen soll.

Das ist keine leichte Aufgabe: Die Marke muss exklusiv positioniert und zugleich verjüngt werden. "Unsere Konkurrenz besteht nicht nur aus anderen Keramikherstellern wie Rosenthal oder Kahla, sondern auch aus Ikea oder Tchibo", sagt er. Und: Ein Porzellanservice sei nicht mehr so attraktiv wie ein iPhone oder eine Fernreise. Studenten will er deshalb mit Einsteigersets ansprechen und den Vertrieb übers Internet stärken.

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    Seine und Frank Görings Strategie kommt gut an. In Mettlach herrscht wieder Aufbruchsstimmung. 2011 erwirtschaftete der Keramikhersteller nach zwei verlustreichen Jahren wieder Gewinn - 18 Millionen Euro bei einem Umsatz von 743 Millionen Euro.

    Expansion in Fernost
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