Produktionsloch Chinesisches Drama für Märklin

Das Göppinger Traditionsunternehmen Märklin hat eine Menge durchgemacht. Jahrelang schlingerte es am Abgrund, ausgerechnet im Jubiläumsjahr 2009 kam die Insolvenz. Zuletzt lief es wieder besser. Doch jetzt ereilt Märklin eine schlechte Nachricht aus China.
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Keine freie Fahrt mehr für Märklin. Quelle: dpa

Keine freie Fahrt mehr für Märklin.

(Foto: dpa)

GÖPPINGEN. Der Modellbahnhersteller Märklin steht vor einem gewaltigen Problem: er muss bis Jahresende 25 Prozent der Produktionskapazität ersetzen. Wie eine Sprecherin dem Handelsblatt bestätigte, hat der chinesische Hauptlieferant Sanda-Kan die Lieferverträge mit Märklin gekündigt. Hintergrund ist eine Neuordnung des Sanda-Kan Geschäfts.

Das chinesische Unternehmen will sich auf seine größten Kunden konzentrieren und hat 60 seiner 80 Kunden gekündigt. Märklin steht offenbar auch deshalb auf der Liste, weil die Chinesen im Laufe der Märklin-Insolvenz auf Forderungen verzichten mussten. Bereits im Sommer 2009 gab es eine Art Lieferstreik. Märklin klagt seinerseits über die mangelnde Qualität von Sanda-Kan.

Märklin-Geschäftsführer Kurt Seitzinger ist derzeit in China und verhandelt fieberhaft mit anderen Anbietern. Da jedoch mehrere Dutzend Hersteller von der Sanda-Kan-Entscheidung betroffen sind, darunter Branchengrößen wie der US-Hersteller Hornby, erwarten Branchenkenner einen dramatischen Kampf um die Produktionskapazitäten. Der Anteil der Märklin-Produktion, die bisher von Sanda-Kan geliefert wurde, liegt laut Unternehmenskreisen bei 25 Prozent.

Eine Sprecherin sagte, für das Weihnachtsgeschäft seien noch keine Lieferschwierigkeiten zu erwarten, ein Teil der Produktion werde möglicherweise in die Werke in Deutschland und Ungarn zurückgeholt. Märklin wird seit Februar 2009 von dem Insolvenzverwalter Michael Pluta geführt.

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6 Kommentare zu "Produktionsloch: Chinesisches Drama für Märklin"

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  • ich hab meinen ganzen neumodischen Märklin-Kram verkauft und fahre jetzt mit meinen alten Gußklumpen wieder analog!
    Von mir aus können die jetzt sonstwo produzieren, ich war den Ärger mit der Qualität einfach leid.

  • Sehr geehrter Herr iwersen,

    HORNbY ist ein Hersteller aus UK und nicht aus den USA. Das war auch schon immer so.
    Dieses zu recherchieren hat mich gerade mal 10 Sekunden auf Wikipedia gekostet!
    ich weiß, diese Tatsache ist hier absolut belanglos, trotzdem ist es für mich ein Armutszeugnis wenn man nicht einmal so einfache Dinge korrekt darstellen kann.
    ich hoffe, dass der Rest ihres Artikels etwas mehr Qualität und Hintergrund aufweist.

  • @Denkerist
    2-3% pro Jahr? Dafür muss man aber niemanden erpressen, das bringt in normalen Zeiten jedes Sparbuch...

  • @ Daniel:
    Aber der Hauptproduzent ist doch billig! Und für das Geld ist keine Qualität zu bekommen.
    Wenn Renditen von über 2-3% pro Jahr erzwungen werden, sei es von Heuschrecken, hedge-Fonds oder allgemein den Aktionären werden herfür immer 3 Gruppen betrogen:
    1. Die Mitrabeiter durch niedrige Löhne oder Arbeitsplatzverlagerung
    2. Die Zulieferer durch Drücken der Einkaufspreise
    und natürlich
    3. Der Kunde durch immer schlechter aber gleichzeitig auch teurer werdende Produkte.

    Und das ist allgemeingeltend: z.b: AEG Nürnberg, oder viele Lebensmittelhersteller.

  • interessant, wenn ein "Premiumhersteller" öffentlich einen seiner Hauptproduzenten wegen mangelnder Qualität kritisiert. Sollte mir das als Kunde zu Denken geben ?

  • Gut so! Gier frißt Hirn. Wer ist noch billiger?

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