Projekt „Hard Precision“ Die fünfte Dimension des Metallfräsens

Werkzeuge aus extrem harten Werkstoffen sind bei den Kunden gefragt, aber sehr aufwendig in der Herstellung. Dieser Herausforderung nimmt sich das EU-Projekt „Hard Precision“ an. Die Forscher schlagen eine neue Produktionstechnik vor: Das fünfachsige Fräsen.
  • Andreas Menn

KÖLN. Werkzeug- und Formenbauer in Europa stehen unter Druck: Einerseits sollen sie Bauteile und Werkzeuge immer schneller und kostengünstiger, dabei aber präzise herstellen. Auf der anderen Seite verlangen Kunden Fabrikate aus besonders festen und harten Werkstoffen, die mehr aushalten und langsamer verschleißen. Doch ultraharte Stähle zu bearbeiten ist kompliziert und aufwendig.

Hier setzt das EU-Forschungsprojekt „Hard Precision“ an. Zwei Jahre lang haben elf Projektpartner aus ganz Europa das fünfachsige Hochpräzisions-Hartfräsen weiter entwickelt. „Wir haben die gesamte Herstellungs-Kette betrachtet und an jedem Glied nach Verbesserungen gesucht“, berichtet Projektleiter Kristian Arntz vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT in Aachen.

Bis dato fräsen Werkzeugbauer Materialien zuerst, danach werden sie gehärtet, per Funkenerosion in Form gebracht, dann poliert und oft noch aufwändig von Hand nachbearbeitet. Die meisten Hersteller setzen dreiachsige Fräsmaschinen ein, oft in mehreren Arbeitsschritten hintereinander. Das kostet Zeit, und besonders komplizierte Formen sind oft nicht genau genug geformt. „Mit fünfachsigen Maschinen kann man sowohl schneller als auch verschleißärmer produzieren“, sagt Kristian Arntz.

„Das fünfachsige Fräsen ist Neuland für die meisten Unternehmen, und viele scheuen das Risiko“, berichtet Vertriebsleiter John Snijders vom holländischen Maschinen-Hersteller Hemtech. „Unsere fünfachsigen Maschinen müssen also sehr überzeugende Vorteile bieten, um im Werkzeug- und Formenbau neue Kunden zu finden.“ Das EU-Projekt bot für Hemtech die Gelegenheit, gemeinsam mit Partnern an der Verfeinerung ihrer Technik zu arbeiten. „Wir haben eine ganz neue Strategie für das fünfachsige Fräsen entwickelt“, berichtet Snijders. „Wir tragen das Ausgangsmaterial von der Seite aus ab und können so die Fräswerkzeuge besser ausnutzen. Außerdem dämpfen wir die Maschine an allen fünf Achsen mit Hilfe von komprimierter Flüssigkeit gegen Stöße.“

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